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Freitag, 06.12.2019

3 Termine gefunden

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10:00 Uhr Datum: 06.12.2019

Ausschuss für Bildung und Kultur

42. Sitzung
Landtag von Sachsen-Anhalt, Landtagsgebäude, Domplatz 6-9, 39104 Magdeburg

bil042e7.pdf (PDF, 485 KByte)


10:00 Uhr Datum: 06.12.2019

Ausschuss für Recht, Verfassung und Gleichstellung

35. Sitzung
Landtag von Sachsen-Anhalt, Landtagsgebäude, Domplatz 6-9, 39104 Magdeburg

rev035e7.pdf (PDF, 475 KByte)


13:00 Uhr Datum: 06.12.2019

Stollen-Aktion mit Landtagspräsidentin Brakebusch in den Oschersleber Altenheimen

39387 Oschersleben (Bode), Puschkinstraße 34, Pflegeheim des Deutschen Roten Kreuzes

Plenarsitzung

„Gemeinsam für den Frieden in Europa“

Der Landesverband Sachsen-Anhalt des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. veranstaltete am Mittwoch, 13. November 2019, anlässlich der Gründung des Vereins vor 100 Jahren einen Festakt in der Staatskanzlei in Magdeburg. Den Gästen, zum einen aus dem Bereich der Mitglieder und Förderer des Volksbundes als auch Partnerorganisationen, zum anderen Unterstützer aus Politik und Gesellschaft, bot der Volksbund hier Einblicke in die Arbeit des Vereins und bedankte sich auf diese Weise für die vielseitige und treue Unterstützung. Es sprachen der Landesvorsitzende Dieter Steinecke, die Schirmherrin des Volksbunds in Sachsen-Anhalt, Landtagspräsidentin Gabriele Brakebusch, und Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff.

Der Festsaal in der Magdeburger Staatskanzlei war voll, die Festredner des Lobes voll für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Foto: Stefan Müller

„Mut für Verantwortung und Frieden“

Eigentlich sei der 100. Geburtstag des Volksbunds gar kein Grund zum Feiern, sagte Dieter Steinecke, denn seine Gründung sei mit dem Ersten Weltkrieg einer großen Niederlage für Menschlichkeit und Frieden vorausgegangen. Mit dem vom Volksbund eingeführten Volkstrauertag habe man versucht, Leid zu lindern, Wunden zu heilen, die Abkehr vom Hass und die Hinkehr zur Liebe zu feiern. Es müsse Schluss damit sein, das Gestrige ewigmachen zu wollen, so Steinecke. Das Erbe der Vergangenheit sei nicht zu ignorieren. Noch immer fragten Angehörige nach im Krieg Vermissten oder Gefallenen.

Es müsse gelingen, ein menschliches und menschenwürdiges Leben zu gestalten, so Steinecke, mit den beiden Weltkriegen habe die Menschheit den Boden unter den Füßen verloren – das dürfe nie wieder geschehen. Um dieses Ziel zu erreichen, führe der Volksbund jährlich über 20 000 Jugendliche bei internationalen Begegnungen an den Kriegsgräberstätten zusammen. Steinecke forderte von den Menschen Mut ein: Mut, auf andere zuzugehen, Mut für Verantwortung, Mut zum Frieden.

Der Vorsitzende des Landesverbands Sachsen-Anhalts des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge Dieter Steinecke bei seiner einleitenden Rede. Foto: Stefan Müller

Wechselvolle Geschichte des Volksbunds

Es sei gut zu wissen, dass es Menschen gebe, die sich mit dem Thema aktiv auseinandersetzten, denn dies sei auch nach 100 Jahren noch sehr wichtig, lobte Landtagspräsidentin Gabriele Brakebusch die Arbeit des Volksbunds. Die Mitglieder des Vereins leisteten einen großen Dienst, indem sie den Gefallenen die Identität wiedergäben und den Hinterbliebenen die Möglichkeit einräumten, an den Grabstätten um Männer, Väter, Söhne, Brüder und Freunde zu trauern. Der Landesverband Sachsen-Anhalt des Volksbunds konnte erst nach der Wiedervereinigung im Jahr 1991 gegründet werden. Er ist an den Aktionen der bundesweiten Vereins beteiligt, unter anderem auch bei der Betreuung gefallener deutscher Soldaten im Ausland, sagte Bakebusch. 

