Frage 4
Ist der Einsatz von „Nasenringen“ in der Freilandhaltung von Schweinen tiergerecht?


Sie wird gestellt vom Abg. Daniel Wald, Fraktion der AfD. Sie haben das Wort, Herr Wald.


Daniel Wald (AfD):

Okay. - Sehr geehrte Landtagspräsidentin! Sehr geehrte Abgeordnete! Hohes Haus! Patrioten! Im Bericht des Landtages „Besser vorbeugen gegen Schweinepest“ vom 20. Dezember 2017 (https://www.landtag.sachsen-anhalt.de/2017/besser-vorbeugen-gegen-schweinepest/?tx_apertoevents_events%5BlistType%5D=landtag&tx_apertoevents_events%5Baction%5D=list&tx_apertoevents_events%5Bcontroller%5D=Event&cHash=83a1ab1f5a315f55209f8fb840086568) werden zwei Schweine in Freilandhaltung auf einem aufwuchsfreien Bereich abgebildet, von denen ein Tier einen Nasenring trägt.

Ich frage die Landesregierung, speziell die Ministerin für Umwelt und Landwirtschaft Frau Dr. Dalbert:

1.    Wie wird der Einsatz von Nasenringen in der Freilandhaltung - im Hinblick auf die Einschränkung des natürlichen Wühlverhaltens durch Schmerzreize - bewertet?

2.    Welche Managementmaßnahmen werden empfohlen, um Bodenerosionen und punktuelle Nährstoffeinträge in der Freilandhaltung von Schweinen zu minimieren bzw. zu vermeiden?


Präsidentin Gabriele Brakebusch:

Sie können dann Platz nehmen. - Die Antwort der Landesregierung erfolgt durch Frau Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft und Energie Prof. Dr. Claudia Dalbert. Sie haben das Wort. Bitte.


Prof. Dr. Claudia Dalbert (Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft und Energie):

Danke, Frau Präsidentin. - Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich beantworte die Fragen des Abg. Wald namens der Landesregierung wie folgt.

Zu Frage 1. Da wäre die einfache Antwort: Das ist eine Schweinerei. Durch das Einziehen von Rüsselringen und Rüsselklammern beim Schwein wird das natürliche Wühlverhalten der Schweine eingeschränkt. Der Wühlvorgang wird schmerzhaft und die Funktion des Rüssels wird beeinträchtigt. Diese Einschränkung steht im Gegensatz zur Forderung des § 2 des Tierschutzgesetzes, dass Tiere ihrer Art und ihren Bedürfnissen entsprechend verhaltensgerecht untergebracht werden müssen.

Zudem handelt es sich beim Einziehen der Ringe um einen schmerzhaften Eingriff, da die Rüsselscheibe des Schweines als Tast- und Riechorgan eine hohe Oberflächensensibilität besitzt. Der Einsatz von Nasenringen zur Veränderung des Verhaltens von Schweinen wird deshalb sowohl aus tierschutzrechtlicher als auch aus tierschutzfachlicher Sicht abgelehnt.

Zu Frage 2. Es wird den Tierhaltern empfohlen, ausreichend große Auslaufflächen für die Freilandhaltung von Schweinen zur Verfügung zu stellen. Durch regelmäßigen Umtrieb können die Grasnarbe geschont und die Einträge von Urin und Kot und damit von Nährstoffen in den Boden minimiert werden. Das Wühlverhalten der Tiere kann durch das Anlegen bzw. Vorhalten von künstlichen Suhlen in gewissem Umfang gelenkt werden. Es bestehen hier die Möglichkeiten des regelmäßigen Bodenaustausches sowie der Ableitung des Urins in Auffangbehälter, also Jauchegruben. - Herzlichen Dank.

(Zustimmung bei den GRÜNEN)