Hendrik Lange (DIE LINKE):

Bis eben wollte ich eigentlich nicht noch einmal etwas sagen. Aber, Herr Radke, wir haben kein Nitratproblem? - Das ist erstaunlich.

(Detlef Radke, CDU: Im Trinkwasser, im Grundwasser schon!)

Die Grundwasserkörper gehören doch aber auch dazu. Die sind doch auch schützenswert. Also Sie meinen nicht, dass wir das Grundwasser schützen müssen. Dann sind wir in Dissens.

53 % der Grundwasserkörper sind in einem schlechten chemischen Zustand. Das ist ein Befund, an dem wir nicht vorbeikommen. Sie sagten, wir lägen im Regenschattengebiet des Harzes, hier hätten wir zu wenig Regen und deswegen funktioniert das mit der Verdünnung nicht.

(Wolfgang Aldag, GRÜNE, lacht)

Das ist eine spannende Diskussion. Ich gehe davon aus, wenn wir über Gewässerschutz reden, bedeutet das, dass wir nicht einfach so weitermachen können wie bisher. Denn wenn zu wenig Wasser zum Verdünnen vorhanden ist, dann müssen wir unter Umständen die Nitratmenge verringern, damit wir eben nicht dieses Problem im Grundwasser haben.

Dass wir dieses Problem im Grundwasser haben, hat nicht irgendjemand festgestellt. Das waren nicht alle möglichen Öko-Verbände, sondern hierzu gibt es auch ganz klare Anweisung aus der EU: Entweder bekommt ihr das bald einmal in den Griff oder ihr zahlt Strafe. Das kann doch wohl keiner in diesem Hohen Haus wollen.

Sie haben gesagt, es sollten keine Schuldzuweisungen erfolgen. Darum geht es doch gar nicht. Es geht doch nicht um eine Schuldzuweisung. Es geht darum, Ursachen zu benennen und zu analysieren; denn ohne diese Ursachenanalyse kann das, was danach in ihrem Satz folgte, dass keine Schuldzuweisung erfolgen solle, sondern endlich gehandelt werden solle, gar nicht zielgenau passieren. Deswegen braucht es diese Ursachenanalyse, damit endlich richtig gehandelt wird. Zur Ursachenanalyse gehört auch, zu hinterfragen, wo Stoffeinträge festzustellen sind und wo diese Stoffeinträge reduziert werden müssen, damit unsere Gewässer entsprechend geschützt sind. - Vielen Dank.

(Beifall bei der LINKEN)


Vizepräsident Wulf Gallert:

Danke. - Damit sind wir am Ende der Aussprache zur Großen Anfrage. Damit ist auch der Tagesordnungspunkt 7 erledigt.