Marco Tullner (Minister für Bildung):

Vielen Dank. - Liebe Kolleginnen und Kollegen! Gestatten Sie mir zwei Vorbemerkungen. Die erste Vorbemerkung. Für den Fall, dass dereinst Menschen in diesem Lande anhand des Protokolls diese wichtige Debatte nachvollziehen und sich wundern, dass ich sehr kurz geredet habe, möchte ich sagen, dass das der Coronapandemie und der Bitte des Hohen Hauses geschuldet ist, mich möglichst kurz zu fassen.

Die zweite Vorbemerkung. Frau Hildebrandt, es ist noch ein bisschen früh, aber ich habe bei Ihrem Listenparteitag in der letzten Woche zugeschaut und zur Kenntnis genommen, dass Sie für den neuen Landtag nicht wieder kandidieren. Deshalb möchte ich an dieser Stelle anmerken, dass ich Sie und Ihre sachlichen und fachkundigen Beiträge vermissen werde.

(Zurufe: Oh!)

Vielen Dank für das, was Sie im Sinne der beruflichen Bildung geleistet haben.

(Zustimmung)

Aber wir werden noch Gelegenheit haben, uns über so etwas auszutauschen.

Ich könnte Ihnen jetzt ganz viel darüber erzählen, was wir schon machen, und zwar in der zweifachen Perspektive. Beispielsweise gibt es diese regelhafte Berufsorientierung, die Sie, verehrtes Hohes Haus, schon im Gesetz normiert haben. Ich weiß natürlich auch, dass die Praxis sehr differenziert aussieht und dass wir da noch sowohl systematisch als auch sehr konkret nachfassen müssen, wenn Schulen, sehr freundlich formuliert, erst beginnen, sich auf den Weg zu machen, Berufsorientierung am Gymnasium auch zu leben.

Ich könnte Ihnen ganz viel erzählen über die vielen Partner; darüber, dass wir mit der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt/Thüringen der Bundesagentur für Arbeit sehr eng zusammenarbeiten, dass wir mit der Landesarbeitsgemeinschaft Schule-Wirtschaft in einem sehr engen Austausch stehen, dass es zahlreiche Orientierungen auch im Netz gibt, die der Digitalpakt „berufliche Schulen“ auch in seinen Zusatzvereinbarungen abbildet und dass das Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“, das am 1. August 2020 in Kraft getreten ist, die Covid-Krise auch in den Blick nimmt.

Ich glaube, Frau Hildebrandt, Sie haben sehr gut und eindringlich beschrieben, wo die Baustellen sind. Es gilt, die Covid-Perspektive zu betrachten und den Jahrgängen, die davon betroffen sind, Orientierung zu geben. Wir sind gemeinsam mit den Partnern dabei, das zu machen. Aber wir sind auch dankbar für Anregungen, wie man hier und da Dinge noch besser machen kann.

Ich denke, Thomas Keindorf - dort hinten sitzt er - wird dazu noch die Perspektive der Kammern     Entschuldigung, die habe ich vergessen. Die Kammern als der wichtige Partner unserer Aktivitäten sind natürlich auch mit im Blick. Wir sind dabei, sehr sensibel. Wir müssen uns dabei gegenseitig unterstützen.

Den systematischen Ansatz habe ich schon beschrieben. Ich könnte das alles noch sehr viel breiter und länger ausführen. Aber ich beachte die Bitte des Ältestenrates, mich kurz zu fassen, und freue mich auf den weiteren Debattenverlauf und vor allem auf die Tatkraft, mit der wir die Probleme in diesem Feld angehen werden. - Vielen Dank.