Michael Scheffler (CDU):
Sehr geehrter Herr Präsident! Der Ausschuss für Landwirtschaft konnte in der vergangenen Woche auf den DLG-Feldtagen, die vom Land Sachsen-Anhalt mit ausgerichtet werden, die aktuellen Innovationen im Pflanzenbau erleben. Unter anderem wurden dort auch die Forschungsergebnisse der Landesanstalt präsentiert.
Ich frage die Landesregierung: Welches erste Fazit können Sie nach der Veranstaltung ziehen und wie war die Resonanz der Branche darauf?
Präsident Dr. Gunnar Schellenberger:
Herr Ministerpräsident, bitte.
Sven Schulze (Ministerpräsident):
Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Ich spreche auch deshalb, weil sich zumindest die Kolleginnen und Kollegen im Haushaltsausschuss und im Landwirtschaftsausschuss bestimmt noch gut daran erinnern, dass wir vor einigen Jahren darüber gesprochen haben, ob wir die DLG-Feldtage in Sachsen-Anhalt haben und auch finanziell unterstützen wollen. Die Summe war, wenn ich es richtig im Kopf habe, 550 000 €.
Es gehört zur Wahrheit dazu, dass ich als Minister diese Mittel damals im Einzelplan 09 nicht eingeplant hatte, weil wir uns von den Prioritäten her natürlich auch anschauen mussten, was möglich ist. Deshalb will ich ich denke, das sollte man als ehemaliger Minister auch machen dem Landtag als Haushaltsgesetzgeber dafür danken, dass er am Ende entschieden hat, das Geld doch zur Verfügung zu stellen und aus anderen Positionen umzuschichten. Das ist wirklich gut gewesen, wirklich sehr gut.
(Zustimmung bei der CDU, bei der SPD und bei der FDP)
Für diejenigen, die die DLG, die Deutsche Landwirtschaftliche Gesellschaft, nicht kennen: Die Feldtage sind normalerweise alle zwei Jahre und alle vier Jahre finden sie in Sachsen-Anhalt statt, in Strenzfeld bei Bernburg. Das ist einer unserer wichtigsten Standorte in Deutschland, wo es um Forschung geht, wo es um die Zukunft der Landwirtschaft geht, wo viele junge Menschen aus der ganzen Welt die neuesten Techniken, die neuesten Züchtungsmethoden und vieles mehr weiter vorantreiben. Wir haben ja mehrere Standorte, wenn wir an Iden, an Gatersleben usw. denken. Das heißt, Sachsen-Anhalt ist in dieser Hinsicht extrem gut aufgestellt.
Einige von Ihnen, insbesondere die Kolleginnen und Kollegen aus dem Landwirtschaftsbereich, waren, wie es Herr Scheffler gesagt hat, in der vergangenen Woche dort. An den drei Tagen haben wir insgesamt ca. 20 000 Besucher gehabt. Das ist eine Messe, die ausschließlich außen stattfindet. Das Wetter war gut. Es war sehr heiß, aber es hat nicht geregnet. Das war schon wichtig. Warum? Wer dort war, der hat es gesehen: Die Vorbereitung dauert zwei Jahre; diese kleinen Schläge, diese kleinen Felder, diese Anbauthematiken müssen langfristig vorbereitet werden. Die ganzen Fachunternehmen, die dort waren, AGRAVIS und wie sie alle heißen, haben ihre Leute in den letzten anderthalb Jahren permanent dort vor Ort gehabt, damit sie genau just in time fertig wurden. Sie haben auch dafür gesorgt, dass das Getreide vom Wind nicht umgelegt wurde usw. Sie haben wirklich viel dafür getan.
Die etwa 20 000 Fachbesucher, die die Messe besucht haben, waren sehr positiv angetan. Man muss dazu sagen, dass 95 % der Besucher wirklich Fachbesucher sind. Das ist keine Messe, wo ganz Sachsen-Anhalt hinkommt, wie einige Tage vorher auf dem Sachsen-Anhalt-Tag bspw., sondern das ist eine Fachmesse.
