Kathrin Tarricone (FDP):

Vielen Dank, Herr Präsident. - Wie schaffen wir jetzt hier wieder die Balance und kommen vernünftig zum Thema zurück? Ich versuche es einmal mit Charme und Lebensfreude.

(Zustimmung bei der FDP und von Guido Heuer, CDU)

Wenn man den Antrag der GRÜNEN liest, könnte man glauben, das größte Problem der Gemeinschaftsverpflegung in Sachsen-Anhalt sei ein Mangel an Gesprächskreisen, Koordinierungsstellen und Landesprogrammen. Tatsächlich aber kämpfen Kitas, Schulen, Pflegeheime und Krankenhäuser jeden Tag mit ganz anderen Problemen:

(Zustimmung bei der FDP)

mit explodierenden Kosten, Personalmangel, bürokratischen Vergabeverfahren und einem enormen wirtschaftlichen Druck. Und was ist die Antwort der GRÜNEN darauf? - Mehr Verwaltung, mehr Steuerung, mehr staatlich organisierte Strukturen.

Regional und saisonal klingt gut und ist wünschenswert. Auch wir wollen eine starke heimische Landwirtschaft.

(Zustimmung bei der FDP)

Auch wir wollen mehr regionale Produkte. Aber gute Politik besteht eben nicht darin, wohlklingende Wünsche in neue Förderprogramme zu verwandeln. Denn eines muss doch klar sein: Regionale Wertschöpfung entsteht nicht am Schreibtisch in einem Ministerium,

(Zustimmung bei der FDP)

sondern dort, wo Unternehmerinnen und Unternehmer investieren und wo Landwirte wirtschaftlich arbeiten können.

(Zustimmung bei der FDP)

Die GRÜNEN schlagen ernsthaft vor, neue Koordinierungsstellen einzurichten, die den gesamten Prozess vom Kontakt mit landwirtschaftlichen Betrieben bis zum Endverbrauch begleiten sollen. Wollen wir wirklich jede Gemüsekiste künftig durch ein Landesmanagement organisieren lassen? - Das ist keine Marktwirtschaft, und da sind Sie bei uns an der falschen Stelle.

(Zustimmung bei der FDP)

Wir verteidigen Marktwirtschaft. Das, was Sie wollen, ist der nächste Schritt hin zu einer staatlich betreuten Ernährungswirtschaft, und genau das lehnen wir Liberale ab.

(Zustimmung bei der FDP)

Die eigentlichen Probleme werden im Antrag nämlich nur am Rande erwähnt. Warum sind denn regionale Produkte oft teurer? Warum fehlen Verarbeitungsstrukturen? Warum lohnt sich regionale Vermarktung vielerorts wirtschaftlich nicht? Die Antwort lautet doch: Weil wir in Deutschland inzwischen mehr Zeit mit Dokumentation, Auflagen und Förderanträgen verbringen als mit Wertschöpfung.

(Zustimmung bei der FDP)

Unsere Landwirte brauchen keine zusätzlichen Moderationsformate; sie brauchen Luft zum Arbeiten.

(Zustimmung bei der FDP)

Sie brauchen weniger Bürokratie und faire Marktbedingungen. Dann entstehen regionale Lieferketten nämlich von selbst, weil sie wirtschaftlich sinnvoll sind.

Gerade in Zeiten knapper Haushalte können wir nicht bei jedem gesellschaftlich wünschenswerten Ziel sofort neue Förderstrukturen schaffen. Aufgabe des Staates ist es vielmehr, die Rahmenbedingungen so zu verbessern, dass regionale Produkte konkurrenzfähig werden,

(Zustimmung bei der FDP und von Guido Heuer, CDU)

aus eigener Kraft, freiwillig, innovativ, unternehmerisch. Das ist unsere Auffassung dazu, und wir empfehlen die Annahme unseres Alternativantrags. - Vielen Dank.