Nadine Koppehel (AfD):

Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Wenn wir heute über unsere Wälder sprechen, dann müssen wir zuerst mit einem grundlegenden Irrglauben aufräumen. Die rot-grüne Ideologie tut seit Jahren so, als könnten wir das globale Klima von deutschen Amtsstuben aus per Gesetz regeln. Doch das ist eine reine Utopie. Die Realität ist: Das Klima wandelt sich seit Jahrmillionen. Die Aufgabe von uns Menschen ist es nicht, das Weltklima zu steuern, sondern uns klug an das neue Klima anzupassen.

Unsere Waldbesitzer und Förster wollen genau das tun. Sie wollen anpacken und die Wälder zukunftsfähig aufstellen. Doch genau dabei werden sie vom aktuellen Bundesnaturschutzgesetz blockiert. Der Kern des Problems liegt in einer völlig veralteten Wortdefinition im Gesetz. Wenn heute Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen stattfinden, dann verlangt der Gesetzgeber stur den Einsatz von sogenannten gebietsheimischen Pflanzen. Das Gesetz klammert sich an historische Definitionen und Verbreitungsmuster, die mit den Realbedingungen vor Ort nichts mehr zu tun haben. Dabei liefert uns die forstliche Spitzenforschung, etwa die Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt, längst glasklare wissenschaftliche Erkenntnisse zu robusten Baumarten, die mit den veränderten Bedingungen hervorragend zurechtkommen.

Was passiert aber in der aktuellen Praxis? - Das starre Gesetz verbietet den Waldbesitzern den Einsatz genau dieser wissenschaftlich empfohlenen Bäume bei Kompensationsmaßnahmen. Schlimmer noch: Wer wissenschaftlich fundiert aufforstet, dem wird die Anerkennung von Ökopunkten verweigert. Das ist ein unhaltbarer Zustand. Wir fordern, dass die Vorschriften dazu, was gepflanzt wird, endlich auf harten wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen und nicht auf veralteten Paragrafen. Wir fordern deshalb eine gezielte Bundesratsinitiative, um dieses Gesetz an die Realität anzupassen. Die Definition von „heimisch“ muss modernisiert werden. Wissenschaftliche Empfehlungen müssen bei Kompensationsmaßnahmen direkt greifen, damit der Waldumbau als ökologische Verbesserung anerkannt wird.

Wir wollen bei den reinen Fakten und den konkreten Forderungen dieses Antrags bleiben, ohne das Thema künstlich aufzublähen. Da der vorliegende Text diese notwendigen Anpassungen im Kern anspricht, wird die AfD-Fraktion dem Antrag zustimmen.