Guido Heuer (CDU):

Danke, Herr Präsident. - Meine sehr geehrten Kolleginnen und Kollegen! Die Landschaftspflege durch Schafe und Ziegen ist neben der Deichpflege eine wichtige Aufgabe, da sie einen bedeutenden Beitrag zum Landschafts- und Umwelt- bzw. Naturschutz leistet. Da ist es aus unserer Sicht notwendig, dass diese Leistung entsprechend finanziell entlohnt wird.

Die CDU steht jedoch einer Weidetierprämie kritisch gegenüber, was nicht heißt, ablehnend, aber kritisch gegenüber, da wir jeden Euro nur einmal ausgeben können. Wenn ich mich nicht irre, ist das Geld in die Grünlandförderung geflossen.

Jedoch ergibt sich für Berufs- und Wanderschäfer ohne eigene Flächen durch die Entkoppelung der Direktzahlung von der Erzeugung im Rahmen der Agrarreform im Jahr 2013 ein Sonderregelungsbedarf.

Meine sehr geehrten Kolleginnen und Kollegen, wir als CDU stehen ganz klar zum System der Direktzahlungen. Da ist es aus unserer Sicht der falsche Weg, einfach eine Prämie von 38 € je Tier zu zahlen. Vielmehr bedarf es der Prüfung, inwieweit die Förderbeträge der Landschaftspflege durch Schafe und Ziegen in die Flächenprämie integriert und durch eine Neuausrichtung der GAK - Gemeinschaftsaufgabe Agrar- und Küstenschutz - und der GAP, verbessert werden kann.

Des Weiteren ist es zwingend notwendig, die allgemeine Einkommenssituation der Schafe- und Ziegenhalter im Auge zu behalten. In Zeiten von Wolfsrissen und des rapiden Rückgangs von Schafe- und Ziegenhaltern nicht nur in Sachsen-Anhalt und deren gesellschaftliche Bedeutung für Deich- und Landschaftspflege, stehen wir in der Pflicht, unseren Beitrag zur Sicherung des Berufszweiges zu leisten.

(Gabriele Brakebusch, CDU: Das stimmt!)

Zu dem Thema hat die Ministerin schon einiges in Bezug auf die neue Förderperiode ausgeführt. Das sollten wir dann auch dementsprechend diskutieren. Dieser kann nicht nur durch die Förderung von Wolfsschutzmaßnahmen und der Entschädigung von Wolfsrissen bestehen. Zur Sicherung der Attraktivität des Berufsstandes der Schafe- und Ziegenhalter gehört mehr.

Die Koalitionsfraktionen fordern daher die Landesregierung auf, die Gesamtkonzeption dahin gehend zu überprüfen und zu ergänzen und den Ausschüssen für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten sowie für Umwelt und Energie zu berichten. Ich bitte um Zustimmung zum Alternativantrag der Koalitionsfraktionen. - Vielen Dank.

(Beifall bei der CDU)