Marco Tullner (Minister für Bildung):

Frau Präsidentin, vielen Dank. - Meine Damen und Herren! Jetzt sehe ich ausdrücklich einmal den hochverehrten Kollegen Sportminister an - wenn er einmal kurz hochschaut, lieber Herr Kollege Stahlknecht. Ich wollte jetzt mit dem markigen Satz beginnen: Sachsen-Anhalt ist ein Land des Sports.

(Minister Holger Stahlknecht: Dem stimme ich zu!)

Diesen Satz traue ich mich natürlich nicht zu sagen, ohne den dafür federführend zuständigen Minister anzusehen, weil sozusagen das Ressortprinzip in der Landesregierung gilt. Ich möchte mich aber trotzdem gern diesem Diktum fügen und meinen Beitrag dazu leisten.

In das Thema hat Kollege Lippmann, auch wenn er zwischenzeitlich bei anderen Schulen war, mit dem Antrag eingeführt, der da heißt: Eliteschulen des Sports in Magdeburg und Halle weiterentwickeln. Dass wir in Sachsen-Anhalt über eine reichhaltige Sporttradition verfügen und - auch aus DDR-Zeiten herrührend - sehr stolz sein können auf viele Leistungen, Rekorde und Medaillen, das sei noch einmal kurz erwähnt.

Ich möchte auch sagen, bei allen Diskussionen, die wir gerade nach der Wende geführt haben, dass bei uns das Thema Doping federführend gewesen sei, wissen wir, dass es vielleicht hier und da ein Thema gewesen ist, aber dass es eben vor allen Dingen durch sehr viel Fleiß und durch sehr viele systematische Förderung begründet war, das haben wir, glaube ich, nicht erst in diesen Tagen zur Kenntnis nehmen dürfen, in denen es jetzt wieder neue Erkenntnisse gibt, dass auch im freiheitlichen Teil unseres Vaterlandes solche Praktiken durchaus an der Tagesordnung waren.

Aber ich will mich jetzt nicht in fachfremden Diskussionen ergehen, sondern nur zwei Dinge sagen. Lieber Kollege Lippmann, ich sage es einmal freundlich: Es hätte dieses Antrags nicht bedurft, aber er schadet auch nicht. Warum das so ist, möchte ich Ihnen gleich kundtun.

Sport und Sportschulen haben am Ende auch das Ziel, Erfolge zu organisieren. Ich teile mit Ihnen ausdrücklich die Erkenntnis, dass die Ergebnisse von Rio optimierbar und optimierungsfähig sind. Dafür müssen wir vieles tun. Bereits wenige Monate nach Rio hat der Kollege Sportminister dazu Gremien einberufen, nämlich eine gemeinsame Arbeitsgruppe, in der wir als Schule unter dem ausdrücklichen Diktum mitmachen, unseren Beitrag dazu zu leisten, Verbesserungen herbeizuführen, erfolgreicher zu sein, mehr Medaillen und Titel zu gewinnen. Das haben wir als Ziel definiert. Dazu kann und muss Schule über die Sportschulen viel beitragen.

Ich entsinne mich - ich will Ihnen Details ersparen -, dass ich familiär an der schulischen Entwicklung von Franziska van Almsick mittelbar beteiligt war. Da habe ich erfahren, wie das damals organisiert war und wie schwierig es am Ende war, Leistungssport mit Schule - damals beim TSC in Berlin - zu vereinen. Deshalb sind wir dabei, dies zu tun.

Diese Arbeitsgruppe tagt und wird demnächst auch Ergebnisse bringen. Ich denke, wir sollten durchaus grundsätzlicher als in Ihrem Antrag formuliert, an bestimmte Strukturen herangehen, wenn das Ziel sein soll, dass wir sportliche Erfolge haben. Das, meine Damen und Herren, ist die Grundfrage, die zunächst zu beantworten ist.

Ich greife dem nicht vor. Ich vermute, der Kollege Sportminister wird sowohl im Innen- oder im Sportausschuss, wie er dann heißt, wie auch ich im Bildungsausschuss die Ergebnisse vortragen, sofern sie das Licht der Öffentlichkeit erblicken können. Ansonsten freue ich mich gemäß der herzlichen Bitte des Kollegen Lippmann auf die intensiven Beratungen in den Ausschüssen und freue mich jetzt auf eine lebhafte Debatte. Ich sehe, dass der eine oder andere doch noch von seinem Handy aufschaut. - Vielen Dank.