Jürgen Barth (SPD):

Herr Präsident! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Herr Loth, eines vorweg: Den Antrag ziehen wir natürlich nicht zurück.

(Hannes Loth, AfD: Das ist aber schade!)

Unser Antrag enthält ein klares Bekenntnis zu einer nachhaltigen Forstwirtschaft. Unsere Wälder in Sachsen-Anhalt brauchen unsere Unterstützung, um auch in Zukunft ihre Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktionen erfüllen zu können.

Wir haben im Privatwald eine breite Eigentumsstreuung und wollen diese auch erhalten. Das ist wichtig. Auch aus diesem Grund ist es besonders wichtig, insbesondere kleine Waldbesitzer bei der Bewirtschaftung ihres Waldes zu unterstützen.

(Zustimmung von Uwe Harms, CDU, und von Guido Heuer, CDU)

Wir haben deshalb in der vergangenen Wahlperiode den Kontrahierungszwang der Landesforstverwaltung gegenüber den Privatwaldbesitzern mit bis zu 10 ha fortgeschrieben. Das war ein wichtiger Schritt, um auch weiterhin die nachhaltige Bewirtschaftung unserer Wälder sicherzustellen. Was wir dafür natürlich benötigen, ist eine angemessene Personalausstattung des Landeszentrums Wald, des Landesforstbetriebes und des Forstlichen Bildungszentrums Magdeburgerforth.

Meine Damen und Herren! Die Aufgaben in unseren Wäldern werden nicht kleiner, sondern größer. Die Sturmereignisse in den vergangenen Monaten führen uns vor Augen, wie wichtig es ist, unsere Wälder an den Klimawandel anzupassen. Dafür benötigen die Privatwaldbesitzer unsere Unterstützung.

Auch den Landesforstbetrieb stellt es vor enorme Herausforderungen. Es geht um die zügige Bewältigung der Waldschäden, um einen effektiven Pflanzenschutz, um die Ausbreitung von Schädlingen zu verhindern, und um den Umbau unserer Wälder, damit sich diese an den Klimawandel anpassen können.

Zum Organisationsgrad hat Herr Heuer schon etwas gesagt. Das lasse ich jetzt einmal weg.

Zum Cluster Holz, Herr Loth. Ich weiß nicht, woher Sie Ihre Erkenntnisse haben, aber zumindest sehen wir das Cluster Holz als einen bedeutenden Wirtschaftszweig an, an dem viele Arbeitsplätze hängen. Deshalb ist es wichtig, dass aus unseren Wäldern im Rahmen einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung die Bereitstellung des Rohstoffes Holz auch weiterhin nachhaltig erfolgt.

Die Förderung der überbetrieblichen Holzvermarktung, auch Holzmobilisierungsprämie genannt, ist ein Anreizsystem, um dem gestiegenen Bedarf an Rohholz im Rahmen der nachhaltigen Bewirtschaftung gerecht zu werden. Wir sehen die Notwendigkeit, dass der für den Prämienerhalt notwendige Holzeinschlag dahin gehend flexibilisiert wird, dass Schadensereignisse entsprechend berücksichtigt werden.

(Zustimmung von Uwe Harms, CDU, und von Guido Heuer, CDU)

Ich denke, das ist schon deshalb geboten, damit die Nachhaltigkeit der Bewirtschaftung und der Prämienanspruch in Einklang miteinander sind.

Meine Damen und Herren! Voraussetzung dafür, dass die Wälder in unserem Land auch in Zukunft durch fachlich qualifiziertes Personal bewirtschaftet werden, ist eine hochwertige und qualitative Ausbildung. Mit dem Forstlichen Bildungszentrum in Magdeburgerforth verfügen wir über eine solche Ausbildungsstätte, die unbedingt auf hohem Niveau erhalten bleiben muss. Das ist Bestandteil unseres Antrags. Es muss uns umgehend gelingen, die Lehrlinge nach ihrer Ausbildung in den Landesforst zu übernehmen.

Wir haben in den kommenden Jahren enorme Altersabgänge, die wir gar nicht anders bewältigen können. Wir sind gut beraten, dafür bereits heute Vorsorge zu treffen.

(Zustimmung von Uwe Harms, CDU, und von Guido Heuer, CDU)

In diesem Zusammenhang möchte ich abschließend noch einmal deutlich machen, dass wir für die Bewältigung der Aufgaben in unseren Wäldern eine angemessene Ausstattung mit Personal in der Landesforstverwaltung brauchen.

Kurz einen Satz, Herr Loth, zu Ihrem Punkt 9. Sie haben wieder einmal etwas total verkehrt verstanden. Sie wissen selbst, welche Probleme wir haben mit den Pflanzenschutzmitteln, die wir in der Forst einsetzen dürfen. Darum geht es uns, aber nicht darum, irgendjemanden zu bevormunden usw.

So, meine Damen und Herren, das soll es gewesen sein. - Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

(Zustimmung bei der SPD und von Guido Heuer, CDU)