Dr. Hans-Thomas Tillschneider (AfD):

Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Wir werden dem Antrag der LINKEN, der begehrt, eine Landesausstellung zum 500. Jahrestag des Deutschen Bauernkrieges zu entwickeln, zustimmen.

Das Ganze trieft zwar vor DDR-Traditionalismus, aber das ist nicht das Schlechteste an der LINKEN. Mit einem patriotischen, strukturkonservativen DDR-Traditionalismus könnten wir durchaus leben,

(Zuruf)

was Sie aber ungenießbar macht, sind Ihr Anti-Deutschtum, Ihre Antifa-Kollaboration und Ihre Adaption postmoderner, pervers-linker Ideologien, wie etwa die Genderdoktrin.

(Beifall)

Damit aber hat der vorliegende Antrag nichts zu tun. Wir stimmen auch dem zu, was die Regierung daraus gemacht hat. Aber auch dem vorliegenden Antrag würden wir zustimmen; der hat damit nichts zu tun. Was aus diesem Antrag spricht, ist eben die Wagenknecht-LINKE und nicht die Quade-LINKE. Was aus diesem Antrag spricht, ist DDR-Geschichtsschreibung, nicht „Danke, Antifa“.

Der Antrag knüpft an die Verehrung von Thomas Müntzer in der DDR an und versucht nebenbei, eine Brücke nach Thüringen zu schlagen, weil dort DIE LINKE regiert. Geschenkt; darüber sehen wir hinweg. Denn es sollen ja auch Orte in Sachsen-Anhalt davon profitieren, allen voran Allstedt, die eine solche Aufmerksamkeit und Aufwertung bitter nötig haben.

Natürlich wäre es schön, wenn Thomas Müntzer etwas differenzierter betrachtet werden würde, wenn man in ihm nicht nur einen Vorkämpfer für Demokratie, Menschenrechte und soziale Gerechtigkeit sehen würde, sondern vielleicht gerade anhand von Thomas Müntzer dafür sensibilisieren würde, dass der Kampf für soziale Gerechtigkeit und Menschenrechte und was auch immer man an absoluten Werten aufbieten will, stets in Gefahr ist, selbst in Unterdrückung und Totalitarismus abzugleiten. Dieser Akzent fehlt in der Konzeption. Wahrscheinlich wäre damit unserer Gegenwart zu sehr der Spiegel vorgehalten worden. Nehmen Sie das aber bitte nur als Randbemerkung. Es ist kein Kritikpunkt, der uns die Zustimmung unmöglich machen würde.

Wie dem nun sei - wir wünschen diesem Projekt ein gutes Gelingen. Möge die Region profitieren. Mögen die Besucher der Ausstellung erbauliche Momente der Erinnerung an die Geschichte unserer Region erleben und möge vielleicht der eine oder andere zum Nachdenken über unglückliche Verbindungen zwischen Religion und Politik in Vergangenheit und Gegenwart angeregt werden. - Vielen Dank.

(Beifall)