Guido Heuer (CDU):

Danke. - Sehr geehrte Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Die CDU-Fraktion begrüßt die Zusammenlegung der EU-Schulobst- und EU-Schulmilchprogramme. Dies bietet dem Land Sachsen-Anhalt die Möglichkeit, die gesunde Ernährung unserer Kinder in Kitas und Schulen noch konzentrierter zu unterstützen. Die praktische Ernährungsbildung ist in erster Linie die Aufgabe der Eltern

(Zustimmung von Eva Feußner, CDU, und von Bernhard Daldrup, CDU)

und kann durch das Land und die Kommunen nur punktuell in Schulen und Kitas unterstützt werden. Aus unserer Sicht wird das Ernährungsverhalten unserer Kinder maßgeblich durch das Vorbild der Familie geprägt. Die Familie sollte wie bisher als Hort der Esskultur gelten.

Gestern haben wir die Landesverfassung gefeiert. In Artikel 11 Abs. 2 steht - ich zitiere -:

„Eltern haben das Recht und die Pflicht zur Erziehung ihrer Kinder. Über ihre Betätigung wacht die staatliche Gemeinschaft.“

Wir sollten bei der Novellierung des Kinderförderungsgesetzes darauf achten, dass eine Stärkung der kommunalen Selbstverwaltung unsere Städte und Gemeinden in die Lage versetzt, eine bedarfsgerechte Kinderbetreuung im Hinblick auf Schichtfreundlichkeit, Erziehungsqualität und hier auch mit dem Schwerpunkt gesunde Ernährung etc. anzubieten. Dadurch unterstützen wir die Eltern mit der Schaffung von Freiräumen auch für gemeinsames Einkaufen, Kochen und Essen.

Aus meiner Sicht als ein seit 16 Jahren alleinerziehender Vater ist es allen Eltern nicht nur möglich, sondern ihre Pflicht, ihren Kindern eine gesunde Ernährung zu ermöglichen. Mir erschließt es sich nicht, warum ein gesundes Frühstück aus Schulbrot und Obst mehr kosten soll als Cola und Chips. Die meisten Schulen bieten zudem eine Milchversorgung und Mittagessen an, auch wenn man über die Qualität oft streiten darf.

Es reicht nicht aus, nur eine hochwertige gesunde Schulverpflegung anzubieten, sondern man sollte die Kinder und Schüler in die Erzeugung sowie Vor- und Zubereitung der Nahrung einbinden.

Natürlich steigt in unserer Gesellschaft, in der junge Familien mit sich ständig ändernden Rahmenbedingungen konfrontiert werden, auch die Verantwortung der öffentlichen Hand. Die Ernährungsbildung ist daher auch eine Aufgabe der Institutionen, die einen Betreuungs-, Erziehungs- und Bildungsauftrag haben. Nur kostenfreies Essen und kostenfreie Milch anzubieten, ist aus unserer Sicht der falsche Ansatz.

(Zustimmung von Eva Feußner, CDU)

Hierzu liegt eine interessante Diskussion vor uns. Wir beantragen die Überweisung in die Ausschüsse für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten zur federführenden Beratung sowie in den Ausschuss für Bildung und Kultur zur Mitberatung. - Vielen Dank.

(Zustimmung bei der CDU)