Tagesordnungspunkt 18

Zweite Beratung

Gemeinsame Landesausstellung zum 500. Jahrestag des Deutschen Bauernkrieges 2024/2025

Antrag Fraktion DIE LINKE - Drs. 7/5543

Beschlussempfehlung Ausschuss für Bildung und Kultur - Drs. 7/7338

(Erste Beratung in der 92. Sitzung des Landtages am 30.01.2020)

 

Berichterstatter ist der Abg. Herr Schumann. - Ich höre gerade, die Berichterstattung wurde zu Protokoll gegeben. Dann beginnen wir mit der Debatte. Es ist eine Redezeit von drei Minuten je Fraktion vorgesehen. Für die Landesregierung spricht der Staatsminister und Minister für Kultur Herr Robra. Herr Robra, sind Sie bereit?

(Zurufe)

- Ich habe jetzt nichts anderes gehört. - Doch, er spricht.

(Minister Rainer Robra: Das geht ja hier wie das Brezelbacken! Im Zeitplan war das viel weiter hinten angesetzt!)

Herr Robra, Sie haben das Wort.


Rainer Robra (Staatsminister und Minister für Kultur):

Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Im Jahr 2017   500 Jahre Reformationsjubiläum mit dem Thesenanschlag in Wittenberg - das war eines der großen, international wahrgenommenen Ereignisse. In dieser Reformationsagenda bewegen wir uns weiter, auch auf das Jahr 2025 zu, das Bauernkriegsjubiläum oder auch Thomas-Müntzer-Jubiläum, ein historisches Ereignis, das weit über unseren engeren Raum hinaus ausgestrahlt hat. Es gibt Verbindungen in verschiedenste Bundesländer und darüber hinaus, bis in die Schweiz.

Die historischen Gestalten von Martin Luther, Thomas Müntzer und anderen sind dauerhaft mit dem Land Sachsen-Anhalt und insbesondere mit dem Landkreis Mansfeld-Südharz verknüpft. Martin Luther wurde - das wissen Sie im Grunde alle - in Mansfeld geboren. Er ist in Eisleben gestorben. Sein Zeitgenosse und natürlich auch Widerpart Thomas Müntzer war Pfarrer in Allstedt, feierte als erster Reformator einen Gottesdienst in deutscher Sprache und hielt in der Hofstube seine berühmte Fürstenpredigt. Der Landkreis Mansfeld-Südharz präsentiert sich deshalb seit 2015 unter dem Slogan „Luthers Land und Müntzers Heimat“. Er ist Teil der historischen Landschaft, die mit den Bauernkriegen, wie gesagt, auch überregional verbunden ist.

Das Kulturministerium ist mit den Vorbereitungen bereits konkret befasst. Zielgerichtet sanieren wir schon jetzt die Sankt-Martini-Kirche in Stolberg und kümmern uns um Schloss Allstedt. Auch verschiedene Akteure in der Region wie der Landkreis haben bereits Konzepte für Veranstaltungen erarbeitet, mit denen dieses Ereignis angemessen begangen werden wird. Der zuständige Ausschuss hat eine Anhörung der regionalen Akteure durchgeführt, um sich über den Planungsstand zu informieren. In Abstimmung mit dem Ausschuss für Wirtschaft wurde eine Beschlussempfehlung erarbeitet, die heute zur Abstimmung steht.

Wir wissen, dass solche Veranstaltungen eines längeren Planungsvorlaufs bedürfen. Deshalb gehe ich davon aus, dass hierfür ab 2022 entsprechende Vorsorge im Landeshaushalt getroffen werden muss. Wir bereiten das jedenfalls vor. Im Bundeshaushalt stehen schon jetzt bei der Kulturstaatsministerin, der Kollegin Grütters, Barmittel in Höhe von 700 000 € und eine Verpflichtungsermächtigung über mehrere Jahre im Umfang von annähernd 14 Millionen € bereit. Damit ist schon eine Hausnummer gesetzt worden, an der wir uns als Land messen lassen wollen.

Es liegt nahe, sich bei den Planungen an dem Wirkungskreis von Müntzer zu orientieren, also auch Thüringen einzubeziehen. Dort gibt es ebenfalls konzeptionelle Vorarbeiten. Das Bauernkriegspanorama ist uns allen bekannt. Es gibt bereits Vorgespräche zwischen beiden Ländern, wie man dabei zusammenarbeiten kann, zum Beispiel beim Marketing, um den größtmöglichen Nutzen für die länderübergreifende Region zu erreichen. Wir sind also gut aufgestellt, auch für die nächste Legislaturperiode. - Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.

(Beifall)