Prof. Dr. Angela Kolb-Janssen (SPD):

Vielen Dank. - Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich glaube, niemand kann uns vorwerfen, dass wir uns nicht immer wieder sehr intensiv mit dem Thema Schulverpflegung und Verpflegung in den Kitas auseinandergesetzt haben. Ja, wenn wir einfache Lösungen hätten, würden wir diese auch umsetzen.

Wir hätten uns auch gewünscht, dass der Bund mit dem Teilhabepaket nicht ein aufwendiges Antragsverfahren einführt, sondern dass man das Geld direkt den Einrichtungen zugutekommen lassen kann und das Mittagessen dann vor Ort kostenlos angeboten wird. Damit würde man sich auch den Verwaltungsaufwand sparen und man hätte wahrscheinlich auch noch das Geld, das man bräuchte, um das von Ihnen eingeforderte Zertifizierungsverfahren zu bezahlen. Auch das kostet Geld, das letzten Endes wieder von den Eltern bezahlt werden muss.

Wer vor Ort unterwegs ist, in den Kitas, in den Schulen, der weiß, wie schwierig es manchmal ist. Wenn es nur geringe Preiserhöhungen beim Mittagessen gibt, dann bekommen wieder Kinder nicht mehr die Möglichkeit, am Mittagessen teilzunehmen. Es ist wichtig, dass wir es in den letzten Jahren geschafft haben, dass die Zahlen steigen und dass wir eine bessere Qualität haben. Das ist nicht zuletzt auch der Vernetzungsstelle Kita- und Schulverpflegung zu verdanken, die es im Übrigen durch eine Vielzahl von Projekten an den Schulen geschafft hat, nicht nur auf die Kinder einzuwirken.

Es ist völlig richtig: Wenn die Kinder mit ihren Eltern im Supermarkt an der Kasse stehen und sagen, dass sie die Möhren und die Zucchini wollen, weil das lecker schmeckt, und die Eltern dann sagen, dass das viel zu aufwendig ist, und sie dann lieber die Tiefkühlpizza nehmen, weil das schneller geht, dann muss man auch mit den Eltern arbeiten und ihnen die Bedeutung von gesundem Essen und von Nachhaltigkeit vermitteln.

(Siegfried Borgwardt, CDU: Viel Glück dabei!)

- Ja. Man darf dabei nicht aufgeben. Das ist nicht leicht. Ich wohne in Sudenburg. Ich sehe das jedes Mal, wenn ich bei Edeka einkaufen gehe. Ich denke mir dabei: Die armen Kinder. Deshalb sind diese Projekte wichtig, die wir fördern und die wir immer wieder anstoßen. Ich bin mir sicher: Wir werden heute nicht zum letzten Mal diskutiert haben. Wir werden auch in Zukunft nicht nachlassen in unseren Anstrengungen für ein qualitativ hochwertiges und gesundes Mittagessen für unsere Kinder. - Vielen Dank.

(Beifall bei der SPD - Zustimmung von Angela Gorr, CDU)