Prof. Dr. Angela Kolb-Janssen (SPD):

Danke. - Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Man kann der Fraktion DIE LINKE nur dankbar sein für diese Große Anfrage zum Thema Theater und Orchester in Sachsen-Anhalt. Die Antwort macht auch aus der Sicht meiner Fraktion deutlich, welch unschätzbare kulturelle Arbeit in der zeitgenössischen Kunst, in der Kinder- und Jugendarbeit, aber eben auch in der Vermittlung von Kultur und Kunst insgesamt geleistet wird.

Ich glaube, wir sind uns alle hier in diesem Hohen Haus einig, dass wir auf keines unserer Theater und Orchester verzichten wollen. Sie sind kulturelle Ankerpunkte, egal ob in der Großstadt oder im ländlichen Raum. Die jährliche Besucherzahl von mehr als eine Million Menschen zeigt, dass sie auch tatsächlich viele Menschen in unserem Land erreichen.

In der Antwort auf die Große Anfrage wird gleich im zweiten Absatz deutlich, dass die Kürzungen, die letzten Endes auch Anlass für die Große Anfrage waren, in den Jahren 2013 und 2014 zu strukturellen Änderungen geführt haben.

Herr Gebhardt hatte meine Fraktionsvorsitzende erwähnt. Ich möchte deshalb heute an dieser Stelle noch einmal sagen: Ja, die Kürzungen waren ein Fehler. Sie haben nicht zu effizienteren Strukturen geführt. Stattdessen sind die Arbeitsbedingungen der Künstlerinnen und Künstler sowie des Bühnenpersonals schlechter geworden.

Der Dynamisierungsfonds hat zwar einige tarifliche Entwicklungen abgedämpft, aber auch darüber ist inzwischen die Zeit hinweggegangen. Deshalb kann man sich an dieser Stelle wirklich nur bei allen Kolleginnen und Kollegen an den Theatern und in den Orchestern bedanken, dass sie trotz dieser Einschränkungen nicht nur die Arbeitsfähigkeit beibehalten haben, sondern dass sie nach wie vor eine exzellente künstlerische Arbeit in unserem Land geleistet haben.

(Zustimmung bei der SPD, bei der LINKEN und von Wolfgang Aldag, GRÜNE)

Meine sehr geehrten Damen und Herren! Zu der Einschätzung, dass Fehler gemacht worden sind, gehört natürlich auch die Frage, wie man das korrigieren kann. Auch hierzu hat Herr Staatsminister Robra schon einiges gesagt. Wir haben schon bei der Aufstellung des Doppelhaushaltes das Kulturwerk Mansfeld-Südharz wieder mit in die Theaterförderung aufgenommen, sodass es zumindest im Haushaltsplan doch wieder im Kapitel „Theater- und Orchesterförderung“ erscheint.

Das Anhaltische Theater Dessau hat zwar seine Strukturanpassung umgesetzt, allerdings zum Preis einer haustariflichen Regelung. Die Situation in Halle ist noch schwieriger; aber um darauf näher einzugehen, reicht meine Redezeit leider nicht aus.

Ich bin dankbar dafür, dass die Staatskanzlei und das Ministerium für Kultur wirklich engagiert die Verhandlungen über die neuen Theaterverträge in Angriff genommen haben und dass wir jetzt sowohl mit der Dynamisierung von 3 % als auch mit der Erhöhung der Sockelfinanzierung um 5 % eine gute Ausgangsbasis haben. Ich habe mit vielen Vertretern von Theatern und Orchestern gesprochen. Die haben mir berichtet, dass sie gut damit leben können. Sachsen-Anhalt gibt somit im Jahr fast 40 Millionen € für Theater und Orchester aus. Das sind 8 Millionen € mehr als in der letzten Förderperiode. Deshalb denke ich, sollte noch einmal ein großer Dank an Herrn Staatsminister Robra gehen. Ich weiß, dass er sich auch persönlich sehr dafür engagiert hat.

(Zustimmung von Wolfgang Aldag, GRÜNE)

Abschließend noch zwei Sätze zu dem theaterpädagogischen Modellprojekt, das hier noch einmal angesprochen worden ist. Ja, die theaterpädagogische Arbeit liegt auch meiner Fraktion am Herzen. Wir wollen jetzt aber erst einmal schauen, wie die Evaluation ausgeht; denn ich habe wahrgenommen, dass im Rahmen dieses Modellprojektes auch viele kleine Theater aus anderen Ländern gebunden worden sind. Ich würde mir wünschen, dass wir in dieser Hinsicht stärker auf das Potenzial der freien Theater in unserem Land zurückgreifen. Die haben es noch schwerer als die großen Theater, die über die institutionellen Theaterverträge gefördert werden. Deshalb denke ich, müssen wir uns in der zukünftigen Arbeit auch mit dem Thema - gerade im Hinblick auf die Vereinfachung von Förderbedingungen und die Entbürokratisierung - noch ein bisschen intensiver auseinandersetzten. - Vielen Dank.

(Zustimmung von Jürgen Barth, SPD, und von Detlef Gürth, CDU)