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Donnerstag, 13.08.2020

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Plenarsitzung

Gedenken an ein misslungenes Attentat

Sie wollten Hitler töten und den Zweiten Weltkrieg beenden: Mit einer Bombe versuchte eine Gruppe um Claus Schenk Graf von Stauffenberg am 20. Juli 1944, Hitler auszuschalten. Ihr Umsturzversuch endete noch in der Nacht mit ihrer Hinrichtung im Berliner Bendlerblock. Das zentrale Gedenken in Sachsen-Anhalt, an dem neben Vertreter/innen der Stadt, der Bundeswehr und der Landesregierung auch Landtagspräsidentin Gabriele Brakebusch teilnahm, fand am Montag, 20. Juli 2020, an der Gedenkstele für den in Magdeburg geborenen Henning von Tresckow im Nordpark der Landeshauptstadt statt. Von Tresckow hatte maßgeblich zum Verschwörerkreis gehört und beging nach dem misslungenen Attentat und der Zerschlagung des Kreises am Folgetag Selbstmord an der Front im Osten.

Landtagspräsidentin Gabriele Brakebusch (l.) während der Kranzniederlegung und des stillen Gedenkens am Magdeburger Nordpark. Foto: Stefan Müller

Landtagspräsidentin gedenkt der Opfer

„76 Jahre nach dem gescheiterten Anschlag der Widerstandsgruppe um Claus Schenk Graf von Stauffenberg am 20. Juli 1944 gedenken wir der Frauen und Männer, welche nicht wegschauten, als es viele andere taten“, erklärte Landtagspräsidentin Gabriele Brakebusch. „Wir gedenken derer, welche Verantwortung für ihr Land übernahmen, als Gewalt, Terror und Mord regierten. Mit größter Hochachtung gedenken wir der Menschen, welche bereit waren, das größte Opfer, ihr eigenes Leben, zu bringen, um sich gegen ein unmenschliches System zu stellen.“

Eine Bombe, die ihr Ziel verfehlte

Das Attentat und der anschließende politische Umsturz waren von langer Hand geplant: von einer Gruppe ziviler und militärischer Oppositioneller, unter ihnen Generäle, Offiziere sowie Verwaltungsbeamte. Als am 20. Juli 1944 in der Wolfsschanze, Hitlers Führerhauptquartier, die Bombe hochgeht, sterben vier der 24 Anwesenden, Hitler selbst überlebt leichtverletzt.

Treibende Kraft der Widerstandsgruppe des 20. Juli war Claus Schenk Graf von Stauffenberg, Offizier der deutschen Wehrmacht. Stauffenberg war zunächst kein ausgesprochener Gegner des NS-Regimes. Doch sehr bald gehörte er zu den Kritikern Hitlers. Unter dem Eindruck der Massenmorde an Juden, der hohen Verluste der Wehrmacht in Russland und der brutalen Behandlung der Zivilbevölkerung in den besetzten Gebieten wollte er zum Umsturz beitragen.

Hitler sollte getötet werden, die Verschwörer wollten die militärische Befehlsgewalt und die Regierungsverantwortung übernehmen. Für die Zeit danach existierte das „Unternehmen „Walküre“, mit dem man die Kontrolle über das Land und die besetzten Gebiete vom NS-Regime übernehmen wollte.

Die blutigen Folgen des Attentats

Das Attentat am 20. Juli 1944 schlug fehl. Noch in derselben Nacht wurden von Stauffenberg und weitere Hauptverantwortliche des Attentats im Hof des Bendlerblocks, der Berliner Zentrale des Umsturzversuches, erschossen. In den Tagen nach dem Attentatsversuch nahm die Gestapo Tausende von Regimegegnern fest. Anfang August begannen die Prozesse vor dem damaligen Volksgerichtshof, die bis zum Zusammenbruch des NS-Regimes im Mai 1945 andauerten. Hunderte wurden hingerichtet.

Die Zahl der Menschenleben, die durch dieses Attentat in dem noch verbleibenden Kriegsjahr hätten gerettet werden können, macht die Tragweite des Misslingens besonders bewusst: Denn nach dem 20. Juli 1944 bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs starben fast ebenso viele Menschen wie in den ganzen Kriegsjahren zuvor.

Quelle: Bundeszentrale für politische Bildung (Link)