Jürgen Barth (SPD):

Herr Präsident! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Direkt- und Regionalvermarktung können ohne Zweifel die Wertschöpfung im ländlichen Raum erhöhen und Arbeitsplätze sichern und auch neue schaffen. Die logistischen Voraussetzungen dafür müssen allerdings vorhanden sein und bedürfen auch entsprechender Marketingmaßnahmen, um die potenziellen Käufer zu gewinnen.

Die Unterstützung des Landes setzt genau an dieser Stelle an. So werden die Aktivitäten der Direktvermarkter durch einen Internetauftritt - Tage des offenen Hofes, Broschüren, Erntedankfeste, Berichterstattungen in den Medien - unterstützt, und hier wird auch in vielfältige Weise auf die Direktvermarkter aufmerksam gemacht.

Das ist sicher ein noch ausbaufähiger Aspekt, den wir noch bearbeiten müssen; denn das ist die Verknüpfung von Tourismus und Direktvermarktung. Hier sehen wir ein hohes Potenzial, um die Direktvermarktung voranzubringen. Aber dies ist bereits Bestandteil des von uns herbeigeführten Beschlusses unter der Überschrift „Wertschöpfungsstrategien für den ländlichen Raum“.

(Zustimmung von Silke Schindler, SPD)

Meine Damen und Herren, mit der Studie „Erste Verarbeitungsstufen Direktvermarktung“ liegt nun eine Analyse vor, die wir im Agrarausschuss, Herr Daldrup, auswerten wollen, um die weiteren Schritte zum Ausbau der Direktvermarktung festzulegen.

Ich will jetzt zur Kantinenrichtlinie nichts weiter ausführen. Das hatte ich zwar vorgesehen, aber ich denke, das haben meine Vorredner schon getan. Ein wichtiger Ansatzpunkt, auf den ich aber noch eingehen möchte, ist die Bildung des Kantinenausschusses, der, soweit ich weiß, gebildet worden ist. Hier gibt es die Möglichkeit, auf die Zubereitung der Speisen und auf die Qualität Einfluss zu nehmen. Dies umfast auch den Wunsch, dass Produkte aus der Region angeboten werden.

Die Möglichkeit der direkten Einflussnahme ist somit gegeben und wird bereits im Landtag praktiziert. Allerdings ist mir noch nicht bekannt, dass dieses Gremium schon einmal getagt hat. Da besteht sicherlich noch Handlungsbedarf.

Wichtig ist, dass wir in Sachsen-Anhalt einen kompetenten Ansprechpartner haben, der die Koordinierung der Direktvermarktung übernimmt. Es ist heute schon mehrfach darauf hingewiesen, dass die Agrarmarketinggesellschaft diese Aufgabe wahrgenommen hat und wahrnimmt, und das wird auch weiter ausgebaut. Dazu ist es erforderlich - darüber werden wir uns im Herbst weiter unterhalten -, finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen. Auch die personelle Absicherung muss gegeben sein.

Auf die Hygienebestimmungen ist auch schon eingegangen worden. Deshalb kann ich mich hier in meinen weiteren Ausführungen beschränken.

Stimmen Sie unserem Alternativantrag zu, denn der dürfte unbestritten mehr Substanz haben als der Antrag der AfD. - Vielen Dank, meine Damen und Herren.

(Beifall bei der SPD)