Marco Heide (Die Linke):
Schade, dass Frau Lüddemann nicht da ist. Ich wollte ihre Bedenken gerade ein bisschen zerstreuen.
(Sebastian Striegel, GRÜNE: Ich nehme das einmal mit! - Guido Kosmehl, FDP: Dessau ist weg!)
Die Probleme, die es aktuell auf der Strecke gibt, resultieren einfach daraus, dass der komplette Güter- und Fernverkehr von der Strecke über Wittenberge gerade umgeleitet wird und dass die Strecke einfach am Kapazitätsmaximum ist. Das ist der Grund. Das Problem erledigt sich, wenn die Strecke über Wittenberge wieder frei ist. Dann werden diese Probleme nicht mehr auftreten.
Ich würde gern noch zu einem oder zwei anderen Punkten etwas sagen. Ich bin der Meinung, dass man bei Angeboten im Fernverkehr nicht immer die Betriebswirtschaftlichkeit als wichtigstes Argument anführen sollte, und zwar aus folgendem Grund. Wir sollten uns trauen, Angebote zu fordern, von denen wir nicht von vornherein wissen, ob sie wirtschaftlich sind. Wir müssen Angebote schaffen, um für den Menschen die Fahrt mit der Bahn einfach attraktiv zu machen.
(Beifall bei der Linken)
Dabei sollten wir Mut beweisen und Strecken einfach einmal anbieten.
(Guido Kosmehl, FDP: Aber wer bezahlt das?)
Dann noch ein weiterer Punkt. Herr Staudt hatte angeführt, dass Stendal der Bahnknotenpunkt für die Altmark ist - für die östliche Altmark; das müssen wir immer im Blick behalten. Die Magdeburger sind in der gleichen Zeit in Stendal wie die Salzwedler. Teilweise ist es für die Menschen in dieser Region attraktiver, sich auf den Weg in Richtung Wolfsburg zu machen, weil sie dort unter Umständen sogar schneller sind, klar, mit dem Pkw, weil es keine direkte Zugverbindung gibt. Es ist so, dass Stendal nicht für die komplette Altmark, zumindest nicht für die westliche Altmark, als Bahnknotenpunkt zur Verfügung steht. Deshalb ist es wichtig, dass auch Salzwedel eine Fernbahnanbindung bekommt.
Es ist, das muss ich sagen, ein positives Zeichen der Regierungskoalition, dass sie sich für diese ICE-Verbindung einsetzt, von Hamburg über Magdeburg weiter in den Süden. Das entspricht, sage ich einmal, 50 % der Forderungen in unserem Antrag.
(Guido Kosmehl, FDP: Aber schon länger!)
Sie greift aber nicht die Forderung auf, dass man aus Salzwedel bzw. aus der nordwestlichen Altmark auf dem kurzen Weg auch nach Berlin kommt. Ich bitte darum, es künftig bei Planungen mit im Fokus zu haben, dass es auch schnell von Salzwedel in Richtung Berlin geht.
Vielleicht eine Bitte an Frau Hüskens, dass man sich auch dafür einsetzt, dass die RE-Verbindung, die es aktuell von Stendal direkt nach Berlin gibt, perspektivisch bis nach Salzwedel verlängert wird. Das wäre zumindest ein kleiner Kompromiss und für die Region sehr wünschenswert.
(Thomas Krüger, CDU, lacht)
Danke.
(Beifall bei der Linken)
Vizepräsident Wulf Gallert:
Okay. - Herr Staudt, eine Frage? - Okay. - Herr Heide, Sie könnten das ablehnen, aber Herr Staudt, dann fragen Sie einmal.
Thomas Staudt (CDU):
Ich bin ja gar nicht gegen Sie. Ich bin ja bei Ihnen. Aber eine Frage: Worin sehen Sie den Riesenunterschied? Aktueller Fahrplan, wenn Sie nachher von Stendal nach Salzwedel fahren möchten, dann fährt der ICE 28 Minuten und der Regionalexpress 35 Minuten. Welchen Nachteil hat man denn beim Regionalexpress? - Sieben Minuten. Was ist daran schlimm?
Marco Heide (Die Linke):
Es geht nicht um die Fahrt von Salzwedel nach Stendal. Wir sprechen über die Fahrt von Salzwedel nach Hamburg und Berlin. Ich kritisiere doch nicht die Fahrzeiten mit dem Regionalexpress.
Thomas Staudt (CDU):
Aber es ist doch utopisch, daran zu denken, dass der nach Berlin durchfährt.