Frage 11
Lehrermangel am Geschwister-Scholl-Gymnasium der Hansestadt Gardelegen


Sie wird durch Herrn Abg. Andreas Höppner von der Fraktion DIE LINKE gestellt. - Sie haben das Wort.


Andreas Höppner (DIE LINKE):

Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Derzeit wird besorgt unter Eltern und Schülern des Geschwister-Scholl-Gymnasiums der Hansestadt Gardelegen über eine nicht ausreichende Unterrichtsversorgung diskutiert. Schon jetzt sind Pläne der Schulleitung bekannt, aufgrund von Lehrermangel die Stunden in Musik, Kunst und Religion zu reduzieren.

Nach derzeitigem Stand ist zu befürchten, dass als zweite Fremdsprache nur Russisch angeboten werden kann, weil kein Lehrpersonal für Französisch und Spanisch zur Verfügung steht. Bei vielen Schülerinnen und Schülern besteht aber eben jener Wunsch, Französisch bzw. Spanisch als zweite Fremdsprache zu erlernen und nicht Russisch. Durch die Einschränkung in der Wahl der zweiten Fremdsprache wären die Schülerinnen und Schüler stark benachteiligt.

Ich frage die Landesregierung:

1.    Können bzw. werden Schülerinnen und Schüler am Gymnasium Gardelegen aktuell bzw. zukünftig aufgrund von Lehrkräftemangel in den Bereichen Französisch und Spanisch, dazu gezwungen, nur Russisch als zweite Fremdsprache zu erlernen?

2.    Welche Maßnahmen werden kurzfristig, aktuell und in Zukunft getroffen, um die desolate Versorgung mit Lehrpersonal, insbesondere im Bereich der zweiten Fremdsprache Spanisch und Französisch am Gymnasium Gardelegen zu beenden, damit eine Benachteiligung der Schülerinnen und Schüler abgewendet wird?


Präsidentin Gabriele Brakebusch:

Vielen Dank, Herr Höppner. - Die Antwort erfolgt durch den Minister für Bildung Herrn Marco Tullner. Bitte.


Marco Tullner (Minister für Bildung):

Frau Präsidentin! Ich beantworte die Fragen des Herrn Abg. Höppner von der Fraktion DIE LINKE namens der Landesregierung wie folgt.

Zu Frage 1: Für das Geschwister-Scholl-Gymnasium Gardelegen wurden in den letzten beiden Jahren mehrfach Stellen für die Fächer Französisch bzw. Spanisch ausgeschrieben. In den Jahren 2015 und 2016 wurde jeweils eine Lehrkraft mit einer Qualifikation für diese Fächer eingestellt. Gleichzeitig schieden drei Kollegen mit einer Qualifikation für das Fach Französisch aus dem Dienst aus. Eine von den beiden verbliebenen Lehrkräften ist seit April 2017 in Elternzeit, voraussichtlich bis August 2018.

In der aktuellen Ausschreibung ist erneut eine Stelle mit der Fächerkombination Französisch oder Spanisch beliebig berücksichtigt und sogar für den Seiteneinstieg geöffnet.

Das Landesschulamt wurde darauf hingewiesen, dass diesem Problem besondere Aufmerksamkeit zu widmen ist.

Zu Frage 2: Zum 2. Mai 2017 - das war am Dienstag - erfolgte eine befristete Einstellung einer Seiteneinsteigerin. Diese hat die Möglichkeit, sich auf die oben genannte ausgeschriebene Stelle zu bewerben. Der zuständige Referent im Landesschulamt ist in engem Kontakt mit der Schule, um die Unterrichtsangebote im folgenden Schuljahr sicherzustellen.


Präsidentin Gabriele Brakebusch:

Vielen Dank, Herr Minister. - Damit ist die Fragestunde beendet.