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Plenarsitzung

Für sichere und natürliche Geburten

Auf Antrag der Fraktionen von CDU, SPD und GRÜNEN wird die Landesregierung gebeten, die Akademisierung des Hebammenberufs sicherzustellen. Ab Herbst 2020 soll es mindestens 20 Studienplätze im Land geben.

Hebamme spricht mit Schwangerer, die auf einer Couch liegt.
Ab Herbst 2020 soll es mindestens 20 Studienplätze für Hebammen im Land geben. Foto: Kzenon/fotolia.com

Natürliche Geburten sind Teil der Daseinsfürsorge

In erster Linie sollten Hebammen für die Geburtshilfe zuständig sein und nicht Ärzte, unterstrich Cornelia Lüddemann (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN). Durch die Akademisierung des Hebammenberufs könne der Dialog zwischen Medizinern und Hebammen zukünftig auf Augenhöhe stattfinden.

Zudem werden vermutlich wieder mehr natürliche Geburten stattfinden und Interventionen auf ein Minimum beschränkt. Allein in kommunalen Krankenhäusern würden demnächst mindestens 60 Hebammen benötigt, so Lüddemann. „Wenn wir den Schwangeren nicht garantieren können, dass sie bedarfsgerecht begleitet werden, haben wir bei der Daseinsvorsorge versagt.“ 

Zunächst muss die Bundesebene liefern

Ohne die Novellierung des Hebammengesetzes auf Bundesebene gehe auf Länderebene nichts. Das Bundesministerium hätte mitgeteilt, bis Anfang 2020 so weit zu sein, berichtete Arbeits- und Sozialministerin Petra Grimm-Benne (SPD). Alle Vorbereitungen, die heute schon getroffen werden könnten, würden dennoch getätigt. Bisher sei ein Start des Studiengangs zum Wintersemester 2020/21 mit 20 Studierenden in Halle (Saale) geplant. Wichtig sei zudem, dass bis dahin begonnene Ausbildungen problemlos in die Akademisierung überführt werden könnten.

Noch immer Probleme mit Berufshaftpflicht

Marcus Spiegelberg (AfD) erklärte, dass sich die Akademisierung sehr positiv auswirken könnte. Mit Blick auf die bereits jetzt fehlenden Fachkräfte müssten jedoch deutlich mehr Hebammen ein Studium beginnen. Außerdem sollten sich die Bezahlung verbessern und die bestehenden Probleme bei der Berufshaftpflicht gelöst werden.

Leider sei auf Bundesebene noch keine Lösung für das Problem mit der gestiegenen Berufshaftpflicht gefunden worden, bestätigte Tobias Krull (CDU). Mit dem vorliegenden Antrag sollen die entsprechenden Rahmenbedingungen geschaffen werden, um die Akademisierung des Berufs einzuleiten. Der deutsche Hebammenverband habe sich ebenfalls für die Akademisierung ausgesprochen.

Dualer Studiengang ist finanziell attraktiver

Hendrik Lange (DIE LINKE) kritisierte, bis heute sei nicht klar, wie die Ausbildung der Hebammen im Land strukturiert werden soll. Es fehle ein Curriculum, die Immatrikulation müsse vorbereitet und die Veränderungen kommuniziert werden. Außerdem schlägt seine Fraktion in ihrem Änderungsantrag die Einführung eines dualen Studiengangs vor, um auch zukünftig ein Ausbildungsentgelt zahlen zu können, so Lange. Darüber hinaus könne das Gesundheitswesen zukünftig nur funktionieren, wenn Ärzte bereit seien, Aufgaben abzugeben.

Dr. Katja Pähle (SPD) betonte, der Studiengang in Halle setze vor allem auf ein „evidenzbasiertes Studium“, in dessen Folge eine Qualitätssteigerung zu erwarten sei. Zwar seien noch nicht alle Fragen beantwortet und manche Hinweise und Einwände berechtigt, jetzt gehe es jedoch erstmal um ein Startsignal, so die SPD-Abgeordnete.

Am Ende der Debatte wurde der Antrag der Koalitionsfraktionen von CDU, SPD und Grünen angenommen, der Änderungsantrag der Fraktion DIE LINKE wurde abgelehnt.