Jan Wenzel Schmidt (AfD):Sehr geehrte Frau Präsidentin! Werte Kollegen! Hohes Haus! Man merkt deutlich, dass der Bundestagswahlkampf ins Haus steht. Rege Betriebsamkeit herrscht nun in der Koalition. Aber auch DIE LINKE ist sich nicht zu fein, populistische Anträge, die Sie im Bundestag nicht durchbringen konnte, in der Wahlkampfphase auch in den Länderparlamenten zu stellen. Was Sie uns, der AfD, vorwerfen, betreiben Sie selbst ohne jedwede Scham.(Zustimmung bei der AfD und Widerspruch bei der LINKEN) Der vorliegende Antrag der Regierungsfraktionen schlägt dem Fass aber den Boden aus. Mit der Bitte, ja, fast schon mit einem schwächlichen Flehen, soll der Landtag an die Landesregierung herantreten. So liest es sich auch in anderen Anträgen des Plenums.Ich erinnere Sie an Folgendes: Der Landtag ist laut Artikel 41 Abs. 1 Satz 1 der Verfassung des Landes Sachsen-Anhalt die gewählte Vertretung des Volkes. Er bittet nicht, er fordert auf.(Zuruf von Birke Bull-Bischoff, DIE LINKE)Dieses Selbstverständnisses kann und muss sich jeder Abgeordnete, egal welcher Fraktion, bewusst sein.Zum Inhalt.(Lachen bei der LINKEN und bei den GRÜNEN)- Ja, der Inhalt kommt auch, keine Angst. - Zum Inhalt. Der Antrag beschäftigt sich mit dem Modellprojekt „Fachkraft in Kindertageseinrichtungen“ und er möchte dieses Ausbildungsmodell nunmehr zur allgemeinen Praxis werden lassen.Wir von der AfD finden es erst einmal grundsätzlich gut, dass Sie die Ausbildungsvergütung an die tarifrechtlichen Bestimmungen anlehnen wollen. Das macht die Ausbildung attraktiv und verschafft den Auszubildenden eine gewisse wirtschaftliche Sicherheit, auch wenn es sich dabei nicht um viel Geld handeln wird. Prekäre Beschäftigungsverhältnisse sind dabei zu vermeiden.Auch die Möglichkeit der weiteren Qualifizierung der Absolventen zum staatlich anerkannten Erzieher ist ein Anliegen, das die AfD durchaus teilt. Eine große Problemstellung ergibt sich aber dennoch.Vor der Novellierung des Kinderförderungsgesetzes, zu der Sie durch das Urteil des Landesverfassungsgerichts gezwungen worden sind, möchten Sie den Abschluss „Fachkraft für Kindertageseinrichtungen“ als geeignete pädagogische Fachkraft gemäß § 21 KiFöG anerkennen lassen. Sie schließen damit natürlich eine Lücke bei der Qualifizierung des Personals in den Kinderbetreuungseinrichtungen und sparen damit auch Kosten beim Personal. Aber die eine große Frage drängt sich naturgemäß auf: Inwieweit wird die Qualität der Kinderbetreuung sinken?Die Konstruktion des vorliegenden Modells können wir nachvollziehen. Wir behalten uns aber die Sorge vor, dass sich durch die Absenkung des Qualifizierungsniveaus bei pädagogischen Fachkräften die Betreuung unserer Kleinsten verschlechtert. Darum wird sich die AfD-Fraktion bei diesem Punkt der Stimme enthalten. - Danke.