Uwe Harms (CDU):

Herr Präsident, mit Ihrer Genehmigung möchte ich das Zitat aus der Landtagssitzung, in der wir uns mit dem Thema beschäftigt haben, das die Ministerin gebracht hat, noch etwas ergänzen, und zwar sagte sie:

„Dafür hatte die Endlagerkommission, in der ich bekanntlich in der letzten entscheidenden Phase mitgearbeitet habe, in zweieinhalb Jahren in 34 Plenarsitzungen und unzähligen Arbeitsgruppensitzungen nach intensiver Diskussion [...]“

Frau Ministerin, es muss also ein Berg an Arbeit gewesen sein; deshalb herzlichen Dank dafür. Ich bin sehr neugierig, was Sie uns in der kommenden Ausschusssitzung davon berichten werden. Natürlich möchten wir als Fachausschuss für Geologie unsere Fragen dazu beisteuern und haben auch ein gewisses Verständnis dafür, wenn sie zum jetzigen Zeitpunkt vielleicht nicht vollständig beantworten können.

Ich sehe, dass daraus natürlich die Verantwortung für die Landesregierung erwächst, unsere umfangreiche Bergbaugeschichte zu berücksichtigen. Ich denke dabei an den Kohlebergbau, an den Erdgasbergbau, an den Kalibergbau; ich könnte noch den Erzbergbau im Harz ergänzen. Unsere umfangreiche Geschichte, die eine Besonderheit in Gesamtdeutschland darstellt, sollte mit den damit verbundenen Erfahrungen und Kenntnissen bei dieser Suche eingebracht werden. Das hilft mit Blick auf ein transparentes Verfahren und ein Ergebnis, das man verantworten kann. Ich freue mich schon auf die kommende Ausschusssitzung und wünsche uns dort gemeinsamen Erfolg. - Für den Antrag bitte ich um Zustimmung.


Vizepräsident Willi Mittelstädt:

Einen Moment, Herr Harms. Es gibt eine Wortmeldung. Frau Frederking hat sich zu Wort gemeldet. - Sie haben das Wort, Frau Frederking.


Dorothea Frederking (GRÜNE):

Herr Harms, haben Sie an der ersten Konferenz „Teilgebiete“ im Februar 2021 teilgenommen und dort Ihre Informationen, Ihre Kenntnisse und Ihre Fragestellungen zur Geologie eingebracht?


Vizepräsident Willi Mittelstädt:

Herr Harms, Sie haben das Wort.


Uwe Harms (CDU):

Nach meinem Wissen habe ich an allen stattfindenden Veranstaltungen teilgenommen und konnte meine Fragen einbringen, was ich auch getan habe. Teilweise wurden die Fragen auch so beantwortet - in ähnlicher Weise, wie die Ministerin das getan hat  , dass im weiteren Fortgang des Verfahrens - so kann man es auch in den Vorschriften lesen - diese Eignung genauer betrachtet wird.

Die Frage, die ich dort gestellt habe, bezog sich insbesondere auf die Erdgaslagerstätte Altmark, die von erheblicher Größe ist, auch im europaweiten Vergleich, und die sich unterhalb des bisher betrachteten Gebietes befindet. Man betrachtet bisher nur eine Tiefe bis etwa 900 m als Lagermöglichkeit und eine Tiefe bis 1 500 m als Untersuchungsraum. Diese Erdgaslagerstätte liegt deutlich tiefer. Es sind etwa 3 000 m und mehr. Diese Tiefen hat man bisher noch nicht betrachtet, sondern ausschließlich die Rohrverbindungen, die dort nach unten führen. Diese wurden betrachtet, und es wurde gesagt, dass man von diesen Bohrlöchern Abstand halten muss.

Da Sie so konkret fragen. Diese zu etwa 80 % geleerte Lagerstätte verändert natürlich die Druckverhältnisse in der Erde erheblich. Ja, wir haben in Sachsen-Anhalt Kenntnis davon, dass sich dadurch auch der Ackerboden, der uns gestern beschäftigt hat, etwa 1 cm pro Jahr bewegt, wenn wir einmal 20 Jahre zurückblicken. Und möglicherweise kommen in den nächsten 50 Jahren weitere 50 cm nach unten hinzu. Solche Bewegungen sind laut dem Gesetz, das dieser Suche zugrunde liegt, ausdrücklich zu berücksichtigen. Deshalb interessiert mich dieses Thema sehr. Wir werden dazu gewiss ausführlich beraten können.