Mario Lehmann (AfD):

Sehr geehrtes Hohes Haus! Sehr geehrte Präsidentin! Viel Zeit bleibt mir nicht mehr. Mein Vorredner war so in Gang, dass ich es nur noch kurz ergänzen möchte. Deshalb kommt es bei mir wie aus der Pistole geschossen zu der von Ihnen angeschobenen Debatte: „Sachsen-Anhalt sicherer machen. Ohne GRÜNE!“ - so müsste die Debatte heißen.

(Lebhafter Beifall bei der AfD)

Ich muss einmal zur Erinnerung einen kurzen geschichtlichen Exkurs einfügen. August Bebel und Wilhelm Liebknecht - das waren Linke - kämpften bereits zu Kaisers Zeiten für eine Liberalisierung des Waffenrechts, für eine sogenannte Volksbewaffnung nach Schweizer Vorbild. - Das möchte ich einmal in Erinnerung bringen.

In der Bundesrepublik Deutschland wurde das Waffenrecht 1972 erstmals bundesweit einheitlich geregelt. 30 Jahre später entwickelte sich das Ganze mit der Neufassung des Waffenrechts zu einer sogenannten Lachnummer, wie es selbst die Gewerkschaft der Polizei damals titulierte.

Was wir erreicht haben, ist eine Bürokratisierung, eine Schikanierung und eine Allmachtskontrolle der Behörden über den kleinen Besitzer legalen Waffen, nichts anderes.

Völlig außer Acht gelassen sind illegale Waffenbesitzer. Die kann man leider nur kontrollieren, wenn man sicher Grenzen hat. Was hier so alles hereingebracht wird an Kalaschnikows, Makarows und weiß der Kuckuck was.

Die GRÜNEN hauen hier in der Debatte mit Zahlen um sich, dass einem nur schwindlig wird und man sich hinsetzen muss.

(Sebastian Striegel, GRÜNE: Schade!)

Wo kommen denn Ihre Zahlen her? Was ist denn gestiegen? Verstöße mit Pfefferspray oder mit dem Teleskopschlagstock oder mit dem Küchenmesser oder mit dem Hirschfänger, den ich als Schüler und Jungpionier noch frei tragen durfte?

Heute begeht der Pfadfinder mit einem Hirschfänger eine Straftat, weil das Ding mehr als 12 cm Klingenlänge hat.

Jede Küchenhausfrau, die außerhalb ihrer Küche ein Kochstudie aufmacht oder einen Kuchen bäckt, steht demnach waffenrechtlich nach Ihrer Auslegung wahrscheinlich mit einem Bein im Knast.

(Beifall bei der AfD)

Hier müsste man einmal schauen, weil Sie wahrscheinlich auch noch den Esslöffel und die Kuchengabel mit in das Waffenrecht aufnehmen wollen. Das ist wahrscheinlich eine Frage der Zeit. Dann machen Sie das auch noch. Bei Einsätzen von Messern fallen mir aber übrigens ganz andere Leute als Zielgruppe ein und nicht die, die Sie hier ausgesucht haben.

Da fallen mir zum Beispiel Messerangriffe von unseren sogenannten Importschlitzer-Fachkräften ein, die seit zwei Jahren Deutschland überfluten. Da sollte man mal hinschauen. Die schaffen es ja beinahe im Tagesrhythmus in die deutschen Medien, Messerübergriff hier, Messerübergriff da, Messeranwendungen hier und dort, von Nord bis Süd in dieser Republik. Da entrüstet sich kein Mensch.

(Zuruf von der AfD: Doch, wir!)

Es ist auch logisch, dass die Zahlen steigen. Wenn ich immer waffenrechtlich alles immer mehr straffe, dann steigt auch die Zahl der Verstöße. Das ist genauso wie das Beispiel Sangerhausen. Wenn ich in der Innenstadt nur 10 km/h fahren darf, dann steigt dort bei Blitzerkontrollen auch die Zahl der Verstöße im Verkehrsrecht. Dann kann ich sagen, ab 25 km/h gibt es in Sangerhausen nur Raser.

(Beifall bei der AfD)

Und genauso sieht es im Waffenrecht aus. Jetzt beantworten Sie sich einmal selbst die Frage, warum das Pfefferspray mittlerweile im Drogeriemarkt als Verkaufsschlager gilt, gleich neben den Kosmetikartikeln für Frauen. Das wird verkauft wie warme Semmeln. Warum wohl? - Weil die Bürger ihre Sicherheit selbst in die Hand und nicht mehr auf den 30 km entfernt parkenden Funkwagen warten. So einfach ist das. Das muss man auch einmal mit Verständnis betrachten.

Gehen Sie mal raus und gehen ins wahre Leben. Hier draußen gibt es einen Jagdausstatter. Der fängt mit „F“ an und hört „rankonia“ auf. Fragen Sie dort einmal das Personal, an wen die Leute Pfefferspray und solche Sachen nach kleinem Waffenschein verkaufen. Da kriegen Sie zur Antwort: Unsere Käufergruppe sind mittlerweile verstörte, überfallene weibliche Opfer, die einen Pfifferling auf das entschwundene Gewaltmonopol des Staates geben und sich vom Staat im Stich gelassen fühlen. Das ist die Käufergruppe.

Deshalb lassen Sie Ihre Scheindebattenzahlen mit Reichsbürgern und weiß der Kuckuck was. Kümmern Sie sich um illegale Waffen im Land und nicht um legal registrierte Waffenbesitzer und nehmen Sie sie als Feindbild und Zielgruppe aus.

(Beifall bei der AfD)

Der Sportschütze, der sich heute noch eine Waffe leisten will und immer mehr vergrault wird, weil die Hürden immer höher werden, der geht schon jetzt an die Grenze des Zumutbaren und macht sich zu einem behördlich gläsernen Menschen, der sich von der Behörde von Kopf bis Fuß durchleuchten lässt, sich als Mitglied an einen Verein bindet, der im Lande Schützenverein    


Präsidentin Gabriele Brakebusch:

Herr Lehmann, ich muss Sie darauf hinweisen, dass Ihre Redezeit abgelaufen ist.


Mario Lehmann (AfD):

- Ja, Ja. Der sich an den Landesschützenverband gliedert und einen Haufen Behördenwege in Kauf nimmt, von der Voreintragung in die WBK und der Sachkundeprüfung bis hin zu den sinnlosen Regelungen der EU-Richtlinie zur Ausstattung von Waffenschränken.


Präsidentin Gabriele Brakebusch:

Beenden Sie bitte den Satz. Und dann    


Mario Lehmann (AfD):

Ja. Demzufolge kann ich sagen, Ihre Debatte ist waffenrechtlich gesehen wirklich ein Schuss in den Ofen. Der Schütze würde sagen, Sie haben da eine Fahrkarte geschossen.

(Beifall bei der AfD)