Petra Grimm-Benne (Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung):

Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren Abgeordneten! Endometriose ist eine Erkrankung, die viele Frauen über Jahre hinweg belastet, und zwar körperlich, psychisch und sozial. Die Landesregierung nimmt die damit einhergehenden Herausforderungen ernst.

Der Ausschuss für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung hat sich im vergangenen Jahr im Rahmen einer von Herrn Abg. Pott beantragten Selbstbefassung ausführlich mit der Versorgungssituation in Sachsen-Anhalt befasst. Die dort gewonnenen Erkenntnisse bilden weiterhin eine verlässliche Grundlage.

Die Stellungnahmen der Ärztekammer, der Kassenärztlichen Vereinigung und der Fachverbände haben eines deutlich gemacht: Eine Unterversorgung besteht in Sachsen-Anhalt nicht. Die Diagnostik und Therapie der Endometriose ist fester Bestandteil der fachärztlichen Weiterbildung. Die niedergelassenen Frauenärztinnen und Frauenärzte sind die erste kompetente Anlaufstelle für Patientinnen.

Gleichzeitig wurde klar   das hat Herr Pott auch dargestellt  , dass es Verbesserungsbedarf gibt, insbesondere bei der Dauer bis zur Diagnosestellung, bei der Aufklärung und bei der Vernetzung spezialisierter Angebote.

Meine Damen und Herren Abgeordneten! Sachsen-Anhalt verfügt bereits heute über wichtige Strukturen, ein zertifiziertes Endometriose-Rehabilitationszentrum in Bad Schmiedeberg, spezialisierte klinische Angebote sowie Forschungsaktivitäten an beiden Universitätskliniken, etwa im Rahmen des Projektes „ENDO-EVE - Endometriose effektiv erkennen und koordiniert ganzheitlich therapieren“.

Darüber hinaus sind Fort- und Weiterbildungsinhalte sowohl in der ärztlichen Weiterbildung   ich finde ganz toll, dass es nicht nur bei den Ärzten bleibt  , als auch im Curriculum für medizinische Fachangestellte verankert. Das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin stellt zudem qualitätsgesicherte Patienteninformationen bereit, die wir weiter bekannt machen wollen.

Die Landesregierung begrüßt ausdrücklich die Zielrichtung des vorliegenden Antrags. Die vorgeschlagenen Maßnahmen von der Stärkung der Fortbildung über die Verbesserung der Aufklärung bis hin zur Unterstützung der Forschung entsprechen den Handlungsfeldern, die auch wir identifiziert haben. Wir werden diese Impulse konstruktiv prüfen und in die laufende Arbeit einbeziehen.

Besonders hervorheben möchte ich, dass die Bundesregierung derzeit eine nationale Endometriose-Strategie vorbereitet. Sachsen-Anhalt wird sich hier aktiv in diesen Prozess einbringen und geeignete Elemente für die Landesebene übernehmen.

Endometriose ist eine komplexe Erkrankung, die eine interdisziplinäre und gut vernetzte Versorgung erfordert. Wir werden daran arbeiten.

In der damaligen Ausschusssitzung ist ein weiterer Impuls gesetzt worden, den Herr Pott auch angesprochen hat. Es wurde darauf aufmerksam gemacht, dass wir uns mehr dem Thema Frauengesundheit widmen müssen, weil es mehrere Bereiche gibt, wo sich Symptome anders darstellen als bei Männern. Insbesondere ist festgestellt worden, dass Medikamenteneinnahmen und Medikamentenwirkungen bei Frauen und Männern divergieren können. Auch das werden wir voranbringen.

(Zustimmung bei der SPD und von Angela Gorr, CDU, und von Konstantin Pott, FDP)

Ich meine, was können wir nicht besser machen hier in unserem Land, wo wir jetzt doch eine Professorin für Frauengesundheit an der Uni Magdeburg haben? Wir werden auch diese Forschungsbereiche vorantreiben.

(Zustimmung bei der SPD)

Also, Herr Pott, ich danke Ihnen noch einmal sehr für diese Debatte und für diesen Antrag heute. Wenn es mir erlaubt ist, wünsche auch ich Ihnen persönlich alles Gute für die Zukunft.