Maximilian Gludau (FDP):

Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich denke, wir sind uns alle relativ einig darin: Sachsen-Anhalt braucht eine bessere Anbindung an den Schienenfernverkehr. Anders als der Nahverkehr finanziert sich der Fernverkehr zumindest grundsätzlich selbst. Deshalb sind Entscheidungen über Streckenführungen und Halte auch immer von betriebswirtschaftlichen Erwägungen getragen. Das heißt, die Deutsche Bahn fährt und hält eben auch dort, wo genügend Fahrgäste ein- und aussteigen. Es ist   so ehrlich müssen wir sein   nicht überall der Fall, dass genügend Fahrgäste dafür vorhanden sind.

Das Deutschland-Ticket hat zudem für eine zusätzliche Konkurrenz durch den Regionalverkehr gesorgt. Wenn der nur wenig langsamer fährt, aber deutlich zuverlässiger, dann wird sich der eine oder andere doch für den Regionalzug und eben nicht für den Fernverkehr entscheiden.

Die Deutsche Bahn ist allerdings auch kein x-beliebiger Konzern. Der Bund ist nach wie vor Alleineigentümer. Das heißt, für die Schulden, die die Deutsche Bahn leider noch immer anhäuft, stehen letztlich alle Steuerzahler gerade. Deshalb ergibt sich zwangsläufig eine besondere Verantwortung gegenüber der Allgemeinheit. Die Landesregierung hat deshalb bereits eine Fernverkehrsstrategie verabschiedet. Darin wird aufgezeigt, was wir aus Sachsen-Anhalt heraus einfordern, aber eben auch, was wir der Deutschen Bahn und potenziellen Konkurrenten an wirtschaftlich interessanten Verbindungen bereits zu bieten haben.

Es ist wichtig, dass wir hier nicht in Kirchturmdenken verfallen. Das wäre beim Thema Fernverkehr wirklich völlig fehl am Platz. Wir müssen das ganze Land in den Blick nehmen und als klassisches Transitland auch unsere Nachbarn. Ich würde mich freuen, wenn wir die Fernverkehrsstrategie heute aus dem Parlament heraus unterstützen. Damit stärken wir der Landesregierung bei ihren Bemühungen um eine bessere Anbindung Sachsen-Anhalts an das Fernverkehrsnetz in Deutschland und Europa den Rücken. Deshalb bitte ich um Zustimmung zu dem Alternativantrag der Koalitionsfraktionen. - Vielen Dank.