Frage 3
Maßnahmen zur Instandsetzung der Landstraße 235 (L 235) zwischen Harzgerode und Mägdesprung


Die Frage stellt der Abg. Mario Lehmann von der AfD-Fraktion. Herr Lehmann, Sie haben das Wort.


Mario Lehmann (AfD):

Vielen Dank, Herr Vizepräsident. - Im Jahr 2015 wurde festgestellt, dass durch Hangabsenkungen an mehreren Stellen die L 235 zwischen den Ortslagen Harzgerode und Mägdesprung akut gefährdet ist. Der L 235 kommt wegen der in Harzgerode angesiedelten Automobilzulieferungsfirma TRIMET erhebliche Bedeutung zu. Seit 2016 ist die L 235 wegen der Absenkungsgefahr einseitig gesperrt und nur noch aus Richtung Harzgerode talabwärts für den Fahrzeugverkehr freigegeben.

Ich frage die Landesregierung:

1.    Welche Sicherungs- und Instandsetzungsarbeiten sind bereits seit Feststellung der Hangabsenkungen im Jahr 2015 veranlasst worden?

2.    Welche Reparaturmaßnahmen sollen demnächst zeitnah umgesetzt werden, um mit einer baldigen Freigabe für den Fahrzeugverkehr in beiden Fahrtrichtungen rechnen zu können?


Vizepräsident Willi Mittelstädt:

Für die Landesregierung spricht Herr Minister Webel, Minister für Landesentwicklung und Verkehr. Herr Minister, Sie haben das Wort.


Thomas Webel (Minister für Landesentwicklung und Verkehr):

Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren Abgeordneten! Namens der Landesregierung beantworte ich die Kleine Anfrage des Abg. Lehmann wie folgt.

Zu Frage 1. Seit den festgestellten Absenkungen des Bankettbereiches im Abschnitt der Landesstraße L 235 zwischen Harzgerode und Mägdesprung wurden erhebliche Sicherungs- und Instandsetzungsarbeiten durchgeführt. Auf den betroffenen Abschnitten musste ab dem 2. Juni 2015 eine Tonnagebegrenzung auf 7,5 t für die Richtung von Mägdesprung nach Harzgerode in Betrieb genommen werden.

Bei Wartungsarbeiten am 29. Juni 2015 wurde durch die Straßenmeisterei Gernrode eine Rutschung des Banketts auf einer Länge von ca. 10 m festgestellt. Als Sofortmaßnahme der Straßenbauverwaltung wurde die Gefahrenstelle abgesichert und der Verkehr mit Ampelregelung halbseitig an der Gefahrenstelle vorbeigeführt.

Die Erfahrung der Straßenmeisterei Gernrode zeigte aber auch, dass sich nicht alle Lkw über 7,5 t an das Verbot hielten. Nach Vorabstimmung der Landesstraßenbaubehörde mit der Verkehrsbehörde des Landkreises Harz war die L 235 ab dem 15. Juli 2015 deshalb im Kontext der Verkehrssicherheit halbseitig in Richtung Harzgerode zu sperren. Die Richtung Mägdesprung blieb für den Verkehr offen.

Seitens des Regionalbereichs West der Landesstraßenbaubehörde wurde als weitere Sofortmaßnahme eine geologische Untersuchung des Bereiches der Rutschung veranlasst. Damit sollte geklärt werden, ob über den bis dato betroffenen Bereich hinaus mit weiteren Rutschungen zu rechnen sei. Durch diese Untersuchung wurden im Abschnitt der L 235 drei gravierende Schadstellen festgestellt.

Die Schadstellen 1 und 2 wurden durch die Straßenmeisterei Gernrode bis Anfang Oktober 2015 im Rahmen einer betrieblichen Sanierungsmaßnahme beseitigt. Danach wurde die L 235 wieder für den Verkehr freigegeben, wobei die Tonnagebegrenzung auf 7,5 t für die Richtung von Harzgerode nach Mägdesprung aufgrund der Feststellung der geologischen Untersuchung hinsichtlich der umfangreichen Schadstelle 3 bestehen blieb.

Für die Beseitigung der Schadstelle 3 musste deshalb eine bauliche Sanierungsmaßnahme geplant werden. Die entsprechenden Ingenieurleistungen waren umgehend im Jahr 2015 beauftragt worden.

Um die Bewegungen im Hang längerfristig und kontinuierlich nachvollziehen und auf dieser Grundlage weitere Entscheidungen treffen zu können, wurde durch die Landesstraßenbaubehörde, Regionalbereich West, ein Messfeld im Hangbereich neben der L 235 angelegt. Bereits während des Neubaus einer Stützmauer im Zuge der B 185 in der Ortslage Mägdesprung wurden im Messfeld Bewegungen im Hang im Bereich der Schadstelle 3 festgestellt, sodass die L 235 zur Gewährleistung der Verkehrssicherheit nach der Fertigstellung der Stützmauer halbseitig in Richtung Harzgerode gesperrt blieb.

Zu Frage 2. Die Planung der Sanierung der Schadstelle 3 ist abgeschlossen. Die Bauleistungen werden im Winter 2017/2018 öffentlich ausgeschrieben und vergeben werden. Die Beseitigung der Schadstelle 3 ist ab dem Frühjahr 2018 mit einer Bauzeit von voraussichtlich ca. 1,5 Jahren geplant.

Die aufwendigen und komplexen Baumaßnahmen beinhalten eine Sicherung mittels Übernetzung und Vernagelung auf einer Länge von 235 m mit einer Gesamtfläche von 2 350 m², die Überbrückung des gefährdeten Bereichs mit einer rückverhängten Kragplatte und die Herstellung einer Entwässerung an der Hangseite. Während der Bauzeit wird der Abschnitt der L 235 zwischen Harzgerode und Mägdesprung voll gesperrt werden müssen. Nach Abschluss der Sicherungsmaßnahmen wird der Straßenabschnitt wieder beidseitig befahrbar sein.