Hendrik Lange (Die Linke):
Was?
(Eva von Angern, Die Linke, lachend: Der Rede! Ich habe gesagt: Denk an das Ende der Rede!)
- Okay. - Vielen Dank, Frau Präsidentin. - Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die Studierendenschaften fördern das studentische Leben an unseren Hochschulen. Die demokratisch gewählten Studierendenräte vertreten dabei die Interessen der Studierenden, geben Beratung im Studienalltag bis hin zur Unterstützung mit Sozialkrediten.
Von der Erstsemester-Info bis hin zur Erstsemesterparty, über die kritischen Einführungswochen bis hin zur Kulturförderung - die Studierendenschaften sind aktiver Teil des Hochschullebens, aber auch des gesellschaftlichen Lebens in den Hochschulstädten. Hier sind sie gut vernetzt, bspw. mit der Freiwilligenagentur in Halle. Und ja, sie sind die Lautesten, wenn den Hochschulen wieder einmal die Mittel gekürzt werden.
Meine Damen und Herren! Unsere Studierendenschaften sind teilverfasst. Das bedeutet, nach einem Jahr kann man austreten. Davon machen allerdings nur wenige Studierende Gebrauch, was für eine hohe Akzeptanz spricht, meine Damen und Herren.
(Zustimmung bei der Linken, bei der SPD und bei den GRÜNEN - Dr. Katja Pähle, SPD: Ja!)
Dass die rechtsextreme AfD die Studierendenschaften abschaffen möchte, verwundert nicht, will sie doch brutal gegen alles und jeden vorgehen, der sich kritisch zu ihr positioniert und sich ihrer autoritären Politik in den Weg stellt.
(Zuruf von der AfD: Das machen Sie doch genauso! - Weitere Zurufe von der AfD)
Wer Herrn Tillschneider bei schulpolitischen Reden zuhört, der hört im Hintergrund den Rohrstock durch die Luft pfeifen.
(Lachen bei der AfD - Andreas Schumann, CDU, lacht)
Bei hochschulpolitischen Themen weht der Muff von 1 000 Jahren von rechts durch den Raum.
(Lachen bei der AfD)
Wer die eingeschränkt demokratische Gemeinschaft von Forschenden und Lehrenden ersetzen will durch eine piefige Ordinarienuniversität, wie es die AfD tun möchte, der ist, wie die AfD, eine wahre Altpartei, meine Damen und Herren.
(Lachen bei den GRÜNEN - Zuruf von Lothar Waehler, AfD)
Meine Damen und Herren! Dieser Antrag zeigt, was die AfD umsetzen will und wie brutal sie dazu bereit ist. Wir erleben jetzt schon, wie unliebsame Fachgebiete angegriffen werden. Der Blick in die USA zeigt, wie der Kampf gegen die Freiheit von Forschung und Lehre geführt wird: Programme zur Erforschung des Klimawandels - abgeschafft. Die Finanzierung von Krebsforschung - ausgesetzt; Begründung: Es wurde die Wirkung von Krebsmedikamenten auf den weiblichen Körper erforscht und da kam das Wort Gender im Programm vor. Programme zur Biodiversität - eingefroren; Begründung: Das Wort Diversity kam darin vor.
Meine Damen und Herren, machen wir uns nichts vor: Das wird die AfD hier auch machen, wenn man sie lässt. Aber der Angriff auf die Freiheit von Forschung und Lehre
(Ulrich Siegmund, AfD: Oh!)
ist ein Angriff auf die gesamte Gesellschaft und ihren Fortschritt.
(Zustimmung bei der Linken, bei der SPD und bei den GRÜNEN - Zurufe von der AfD)
Es ist ein Angriff auf die Innovationsfähigkeit unseres Landes. Darum sage ich: Die AfD darf dieses Land nicht regieren, die AfD wird dieses Land nicht regieren. - Danke.