Dorothea Frederking (GRÜNE):

Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Dass auf unseren Tellern jeden Tag gesundes Essen liegt, wird viel zu wenig wertgeschätzt. Uns muss wieder bewusster werden, dass Lebensmittel vom Feld und aus den Ställen kommt und nicht originär aus dem Supermarkt. Für diese gesellschaftliche Leistung verdient die Landwirtschaft Wertschätzung und faire Preise.

(Beifall bei den GRÜNEN - Zustimmung bei der SPD)

Die Direktvermarktung ist geeignet, um das Bewusstsein für den Wert von Lebensmitteln zu steigern, denn beim Einkaufen auf dem Hof wird man direkt mit Herstellung und Ursprung konfrontiert.

DIE LINKE erwähnte in ihrem Alternativantrag die Aufmerksamkeit zur Saisonalität. Auch das ist wichtig. Und sobald Verbraucherinnen und Verbraucher die Produktionsbedingungen kennen, ist ihre Zahlungsbereitschaft auch höher. Wer seine Kartoffeln direkt vom Hof kauft oder geliefert bekommt, ist auch bereit, den Aufpreis für Pestizidfreiheit zu zahlen.

Eine andere Preisstruktur wird umso drängender, wenn sehr wahrscheinlich ab dem Jahr 2021 weniger Geld aus Brüssel kommen wird und sich durch den Klimawandel auch die Ernteeinbußen verstetigen werden.

Ein weiterer Effekt von Regionalität: Kürzere Wege vom Feld zum Teller sind der wohl leckerste Klimaschutz, den wir befördern können. Fazit: Es ist wichtig, richtig und sinnvoll, die Direktvermarktung zu stärken. Das ist das Ziel unseres Alternativantrages mit ganz konkreten Maßnahmen. Mehr Wertschöpfung im ländlichen Raum steigert auch seine Attraktivität.

Mit der Agrarmarketinggesellschaft haben wir eine leistungsfähige Partnerin, die den Aufbau von Vertriebsaktivitäten und Strukturen unterstützen soll. Es muss dafür geworben werden, dass die erste Verarbeitungsstufe, wie Mühlen, kleine Schlachtereien und Molkereien, ortsnah zur Urproduktion installiert wird. Hier könnte sich zum Beispiel ein Fachgespräch mit den Akteuren, wie Landesbauernverband, Handwerkskammern und den Direktvermarktern, anbieten.

Die kontrollierenden Veterinärbehörden müssen auch ermutigt werden, die kleinen Direktverarbeiter und -vermarkter auf Anfrage mit Hinweisen zu unterstützen, denn sie wissen oft wirklich nicht, wie es geht.

Selbstverständlich müssen auch bei der Direktvermarktung die Ziele der Lebensmittelhygiene eingehalten werden. Wichtig ist allerdings, dass Direktvermarktung nicht durch falsche Maßnahmen behindert wird. Hier können entsprechende Leitfäden hilfreich sein.

Für Sie alle im Raum wird am sichtbarsten sein, dass die Kantinen der Landesverwaltungen in den Blick genommen wurden. Und ich freue mich sehr darüber, wenn in den Kantinen mehr Regionales angeboten wird.

In diesem Sinne: Vielen Dank fürs Zuhören und guten Appetit!

(Beifall bei den GRÜNEN)