Wolfgang Aldag (GRÜNE):

Was ist denn?

(Zuruf von der AfD: Wortwitz!)

- Wortwitz, dass ich, mit meinem Namen, das mache. Das habe ich mir beim letzten Mal schon gedacht.

Ja, vielen Dank, Frau Präsidentin. - Meine Damen und Herren! Und täglich grüßt das Murmeltier, nein, in diesem Fall ist es der Wolf. Auch mir ist es nicht entgangen. Ich war im letzten Monat natürlich auch hier vor Ort.

Genau vor einem Monat haben wir uns hier in einer Aktuellen Debatte zum Wolf lange und ausführlich und, wie ich damals lobte, sachlich und unaufgeregt mit dem Thema Wolf beschäftigt. Das hat heute leider nicht mehr stattgefunden. Das finde ich sehr schade. Ihr Antrag trägt großen Anteil daran, dass es heute sehr emotional war. Ich glaube, das wird dem Thema nicht gerecht, und das wollen die Menschen draußen auch nicht hören, dass wir uns hier anschreien,

(Daniel Roi, AfD: Sind Sie wach geworden!)

bei einem solch wichtigen Thema.

Alle Fraktionen haben ihre Standpunkte schon damals ausführlich dargelegt. Ich habe in meiner Rede zusammengefasst, dass wir uns in den wesentlichen Punkten eigentlich alle einig sind, und ich wiederhole das hier gern noch einmal. Wir waren uns alle darin einig und sind es auch noch, dass die Rückkehr des Wolfes gesellschaftlich gewollt ist und dass der Wolf in unsere Wälder gehört. Wir sind uns auch darin einig, dass uns diese Rückkehr vor Herausforderungen stellt, denen wir gerecht werden müssen.

Die Ministerin hat damals in ihrer Rede ausführlich und, wie ich meine, überzeugend dargelegt, wie sie diese Herausforderungen anpacken möchte. Heute hat sie dies noch einmal ausdrücklich wiederholt.

Beraten, schützen, entschädigen, so der Dreiklang, hinter dem umfangreiche Maßnahmen stehen, die auf einem umfangreichen Wolfsmonitoring basieren, in der überarbeiteten Leitlinie Wolf verankert sind und mit der Aufnahme der Arbeit im Wolfskompetenzzentrum umgesetzt werden.

Man kann deutlich erkennen, dass das Ministerium und die Ministerin die Diskussion in der Bevölkerung aufgreift, die Sorgen ernst nimmt und umgehend handelt.

Meine Damen und Herren! Für mich hätte es diesen Antrag, ehrlich gesagt, nicht gebraucht. Alles, was bereits klar ist, wird hierin nochmals bekräftigt und soll nun geschlossen werden. Gut, das kann man machen.

Wir meinen, wenn zu einem Thema schon alles gesagt ist, und man nun meint, mit einem Antrag glaubhaft das bereits stattfindende Handeln unterstreichen zu möchten, dann sollte das so, wie in unserem Alternativantrag formuliert, kurz und prägnant erfolgen, und fertig.

Wir brauchen keine Stimmungsmache und keinen blinden Aktionismus, den Sie gerade in der letzten Debatte im vergangenen Monat der CDU unterstellt haben. Was wir brauchen, das ist nach wie vor ein ruhiger und sachlicher Ton bei diesem Thema.

Unser Alternativantrag und das Handeln des Ministeriums bringen uns sicher weiter. Deswegen bitte ich Sie um Zustimmung zum Alternativantrag der Fraktionen von CDU, SPD und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN.

Wenn ich durch diesen Antrag schon die Möglichkeit habe, dann möchte ich die erneute Debatte jedoch dafür nutzen, alle Abgeordneten dazu zu ermuntern, die Aktivitäten des Ministeriums aktiv in die Wahlkreise zu tragen. Es ist in unser aller Interesse, dass die Menschen mitbekommen, dass gehandelt wird;

(Zustimmung bei den GRÜNEN)

denn viel wichtiger als dieser Antrag ist meines Erachtens das aktive Handeln vor Ort, das Handeln durch uns, das Handeln durch das Land. Darauf sollten wir uns konzentrieren. - Vielen Dank.

(Beifall bei den GRÜNEN)


Präsidentin Gabriele Brakebusch:

Vielen Dank, Herr Aldag. Es gibt noch eine Anfrage. Bleiben Sie gleich hier vorn, wenn Sie sie beantworten möchten.


Wolfgang Aldag (GRÜNE):

Schauen wir einmal.


Präsidentin Gabriele Brakebusch:

Herr Loth.


Hannes Loth (AfD):

Sehr geehrter Herr Aldag! Sie haben gesagt, dass bereits viele Handlungen stattfinden usw. Dann frage ich doch einmal, seit wie vielen Jahren die Leitlinie Wolf in Bearbeitung ist, zum Beispiel, und welche Beschlüsse wir seit dem letzten Plenum hier gefasst haben, die uns vorwärts bringen könnten.


Wolfgang Aldag (GRÜNE):

Mir ist relativ Wurst, wie lange sie schon in Bearbeitung ist.

(Zustimmung von Sebastian Striegel, GRÜNE)

Sie wird gerade überarbeitet. Sie ist in der Röhre und wird, glaube ich, gerade von den Verbänden geprüft. Dann ist sie auf dem Markt. Dann kann man danach handeln. Fertig.

(Beifall bei den GRÜNEN - Hannes Loth, AfD: Ich sage es Ihnen: seit neun Jahren! Seit neun Jahren handeln wir schon!)

- Herr Loth, es ist doch egal, wie lange diese Leitlinie Wolf schon in Arbeit ist.

(Lydia Funke, AfD: Nein! Es ist nicht egal! - Andere Poggenburg, AfD: Eben nicht!)

Sie wird bearbeitet und es wird danach gehandelt. Fertig.

(Lydia Funke, AfD: Neun Jahre ist der Managementplan alt!)