Wolfgang Aldag (GRÜNE):

Vielen Dank, Herr Präsident. - Meine Damen und Herren! Menschen sind unterschiedlich bereits, wenn sie auf die Welt kommen. Die jeweiligen Stärken zu finden und zu fördern, ist dann erst einmal Aufgabe der Eltern und Familien. Etwas später dann wird sie auch zu der von Kitas und Schulen.

Wie herausfordernd das ist, Kinder zu fördern und gut auf das Leben vorzubereiten, erlebe ich auch in meinem Freundeskreis. Viele Freunde haben in ihrer Funktion als Elternteil ganz eigene Vorstellungen von kindlicher Förderung und unterstützen dementsprechend.

Oft stelle ich mir die Frage, wie die Kinder durch das Leben kommen, deren Eltern diese intensive Unterstützung nicht leisten können. Diese Kinder - ich denke, darin sind wir uns einig - sind nicht per se dümmer oder weniger talentiert, und doch haben sie es oft schwerer. Das wissen wir alle, und das beweisen unsere Bildungsberichte seit Jahren.

Den Fokus des Bund-Länder-Programms zur stärkeren Berücksichtigung von Kindern und Jugendlichen mit erschwerten Lernausgangslagen finde ich daher wichtig und gut, ebenso die grundsätzliche Weiterentwicklung und Professionalisierung der Begabtenförderung.

Ich freue mich, dass acht Schulen des Landes daran teilnehmen. Dass das Wissen und die Kompetenz langfristig auch in den gesamten Schulentwicklungsprozess einfließen, das sind gute Nachrichten.

Aber liebe Kolleginnen und Kollegen, bis das passiert und tatsächlich mehr als die besagten acht Schulen von dem Bund-Länder-Programm profitieren können, werden noch ein paar Jahre ins Land gehen.

Was werden wir in dieser Zeit für die begabten Schülerinnen und Schüler der etwa 740 öffentlichen Schulen in Sachsen-Anhalt tun, die nicht das Glück haben, eine der genannten acht Schulen zu besuchen? Ich sehe uns als bildungspolitische Sprecher dabei in der Pflicht, eine gute Antwort auf diese Frage zu finden. Deswegen möchte ich dafür plädieren, den vorliegenden Antrag in den Ausschuss für Bildung zu überweisen. Das Thema der Korrespondenzzirkel muss dort selbstredend auch diskutiert werden. - Vielen Dank.

(Zustimmung von Olaf Meister, GRÜNE)