Nadine Koppehel (AfD):
Herr Präsident! Hohes Haus! Wenn man diesen Antrag der GRÜNEN liest, erkennt man schnell den Kern einer Bevormundung. Sie wollen eine sogenannte Positivliste für den Schutz gefährlicher Wildtiere einführen.
Ja, es gab in Sachsen-Anhalt Fälle. Die bekanntesten Vorfälle gab es in der Börde mit Mojo, dem weißen Löwen, den ein Bauer privat hielt, dem Angriff auf ein Model durch einen Leoparden im Burgenlandkreis oder die Flucht eines drei Meter langen Netzpython im Juli 2021, der sieben Wochen später unweit seines eigentlichen Wohnorts gefunden wurde. Dann war da noch das Känguru namens Herr Goethe, das aus einem Alpakahof in Halle ausgebrochen war und wieder eingefangen wurde. - Das waren die privaten, bekannten Fälle.
Dann wären da noch die Ausreißer aus Zoos und Tierparks, wie in Dessau-Roßlau. Für den Buntmarder Salina endete es tödlich. Die Schimpansen Sambala und Sokoto aus dem Magdeburger Zoo hingegen konnte man wieder einfangen. Oder im Mai 2021 war es ein Totenkopfäffchen aus dem Zoo Halle, das man später unter einem Auto fand und zurückbrachte. Zu guter Letzt wären da noch die drei Stinktiere aus Weißenfels.
(Lachen - Beifall - Unruhe - Zurufe)
Vizepräsident Wulf Gallert:
Noch einmal: Das war keine Metapher.
(Lachen)
Bitte.
Nadine Koppehel (AfD):
Die drei Stinktiere aus Weißenfels im Jahr 2023.
(Lachen)
Man fand eines, die beiden anderen wurden nie gefunden.
(Unruhe)
Das sind die Ausnahmen. So etwas passiert nun einmal im Umgang mit Tieren. Es gibt aber keine nennenswerten Probleme diesbezüglich im Land.
Die Pflege und Zucht von Tieren ist Ausdruck unserer Kultur. Sie steht für unsere Naturverbundenheit, unseren Forscherdrang und bürgerliche Freiheit. Die deutsche Terraristik genießt weltweit die höchste fachliche Anerkennung. Doch anstatt diese Kulturleistung zu würdigen, betreiben wir eine pauschale Verurteilung aller.
Und warum? - Weil in Sachsen ein Tiger aus dem Wildtiergehege einer ehemaligen Zirkusdompteurin ausgebrochen ist. Ja, wir verurteilen das auch. Und ja, er hätte noch leben können. Aber deswegen sollen nun Zehntausende anständige Aquarianer und Vogelliebhaber von Ihnen unter Generalverdacht gestellt werden? Diese ständige Kriminalisierung unserer Bürger möchten wir nicht. Eine Kontrolle mit Augenmaß und höhere Strafen für Tierquäler - dem würden wir gern zustimmen.
Meine Damen und Herren! Dieser Antrag entspringt einem maßlosen Regulierungswahn. Sie wollen nicht das Volk schützen, sondern es kontrollieren. Und für diesen Irrsinn wollen Sie auch gleich noch einen Posten vergeben. Sie wollen sogenannte externe Experten berufen, um die Listen zu erstellen. Das bedeutet im Klartext, dass Sie wertvolles Steuergeld verbrennen, um dies zu finanzieren.
(Zuruf von Dorothea Frederking, GRÜNE)
Währenddessen arbeiten unsere Kommunen und Veterinärämter am absoluten Limit. Sollen jetzt Heerscharen von Kontrolleuren ausschwärmen, um die Wohnzimmer unserer Bürger zu kontrollieren? Eine Erfassung hat nichts mit sinnvollem und nachhaltigem Tierschutz zu tun. Wir sehen hier einen reinen Kontrollwahn auf Kosten der Steuerzahler. Für diesen direkten Eingriff in die bürgerliche Freiheit werden Sie von uns definitiv keine Unterstützung erhalten. Wir als AfD lehnen diesen Antrag ab.