Der Volksbund stelle stets die Fragen: „Was bedeutet uns der Frieden? Wie können wir ihn erhalten?“ Der Verein arbeite an einem friedlichen Europa – immer in dem Bewusstsein der historischen Schuld. Brakebusch dankte dem Landesverband und den vielen jungen Leuten, die sich hier und im Ausland engagierten: „Wir erinnern und gedenken, weil wir nicht vergessen dürfen.“

Landtagspräsidentin Gabriele Brakebusch sprach beim Festakt zu 100 Jahre Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Foto: Stefan Müller

„Stehen in besonderer Verantwortung“

„Wenn wir diese Gräberstätten nicht hätten, dann wäre vieles, was der jungen Generation über Krieg und Tod zu vermitteln wäre, nur über Schulbücher zu verdeutlichen“, konstatierte Reiner Haseloff. Die Gräber allerdings holten die Geschichte in die Realität zurück. Die Gräber von 17-, 18-, 24-jährigen Gefallenen machten den Jugendlichen den Wert des Lebens bewusst. „Gerade vor dem Hintergrund der terroristischen Ereignisse im Oktober 2019 in Sachsen-Anhalt stehen wir als Politikerinnen und Politiker in der besonderen Verantwortung, dafür zu sorgen, dass in den Parlamenten immer eine deutliche Mehrheit vorhanden ist, die auf den Grundfesten der Demokratie steht“, betonte der Ministerpräsident

Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff sprach beim Festakt zu 100 Jahre Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Foto: Stefan Müller

Hintergrund: Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge

Der Verein ist seit seiner Gründung 1919, eine der ältesten Bürgerinitiativen unseres Landes. Sein Scheitern 1933, die Wiederbegründung 1946, der Neubeginn der Arbeit in den neuen Bundesländern 1990 – alle diese Daten machen deutlich, dass die Geschichte des Volksbundes auf das Engste mit der demokratischen Verfassungsgeschichte unseres Landes und seiner freiheitlichen Grundordnung verbunden ist. Der Volksbund bewahrt mit seinem vielfältigen Engagement einen wichtigen Anteil der politischen Kultur unseres Gemeinwesens.

Zwei große Aufgaben bestimmen die Arbeit des Volksbundes: die Sorge um die Gräber der Kriegstoten und das Weitertragen des Friedens- und Verständigungsgedankens in die nächste Generation durch Jugend- und Schularbeit. Die Sorge um die Kriegstoten ist eine zutiefst humanitäre Aufgabe. Kriegstote sind immer Opfer entfesselter Gewalt oder einer aus den Fugen geratenen Politik. Sie mahnen die Völker zum Frieden. Ihre Gräberfelder sind aufgeschlagene Geschichtsbücher. Aus der Vergangenheit für die Zukunft lernen, heißt das Leitthema der Vereinsarbeit. Es schlägt sich nieder in Öffentlichkeitsarbeit, Mitgliederwerbung, vor allem aber in der Jugendarbeit.

Wer sich nicht erinnern kann, wohin Hass, Gewalt und Krieg die Menschheit letztlich führen, wird auch nicht wissen, wann und wie er Anfängen einer Entwicklung wehren muss, die nie wieder eintreten darf. Nur durch Erinnern, Gedenken und Nachdenken wird Geschichte erfahrbar und bildet so eine Grundlage für eine friedlichere Zukunft. Das ist die Mahnung, die von den Kriegsgräbern ausgeht.