Katrin Budde (SPD):

Vielen Dank, Frau Präsidentin. - Meine Damen und Herren! Ich habe Schulessen gehasst,

(Lachen bei der CDU)

und zwar vom ersten Tag in der Schule im Jahr 1971 bis zum letzten Tag im Jahr 1983 mit dem Abitur. Zu DDR-Zeiten war Schulessen nur eines: billig. Es war weder ausgewogen, noch gab es Obst oder Gemüse. Das hat sich in einem Apfel oder einer sauren Gurke erschöpft.

Insofern bin ich über jede Initiative froh, die es den Kindern erlaubt, heute anderes Schulessen zu sich zu nehmen und eine gesunde ausgewogene Ernährung in der Kita und in der Schule zu haben. Da ist in der Tat jede Initiative eine gute Idee und gut angelegtes Geld.

Hinsichtlich der Frage, ob es mit Ihrer Idee, das Schulobst- und -milchprogramm mit den Landesmitteln zusammenzuführen, gelingen kann, eine breit angelegte Initiative für Eigenversorgung zu organisieren und ob das Erfolg haben wird, bin ich allerdings etwas skeptisch.

(Zustimmung von Guido Heuer, CDU)

Erstens wird das Geld dafür nicht reichen. Es ist auf zwei Jahre angelegt.

(Zustimmung von Guido Heuer, CDU)

Und wenn man ein solches Ziel verfolgt, dann ist das Ganze nur sinnvoll, wenn man so etwas nicht nur zwei Jahre lang an Schulen macht, sondern wenn es richtig institutionalisiert wird. Das heißt, wenn wir alle der Auffassung sind, dass das sinnvoll ist, dann muss man sich bei den nächsten Haushaltsberatungen überlegen, ob man Geld zur Verfügung stellt, um ein Anreizsystem zu schaffen, dass Schulen solche Eigenversorgung einrichten.

Ich halte viel von regionaler Versorgung. Und ich halte auch viel davon, die Wertschöpfung dadurch zu erhöhen, dass man das Essen selber kocht. Aber ich glaube, dass das ein Ideal bleiben wird, das man nicht an allen Schulen umsetzen kann. Das ist zumindest mein jetziger Eindruck. Ich befürchte, dass ich damit nicht weit weg von der Realität bin. Aus meiner Sicht müsste man zwei Dinge machen.

Erstens müsste man die Regelversorgung anders auslegen; denn auch zugeliefertes Essen kann gut sein. Es muss ja nicht über eine Entfernung von 100 km geliefert werden; es kann aus dem Umkreis von 20 km kommen und gut organisiert sein.

Zweitens gibt es gutes und schlechtes Essen. Selbst die Zulieferer haben in dem einen Bereich gutes Essen, in dem anderen Bereich schlechtes Essen, was offensichtlich dran liegt, dass unterschiedliche Köchinnen und Köche tätig sind. es liegt nicht nur an der Technik.

All das wird sicherlich nicht helfen, überall sofort schmackhaftes und regionales Essen auf den Tisch zu bringen. Aber die Idee, so etwas anzureizen und zu entwickeln ist gut. Letztendlich sind es aber die Schulträger, die den Betrieb bezahlen müssen und die darüber entscheiden müssen, ob sie das wollen, und die auch die Menschen anstellen, die die Arbeit machen. Insofern ist das - ich meine es wirklich nicht böse - einfach noch ein Stück zu kurz gedacht.

Ich glaube, dass diese Zusammenführung der beiden Programme, die nicht mehr notwendige Kofinanzierung und das Vorhaben, die nicht verwendeten Restmittel für das Programm zu nutzen und begleitende Maßnahmen anzustoßen, erst einmal eine gute Idee ist. Das ist besser, als einmal einen Schulmilchtag oder einen Obsttag an der Schule durchzuführen. Auch dann, wenn es jetzt nicht für alle reichen wird, halte ich das für eine sehr vernünftige Lösung.

Außerdem glaube ich, dass man dabei beachten muss, dass alles, was sozusagen regelhaft auf den Tisch kommt, wird ganz oft zur Normalität. Dann würden wir im Zweifel hinterher wieder darüber diskutieren, ob man nicht begleitende Maßnahmen machen kann, um das Essen oder die Herstellung und die Verarbeitung von Essen attraktiver zu machen.

Wir überweisen den Antrag gern in den Ausschuss und versuchen, mit Ihnen gemeinsam dem Ideal etwas näher zu kommen. Ich hoffe, dass wir im Laufe der Zeit gute Lösungen und Ideen finden, um unseren Kindern besseres Essen anzubieten.

(Beifall bei der SPD - Zustimmung von Guido Heuer, CDU, und von Tobias Rausch, AfD)