Dorothea Frederking (GRÜNE):

Vielen Dank, Herr Präsident. - Sehr geehrte Abgeordnete! Liebe Fraktion DIE LINKE! An unserem Änderungsantrag sehen Sie, dass die Freiwilligendienste bei uns in guten Händen sind.

Frau Heiß, der Änderungsantrag ist mitnichten eine Aufweichung Ihres Antrags, sondern ganz im Gegenteil. Denn wir gehen sogar noch über Ihren Antrag hinaus: Wir formulieren einen Plan B zur Finanzierung der Freiwilligendienste und wollen für die Teilnehmenden eine Förderung ihrer Mobilität analog zum Azubi-Ticket.

(Beifall)

Der Plan B zur Finanzierung ist erforderlich, weil nicht gesichert ist, dass die einfache Zusammenlegung der Freiwilligendienste ausreicht, um wieder auf ESF-Gelder zurückgreifen zu können. Der Antrag der Fraktion DIE LINKE erscheint uns zu optimistisch. Für uns ist es wichtig, dass die Häuser bereits Mittel in ihren Haushaltsaufstellungen berücksichtigen. So haben es auch das Sozialministerium und das Umweltministerium gegenüber dem Finanzausschuss dargelegt. Wenn sich dann eine Finanzierung über EU-Mittel realisieren lässt, umso besser. Genau das soll geprüft werden: ob das möglich ist. Für den Fall, dass der EU-Fördertopf eben nicht zur Verfügung steht, sollten wir Landesmittel einsetzen; denn der Wert der Freiwilligendienste steht für mich, für meine Fraktion und, ich denke, auch für die Mehrheit im Hohen Haus außer Frage.

Die breite Palette der Freiwilligendienste vom FSJ Digital bis zum FÖJ stellt wertvolle Bildungsangebote und Erfahrungsräume für junge Menschen dar. Sie eröffnen niederschwellig Praxisfelder, um nach der Schule Arbeits- und Engagementmöglichkeiten kennenzulernen, sei es durch die Arbeit in einem Altenheim, bei der die jungen Menschen die Sorge um Mitmenschen neuartig und intensiv erfahren, oder etwa, indem sie durch die Beteiligung an Theaterprojekten Einblicke in eine kreative und künstlerische Welt erhalten. Oder die jungen Menschen können sich für Klima und Umwelt engagieren. Für die Generation Greta besteht oftmals ein großes Bedürfnis.

Zusätzlich wird die Arbeit bei den Einsatzstellen noch um 25 Bildungstage ergänzt, die vom jeweiligen Träger organisiert werden. Hier können sich die jungen Menschen in der Gemeinschaft weiterbilden. Freiwilligendienste müssen erhalten bleiben; denn uns sind die jungen Menschen und ihre Bildungsbiografien sehr wichtig. - Vielen Dank.

(Zustimmung)