Dr. Andreas Schmidt (SPD):
Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Als ich im Jahr 2016 in den Landtag kam, beantworteten knorrige BLSA-Beamte
(Stefan Ruland, CDU: Wer war denn der Chef?)
die Frage nach Photovoltaik bei Bauvorhaben und HU-Bau-Beschlüssen mit der Bemerkung, sie wüssten das schon, das würde sich in der Regel nicht rechnen.
(Zuruf von Guido Kosmehl, FDP)
Deswegen würden sie es meistens gar nicht erst versuchen, Module anzubringen.
(Zustimmung von Sebastian Striegel, GRÜNE)
Mit dieser Aussage konnte man schon damals die Vorstände der Städtischen Werke Magdeburg und der Stadtwerke Halle erheblich erheitern und in ihrem Vorurteil bestärken, dass Verwaltungen eben einfach ein bisschen schwach im Rechnen sind.
(Guido Kosmehl, FDP: Na ja!)
Das hat schon damals nicht gestimmt, weil es sich in der Regel gerechnet hat.
(Stefan Ruland, CDU: Sagt der Historiker!)
Inzwischen rechnet es sich ziemlich.
(Guido Kosmehl, FDP: Dann könnte sich das Wasserwerk Beesen auch nicht rechnen! Trotzdem bezahlen wir es!)
Inzwischen ist die Technik vorangeschritten. Es rechnet sich so ziemlich auf jeder Dachfläche.
(Zustimmung bei den GRÜNEN)
Das Angebot das betrifft einen erheblichen Teil der Landesliegenschaften und die Aussage dieser beiden städtischen Unternehmen, wir kontrakten das mit euch, stehen nach wie vor.
(Zustimmung von Sebastian Striegel, GRÜNE)
Sie wollen sich natürlich nicht damit hat die Fraktion der GRÜNEN mit ihrem Antrag recht um jedes Stück an 2 m2 Dachfläche in einem gesonderten Los bewerben.
(Guido Kosmehl, FDP: Aha!)
Sie wollen dann schon, dass das in größeren Losen ausgeschrieben wird. Deswegen ist das sehr sinnvoll.
(Zustimmung von Sebastian Striegel, GRÜNE)
Ob ein Landesvermarkter hingegen eine sinnvolle Einrichtung ist noch eine VZÄ für eine Sache, die irgendwie sowieso passiert; inzwischen, weil die Landesverwaltung ja nicht so schwach im Rechnen ist, wie man es ihr nachsagt, werden ja bei jeder Baumaßnahme des Landes Photovoltaikeignung und Wirtschaftlichkeit geprüft ,
(Zustimmung von Guido Kosmehl, FDP)
ob wir dafür extra einen Landesvermarkter brauchen, wage ich einmal freundlich zu bezweifeln. Insofern ist das Bemühen der GRÜNEN an der Stelle edel. Nicht jede der Maßnahmen, die aufgeschrieben wurden, scheint uns, jedenfalls nach einer ersten Prüfung, geeignet zu sein. Wir kennen aber im Moment den Stand des Photovoltaikbesatzes und die Gegenrechnung mit unseren inzwischen erheblich gestiegenen Gaskosten für das Heizen in den Landesliegenschaften nicht genau. Wir kennen nicht den Fortgang bei den Fragen, wie viel Geld wir zum Investieren haben und wie viel wir machen können. Deswegen ist der Antrag eine unheimlich gute Gelegenheit, um das alles einmal im Finanzausschuss zu besprechen, den Stand aufzunehmen und zu prüfen, was wirklich geeignete Maßnahmen sind. Ich sehe dieser Prüfung auch insofern mit relativ großer Gelassenheit entgegen, als ich nicht glaube, dass das MF morgen alles und jede Fassade mit Photovoltaikanlagen bebauen wird. Dafür wird schon der liebe Koalitionspartner sorgen.
Der Kollege Ruland hat mir gerade einen großen Schrecken eingejagt mit seiner Sonnenanbeterei. Ich dachte, demnächst werden die Kollegen hier in Pullovern aus heimischer Schafwolle gekleidet
(Lachen und Zustimmung bei der SPD und bei der CDU - Guido Heuer, CDU: Die hat der Wolf gefressen!)
und strickend ankommen und die GRÜNEN nachmachen.
Er hat es ja korrigiert, also geklärt, welche Position er hat, sodass ich keine Angst davor habe, dass hier plötzlich die grüne Revolution ausbricht, auch wenn wir über diesen Antrag beraten. - Vielen Dank und ich wünsche einen guten Nachhauseweg für alle.