Thomas Lippmann (Die Linke):

Vielen Dank, Herr Präsident. - Liebe Kolleginnen und Kollegen! Wir werden der Beschlussempfehlung des Wissenschaftsausschusses heute zustimmen;

(Zustimmung - Andreas Schumann, CDU: Oh!)

denn dem Grundanliegen unseres Antrages wird damit Rechnung getragen. Wir hielten ein klares Signal durch den Landtag für erforderlich, das klar macht, dass die in den Zielvereinbarungen mit der MLU in Aussicht gestellten neuen Modelle der Lehrkräftebildung vom Landtag insgesamt unterstützt werden und dass sie zeitnah auf den Weg gebracht werden sollen. Aber die Koalition hat dann doch wieder eine ganze Menge Wasser in den von uns bereitgestellten guten Wein gegossen. So ist die vorliegende Empfehlung zwar ein Schritt in die richtige Richtung, wird aber nicht ausreichen, um dauerhaft eine zukunftsfähige Struktur der Lehrkräftebildung zu erreichen. Dafür ist dieser erste Schritt zu klein und zu verzagt. Aber es ist ein erster Schritt, was für die Koalition zum Ende der Wahlperiode schon etwas heißen will,

(Thomas Staudt, CDU: Oh! - Zuruf von Marco Tullner, CDU)

und den wollen wir auch anerkennen.

Dennoch sind wir von der vorliegenden Beschlussempfehlung auch enttäuscht; denn es wird eine Chance vertan, deutlich weiter zu springen

(Zuruf von Stefan Ruland, CDU)

und sich auch einmal an die Spitze kommender Entwicklungen zu setzen. Das ist mehr als bedauerlich, und es kostet uns wieder verlorene Jahre, bis der Groschen irgendwann endlich fällt.

Wir haben im Wissenschaftsausschuss in einem Änderungsantrag genau aufgeschrieben, was wir meinen. Es ist für das Lehramt an Grundschulen keine ausreichende Erweiterung, wenn lediglich das Drittfach durch eine Ausbildung in Sonderpädagogik ersetzt werden kann. Damit mit neuen Lehrkräften zumindest etwas mehr sonderpädagogische Kompetenz in die Grundschulen kommt, kann man das kurzfristig sicherlich machen. Es werden aber auch die Drittfächer weiterhin dringend benötigt, und es reicht nicht aus, wenn nur einige wenige der neuen Lehrkräfte über grundlegende sonderpädagogische Kompetenzen verfügen.

(Zustimmung bei der Linken)

Deshalb, liebe Kolleginnen und Kollegen, muss die sonderpädagogische Qualifikation zusätzlich zu der bisherigen Ausbildung in Deutsch, Mathematik und einem Drittfach erworben werden, und das zumindest mittelfristig von allen Studierenden. Das bedeutet dann auch eine Verlängerung des Studiums um mindestens ein Semester.

(Marco Tullner, CDU: Na, schönen Dank auch! - Dr. Anja Schneider, CDU: Juhu! - Eva von Angern, Die Linke: Na ja, Qualität braucht doch Zeit, oder nicht? - Zuruf von Marco Tullner, CDU)

- Wartet es ab. - Wir halten jedenfalls daran fest, dass das Grundschullehramt in dieser Weise grundlegend zu einem neuen Lehramt für die Primarstufe umzugestalten ist. Wir werden diesen Reformansatz auch in der kommenden Wahlperiode weiterhin intensiv verfolgen und uns dazu weidlich mit Ihnen auseinandersetzen, lieber Kollege Tullner.