Frage 6
Eckpfeiler der Netzstabilität wird Opfer der Energiewende


Fragesteller ist der Abg. Herr Andreas Gehlmann von der Fraktion der AfD. Sie haben das Wort, Herr Gehlmann.


Andreas Gehlmann (AfD):

Pumpspeicherkraftwerke gelten als unverzichtbar, um das schwankende Wind- und Solarstromaufkommen auszugleichen. In 2014 investierte der schwedische Energiekonzern Vattenfall 40 Millionen € in die Modernisierung des Pumpspeicherwerkes Wendefurth. Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff war dem Konzern für diese Investition sehr dankbar und zudem froh darüber, über eine derartig eindrucksvolle Anlage in Sachsen-Anhalt zu verfügen.

Am 2. Juni 2017 teilte Vattenfall mit, dass infolge der hohen Netzentgelte Pumpspeicherkraftwerke nunmehr unrentabel seien. Deshalb werden Arbeitsplätze gestrichen und Pumpspeicherleistung reduziert.

Ich frage die Landesregierung:

1.    Wie sieht der konkrete Abbau an Arbeitskräften und Pumpspeicherleistung im Pumpspeicherwerk Wendefurth aus?

2.    Mit welchen Energieerzeugern bzw. Speichermedien will die Landesregierung die geplanten Pumpspeicherleistungseinschränkungen des Pumpspeicherwerkes Wendefurth, vor allem im Hinblick auf die Netzstabilität, ausgleichen?



Präsidentin Gabriele Brakebusch:

Danke. - Die Antwort die Landesregierung erfolgt durch die Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft und Energie Frau Prof. Dr. Dalbert. Bitte schön.


Prof. Dr. Claudia Dalbert (Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft und Energie):

Danke, Frau Präsidentin. - Liebe Kolleginnen und Kollegen. Ich beantworte die Fragen des Abg. Gehlmann namens der Landesregierung wie folgt:

Zu Frage 1: Gegenwärtig sind nach Aussage Vattenfalls noch keine detaillierten Angaben zu den Auswirkungen der Restrukturierung der Wasserkraftsparte auf die Arbeitsplätze im Pumpspeicherwerk Wendefurth möglich. Ein Grund hierfür ist, dass die Arbeitsplätze teilweise übergreifendenden Charakter haben und nicht rein anlagenbezogen heruntergebrochen werden können. Der genaue Umfang wird laut Vattenfall erst noch festgelegt und könnte bis zu 60 % der Beschäftigten im Pumpspeicherkraftwerk Wendefurth betragen. Derzeit sind 13 bis 15 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Standort beschäftigt.

Die Kapazität der Leistung des Pumpspeicherkraftwerks Wendefurth, zweimal 40 MW, bleibt nach Aussage Vattenfalls unverändert,

(Die Deckenlampen im Plenarsaal verdunkeln sich - Zurufe von der CDU)

trotz einer gewissen Lichteintrübung im Plenarsaal.

Zu Frage 2. Der Betrieb der Stromnetze sowie der Erhalt der Netzstabilität ist Aufgabe der Stromnetzbetreiber. Die Landesregierung hat keinen direkten Einfluss auf die von den Netzbetreibern dazu ergriffenen Maßnahmen. Die Speicherung von Energie stellt dabei nur einen Baustein der möglichen Maßnahmen dar, der angesichts der derzeitigen Speicherkapazitäten auch nur im überschaubaren Maße zu einer Netzentlastung beitragen kann.

Es ist daher davon auszugehen, dass die angekündigten Leistungseinschränkungen des Pumpspeicherkraftwerkes Wendefurth keinen signifikanten Einfluss auf die Netzstabilität in Sachsen-Anhalt haben werden. Gleichwohl bedauert die Landesregierung die Entscheidung von Vattenfall.

Als Energieministerin bin ich überzeugt, dass Speichertechnologien sowie die Weiterentwicklung von Technologien zur Umwandlung von elektrischer Energie im Rahmen der Sektorkopplung wesentliche Bausteine für ein Gelingen der Energiewende sind. - Herzlichen Dank.

(Zustimmung von Sebastian Striegel, GRÜNE)