Elrid Pasbrig (SPD):
Vielen Dank, Herr Präsident. - Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Bei der Überschrift des Antrags bekommt man tatsächlich Appetit „lecker regional“, aber was dann auf den Tisch kommt, das brauchen wir nicht wirklich. Denn, ehrlich, wenn wir mehr regionale Lebensmittel in Kitas, Schulen, Mensen und Kantinen bringen wollen, dann brauchen wir keinen weiteren Arbeitskreis und keine Koordinierungsstellen.
(Zustimmung bei der SPD)
Wir brauchen ganz sicher keine neuen Parallelstrukturen. Was wir brauchen, das gibt es längst. Die Lösungen liegen auf dem Tisch. Ein gutes Beispiel ist das Projekt „Iss dich fit!“ im Jerichower Land. Frau Frederking hat es bereits angeführt. Dort arbeiten Schulen, Küchen und regionale Betriebe zusammen, praktisch, konkret und erfolgreich. Genau so geht es, eben nicht theoretisch, sondern für den und auf dem Teller.
Wenn man mit Menschen spricht, die das jeden Tag machen, dann hört man immer dasselbe: Bitte weniger Bürokratie, bitte verlässliche Absatzwege und Planungssicherheit und bitte Unterstützung bei Verarbeitung und Vermarktung. Keiner sagt, bitte gründet doch noch einen Arbeitskreis.
(Zustimmung bei der SPD)
Für all das haben wir in Sachsen-Anhalt bereits eine ganz starke Partnerin, nämlich die Agrarmarketinggesellschaft Sachsen-Anhalt.
(Zustimmung von Andreas Silbersack, FDP)
Die AMG weiß, wie Direktvermarktung funktioniert und sie unterstützt genau dort, wo Hilfe gebraucht wird. Wir gehen natürlich davon aus, dass auch dort fortlaufend die eigene Arbeit analysiert und überprüft wird, dass man sich weiterentwickelt und schaut, wo weitere Bedarfe bestehen.
Auch unsere Wochenmärkte zeigen, wie Regionalität lebendig wird. Dort kaufen Menschen nicht nur ein, dort kommen sie auch ins Gespräch, dort entsteht Heimat. Dort merkt man, dass Regionalität nicht nur besser schmeckt, sondern dass sie auch Menschen zusammenbringt.
(Zustimmung von Andreas Silbersack, FDP - Dorothea Frederking, GRÜNE: Es geht um Gemeinschaftsverpflegung!)
Hohes Haus! Landwirtinnen und Landwirte brauchen keine neuen Konzepte aus Brüssel, Berlin oder Magdeburg. Sie brauchen faire Bedingungen und Vertrauen. Sie brauchen eine Politik, die Hindernisse aus dem Weg räumt, statt neue aufzubauen.
Regional, saisonal, direkt - das ist das Rezept, kurz, klar und wirksam. Deshalb bitte ich Sie, greifen Sie zu den frischen Zutaten und lassen Sie die Tütensuppen daheim. Stimmen Sie unserem Alternativantrag zu. - Vielen Dank.