Wulf Gallert (DIE LINKE):

Werte Kolleginnen und Kollegen! Natürlich bleibt erst einmal festzustellen, dass es interessant ist, auch in dieser Legislaturperiode einen Konsens zu finden, und zwar einfach deshalb, weil eine Idee, die in einer Region geboren worden ist - wir haben zwar die Anträge gestellt, aber es ist natürlich so, dass die Initiative aus dem Bereich Mansfeld-Südharz überhaupt erst einmal von unten entstanden ist - nicht nur diesen Landtag erreicht hat, sondern den Landtag auch überzeugt hat.

Ich finde, es ist schon einmal bemerkenswert, dass wir den Leuten, die vor Ort diese Ideen entwickelt haben, gerecht geworden sind. Das findet man nicht immer im Landtag. Deswegen auch einen ganz herzlichen Dank an die Koalitionsfraktionen.

(Beifall)

Punkt 2. Warum machen wir das alles? - Ja gut, dann will ich doch noch einmal ein Stück weit in die Ideologiegeschichte zurückgehen. Auslöser für uns ist tatsächlich das 500. Jubiläum der Fürstenpredigt Müntzers. Was hat er damals gesagt? Er hat etwas begründet, was bis dahin unvorstellbar war. Er hat das Widerstandsrecht der sozial Ausgebeuteten gegenüber den Fürsten ideologisch, inhaltlich und auch theologisch begründet. Wenn Sie wissen wollen, in welcher Traditionslinie man sich mit einem solchen Widerstandsrecht der Ausgebeuteten gegenüber der Obrigkeit befindet, dann kann man sagen, aus meiner Definition ist das eindeutig eine Traditionslinie, die sich in der Form des Antifaschismus im 20. Jahrhundert wiedergefunden hat.

(Zustimmung)

Insofern sage ich ganz deutlich: Wenn Sie Traditionslinien haben wollen, dann finden Sie diese dort sehr wohl.

Ich will außer der Würdigung, dass uns hier einiges gelungen ist, nur an einer Stelle noch eine Bemerkung realisieren. Herr Robra hat bereits auf die Mittel hingewiesen, die auf der Bundesebene für diesen Bereich in Aussicht gestellt sind bzw. geplant sind. Aber wir haben ja so unsere Erfahrungen, zum Beispiel mit dem Bauhausjubiläum. Wir haben wieder zwei Länder, nämlich Thüringen und Sachsen-Anhalt, die an diesen Quellen zapfen wollen. Wir haben die Situation, dass die Thüringer wieder einmal ein bisschen schneller waren.

Ich möchte zumindest auf eines hinweisen: Lassen Sie uns bitte für diese Ausstellung, für dieses Ereignis den Begriff „Landesausstellung“ verwenden. Dieser Begriff kommt nämlich leider in der Beschlussempfehlung so nicht mehr vor. Das ist aber wichtig, denn in Berlin kommen die einen mit einem Projekt unter der Überschrift „Landesausstellung“ an und die anderen kommen mit einem Projekt unter der Überschrift „Würdigen und Erinnern“ an. Damit haben wir schon einmal schlechtere Karten.

Meine Intention für diese und auch für die nächste Legislaturperiode ist es, gleichwertig mit Thüringen aufzutreten. Thüringen macht eine Landesausstellung; wir machen eine Landesausstellung. Somit bekommen wir zumindest die Hälfte des Geldes; das ist doch einmal ein pragmatisches Argument, das man an der Stelle benutzen kann. - Danke, liebe Kolleginnen und Kollegen. Wir stimmen der Beschlussempfehlung zu.

(Beifall)