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Dienstag, 22.10.2019

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11:30 Uhr Datum: 22.10.2019

Landtagspräsidentin Brakebusch hält Rede zum Trauerakt für den verstorbenen Landtagspräsidenten a. D. Herrn Prof. Dr. Adolf Spotka

Magdeburg, Domplatz 6-9, Landtagsgebäude, Plenarsaal

Plenarsitzung

Ein Vierteljahrhundert für Landessenioren

Die UN-Generalversammlung hatte vor drei Jahrzehnten den 1. Oktober zum Welttag der älteren Menschen erklärt, um auf die Herausforderungen einer immer älter werdenden Gesellschaft und die Situation älterer Menschen aufmerksam machen. Dieser Tag soll helfen, die Aufmerksamkeit der Menschen auf die Ziele des Internationalen Aktionsplans zur Frage des Alterns zu lenken. Vor allem sollen ältere Menschen die Möglichkeit bekommen, an den Entscheidungen, welche ihr Leben betreffen, voll beteiligt zu werden.

Dieser Tag war nun Anlass zum Feiern für die Landesseniorenvertretung Sachsen-Anhalt. Sie feiert dieser Tage nämlich ihr 25-jähriges Bestehen. Bei der Festveranstaltung im AMO Magdeburg am Dienstag, 1. Oktober 2019, waren Gäste aus Politik, Verwaltung, Organisationen und Verbänden sowie zahlreiche ehrenamtlich Tätige eingeladen. Besondere Gäste der Festveranstaltung waren Landtagspräsidentin Gabriele Brakebusch, Festrednerin Susi Möbbeck, Staatssekretärin im Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration, und Christian Hirte, Beauftragter der Bundesregierung für die neuen Länder. 

Brakebusch: „Lebenserfahrung ist ein hohes Gut“

Landtagspräsidentin Gabriele Brakebusch betonte: „Ein selbstbestimmtes Leben zu führen, am gesellschaftlichen Leben nach eigenen Wünschen und Vorstellungen teilzunehmen, aktiv und engagiert zu sein, sind auch im gereiften Alter selbstverständlich. Es zeichnet die jüngeren Generationen aus, respektvoll und anerkennend mit der reiferen Generation umzugehen. Denn Lebenserfahrung ist ein hohes und zu schätzendes Gut. Unser Bild des Alterns sollte sich weniger auf die Defizite konzentrieren, sondern mehr mit den Vorzügen beschäftigen.“ Ihren Redebeitrag schloss sie mit einem großen Dank an die Ehrenamtlichen und dem Versprechen, ihr eigenes (altenpolitisches) Engagement aufrechtzuerhalten.

Helga Engelke, Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft der Landesseniorenvertretungen sprach ein Grußwort, in dem sie darauf drängte, die Vereinbarkeit von Beruf und Ehrenamt zu verbessern und Altenpolitik nicht nur für alte Menschen zu gestalten, sondern vor allem mit ihnen gemeinsam. Die Vorsitzende der Landesseniorenvertretung Sachsen-Anhalt Angelika Zander lieferte einen emotionalen Rückblick über die Aktivitäten in den 25 Jahren, verbunden mit den Forderungen aus Sicht der Seniorenvertretungen des Landes für die älteren Bürgerinnen und Bürger.

„Herzen für Senioren“

Die Würdigung des Engagements mit „Herzen für Senioren“ von ehrenamtlichen und hauptamtlichen Personen verdient sowohl individuelle als auch öffentliche Anerkennung. Die Landesseniorenvertretung Sachsen-Anhalt würdigte nun zum ersten Mal dieses Engagement von Bürgerinnen und Bürgern im Rahmen der Festveranstaltung und setzt sich für dessen Anerkennung in der Öffentlichkeit ein. Dank und Anerkennung sollten nicht nur „post festum“ für zurückliegende Verdienste gelten, sondern auch der zukünftigen Motivation dienen.

Hintergrund: Die Landesseniorenvertretung

Die Landesseniorenvertretung Sachsen-Anhalt  wurde am 24. November 1994 auf Beschluss des Landtags von Sachsen-Anhalt etabliert. Schwerpunkt ihrer Arbeit ist es, die Interessen älterer Menschen gegenüber dem Landtag, der Regierung des Landes und den Kommunen zu vertreten sowie Unterstützung und Begleitung der Seniorenvertretungen in den Landkreisen und kreisfreien Städten bei deren Gründung und in ihrer laufenden Arbeit zu geben.

Die Situation der älteren Menschen ist heutzutage nicht mehr die, welche sie noch vor 100 Jahren war. Die medizinische Versorgung hat sich spürbar verbessert und Menschen über 70 Jahre sind gesünder und agiler als je zuvor. Die Erfahrung und die Gelassenheit, welche die ältere Generation ins Wirtschafts-, Kultur- und Sozialleben mitbringt, können ganz neue Impulse für die Zukunft liefern. Auch im hohen Alter selbstbestimmt zu leben und an der Gesellschaft teil zu haben sowie gute  Unterstützung bei Hilfe- und Pflegebedürftigkeit zu erhalten – das wünschen sich die meisten Menschen. Sie dabei zu unterstützen, ist zentrales Ziel der Seniorenpolitik und natürlich der Seniorenvertretungen in den Kommunen und des Landes. 

Mit den Forderungen der Seniorenvertretungen muss sich die Gesellschaft verstärkt auseinandersetzen und das Potenzial des langen Lebens nutzen. Das Alter verdient eine neue Betrachtung. Noch immer herrscht im Umgang mit dem Alter eine Fokussierung auf Fürsorge­ und Hilfebedürftigkeit vor – auch wenn diese in vielen Fällen gut gemeint und nötig ist. Es gilt, Bedingungen zu schaffen, die es älteren Menschen ermöglichen, ihr Leben so lange wie möglich aktiv und selbstbestimmt zu gestalten.  

Ziele und Aufgaben der Landesseniorenvertretung

  • in Würde und materieller Sicherheit leben
  • selbstbestimmt über ihr Leben entscheiden und am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können.
  • Einfluss auf Politik und Gesetzgebungsverfahren nehmen
  • die Seniorenbeiräte auf regionaler und örtlicher Ebene unterstützen
  • die Bildung weiterer Seniorenbeiräte und den Erfahrungsaustausch zwischen ihnen sowie von Selbsthilfeaktivitäten fördern
  • mit allen für die Seniorenpolitik auf Landesebene Verantwortlichen zu kooperieren
  • seniorenrelevante Informationen an Politik und Verwaltung zu vermitteln
  • gegenüber der Öffentlichkeit und in den Medien Stellung zu seniorenpolitischen Themen und Fragestellungen nehmen
  • Weiterbildungs- und Fortbildungsmöglichkeiten sowie Fachtagungen für Mitglieder der Seniorenbeiräte organisieren und durchführen
  • den Erfahrungsaustausch zwischen älteren Menschen und ihren Organisationen erleichtern
  • Aktivitäten, bürgerschaftliches Engagement sowie die dafür notwendigen Rahmenbedingungen fördern
  • Erstellung von Materialien über Aufgaben und Arbeitsmöglichkeiten von Seniorenvertretungen sowie Mustersatzungen, Geschäfts- und Wahlordnungen
  • Vermittlung von Referenten für Vortragsveranstaltungen, Podiumsdiskussionen
  • Förderung von Initiativen kommunaler Seniorenbeiräte
  • regelmäßige Information über Entwicklung im Bereich der Altenpolitik und über die eigenen Aktivitäten des Vereins durch Informationsbriefe und Mitteilungen