Angela Gorr (CDU):

Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! In der gestrigen „Volksstimme“ wurde bereits im Vorgriff auf unsere heutige Parlamentsdebatte unter dem Titel „Wird das Schreiben nach Gehör bald verboten?“ berichtet. Dort wurden zwei Aspekte benannt, die für unsere Diskussion von Bedeutung sind.

Erstens. Es gibt nur sehr wenige Schulen im Land, in denen diese Methode angewandt wird, und wenn, dann wird ihre Anwendung hoffentlich an den Bedürfnissen und Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler einerseits und an der letztendlich doch wichtigen Vermittlung korrekter orthographischer Kenntnisse andererseits ausgerichtet. - So in der Zeitung am Beispiel der Grundschule Zeitz-Ost, aufgezeigt.

Zweitens verwies Minister Tullner in dem Artikel, wie auch heute in seinem Redebeitrag, auf die Entscheidung über die ‚Anwendung pädagogischer Methoden in den Fachkonferenzen der jeweiligen Schulen.

In den §§ 27 bis 29 des derzeit gültigen Schulgesetzes sind die Verfahren niedergelegt, die durch die Gesamt- bzw. Klassenkonferenzen bestimmt werden können. Dieses sind die Gremien, die sich für oder gegen bestimmte Methoden aussprechen können, wenn sie den Kindern tatsächlich oder vermeintlich schaden.

Dass die von der AfD benannte Methode kontrovers diskutiert wird, offenbart sich schon beim Lesen der „Volksstimme“-Überschrift, die man sich quasi laut vorlesen muss, um sie überhaupt verstehen zu können. Denn allein das Erfassen von Worten mit Buchstaben ist natürlich noch keine Rechtschreibung.

Ich habe, um einmal an den Spaß von Frau Bull-Bischoff anzuknüpfen, einmal einen Brief erhalten, in dem mein Vorname folgendermaßen buchstabiert wurde: A n d sch e l a. In dem Fall war wenigstens die Aussprache richtig erfasst. Und manchmal würde ich mir wünschen, dass der eine oder andere sich meinen Namen auch einmal so aufschreibt.

(Beifall bei der CDU)

Herr Dr. Tillschneider, obwohl das keineswegs Lautschrift ist, sondern eben auch nach Gehör.

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Auf die inhaltlichen Gründe für die Ablehnung des AfD-Antrags habe ich mit den obigen zwei Punkten schon hingewiesen. Ich möchte in Richtung auf Herrn Dr. Tillschneider noch einmal erwähnen, dass ich auch in Valencia war und dass in der deutschen Schule dort Schülerinnen und Schüler zeitgenössische Gedichte vorgetragen haben, in einer Art und Weise, die von Einverständnis und Einfühlsamkeit geprägt war. So etwas würde ich gern auch häufiger an unseren Schulen einmal sehen und hören. Ich denke, das allein spricht für sich, dass die deutsche Schule dort guten Unterricht macht und auch etwas Gutes dabei herauskommt. - Danke schön.

(Beifall bei der CDU - Zustimmung von Wolfgang Aldag, GRÜNE)