Die Regel ist, dass wir das alle vier Jahre bei uns in Sachsen-Anhalt haben. Wer sich noch weiter zurückerinnert, der weiß, es waren nicht immer vier Jahre; denn wir haben die Feldtage in der Coronazeit nicht durchgeführt.
Ich würde, auch aus der Erfahrung heraus, die ich jetzt gemacht habe, dem Landtag bzw. auch den Kolleginnen und Kollegen, die in der nächsten Legislaturperiode dann vielleicht Verantwortung im Landwirtschaftsausschuss tragen, empfehlen, sich Gedanken darüber zu machen, wenn dieses Thema wieder ansteht. Das passt wirklich zu Sachsen-Anhalt und das sollten wir auch in der Zukunft bei uns in Sachsen-Anhalt haben.
(Zustimmung bei der CDU und bei der FDP)
Ich sage das auch deshalb, weil es vielen Unternehmern in Sachsen-Anhalt hilft. Wir haben dort die kleinen bäuerlichen Betriebe, wir haben die Agrargenossenschaften dort gehabt. Wir haben viele wirklich gute Symposien gehabt, wir haben Austausch gehabt. Wir haben über die verschiedensten Thematiken dort diskutieren können, sehr fachlich und sehr tief. An einer Diskussion habe ich auch selbst teilgenommen. Wir konnten auch sehr für uns werben.
Was bspw. aus meiner Sicht sehr positiv für unser Bundesland war, ist der Umstand, dass alle, auch Leute von außerhalb Sachsen-Anhalts, positiv über Iden gesprochen haben, über unseren Ausbildungsstandort.
(Zustimmung bei der CDU und bei der FDP)
Wie positiv es auch herüberkam, dass wir jetzt mehr als 40 Millionen € investieren können, um diesen Ausbildungsstandort zum modernsten Ausbildungsstandort in ganz Deutschland auszubauen. Das ist genau das, was ich gestern schon in einer Debatte sagte: Wir sind halt im Bereich Landwirtschaft ganz weit vorn in Deutschland. Das sollten wir weiter unterstützen, das sollten wir auch weiter machen.
(Zustimmung bei der CDU, bei der SPD und bei der FDP)
Deshalb diese DLG-Feldtage. Wer Interesse an dem Thema hat, kann vielleicht vor Ort mit Prof. Holz sprechen oder mit den vielen Vertreterinnen und Vertretern aus Strenzfeld, egal ob es sich um Personen der Führungsebene handelt oder um Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Sprechen Sie mit den Studenten dort. Das hilft am Ende uns allen.
Wenn wir uns auch in der Zukunft vielleicht aus verschiedenen Gründen noch ein bisschen stärker fokussieren müssen, auf welche Branchen, auf welche Themen wir uns in diesem Bundesland Sachsen-Anhalt festlegen, dann sollte der Bereich der Landwirtschaft, der Bereich der Feldwirtschaft, der Bereich, der so entscheidend für die Zukunft der Ernährungswirtschaft sein wird auch weil KI und andere Themen immer mehr eine Rolle spielen , bei uns in Sachsen-Anhalt Priorität haben.
Ich möchte das als Ministerpräsident gern unterstützen, und ich würde mich freuen, wenn Sie als Landtag, als Vertreter und vor allen Dingen dann am Ende natürlich auch als Haushaltsgesetzgeber dieser Empfehlung folgen. Vielen Dank dafür, dass Sie das mit Ihrer Entscheidung vor etwas mehr als zwei Jahren möglich gemacht haben. Das war gut, das war Werbung für Sachsen-Anhalt und das hilft uns allen im Land. - Vielen Dank.
(Zustimmung bei der CDU, bei der SPD, bei der FDP und von Dorothea Frederking, GRÜNE)
Präsident Dr. Gunnar Schellenberger:
Danke, Herr Ministerpräsident.