Kerstin Eisenreich (Die Linke):
Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Vielen Dank, Frau Pasbrig, gerade für Ihre Reaktion auf Herrn Dr. Tillschneider. Eigentlich hat allein der Redebeitrag der AfD-Fraktion hier gezeigt, dass Sie Frauen nicht repräsentieren können.
(Beifall bei der Linken, bei der SPD und bei den GRÜNEN - Zuruf von der AfD: Stimmt doch gar nicht!)
Ganz bestechend ist auch die Logik
(Lothar Waehler, AfD: Wir haben bei uns die meisten Frauen in der Fraktion! Zum Beispiel! - Susan Sziborra-Seidlitz, GRÜNE: Sie haben die meisten Frauen?)
Bestechend ist auch die Logik
(Lothar Waehler, AfD: Bei uns in der Gemeinde! In der Verbandsgemeinde! Und in der Kreistagsfraktion!)
des AfD-Redners.
(Sebastian Striegel, GRÜNE: Man muss den Bezugsraum nur klein genug wählen! - Weitere Zurufe)
Vizepräsident Wulf Gallert:
Frau Eisenreich, warten Sie einmal. - Noch einmal: Die Logik dieses Landtages ist es, dass hier vorn jemand spricht und der Rest zuhört, grundsätzlich zumindest. Wir versuchen, dieser Logik jetzt einmal zu folgen. - Bitte, Frau Eisenreich, Sie haben das Wort.
Kerstin Eisenreich (Die Linke):
Entgegen der Gepflogenheiten fange ich mit dem Schlechten an und werde dann auf die positiveren Beiträge eingehen, damit wir positiv enden.
Die Logik des AfD-Redners war bestechend. Angeblich fliehen die Frauen wegen der Migranten in den Städten in den ländlichen Raum. Die Zahlen belegen genau das Gegenteil.
(Beifall bei der Linken und bei den GRÜNEN - Zustimmung bei der SPD und von Kathrin Tarricone, FDP)
So viel zu Fakten und Zahlen; das interessiert Sie einfach nicht. Hier wird kompletter Unsinn erzählt.
Nun zu den anderen Rednerinnen, deren Beiträge ich sehr wohlwollend vernommen habe.
(Zuruf von Lothar Waehler, AfD)
Es ist völlig berechtigt und legitim, auch Kritik an unseren nicht hundertprozentigen Vorschlägen zu üben.
(Cornelia Lüddemann, GRÜNE: Ergänzungen!)
Ich bin für die sehr sachliche, sehr wertschätzende und auch realistische Einschätzung in Ihren von allen Seiten dargelegten Debattenbeiträgen, auch in dem von der Frau Ministerin, sehr dankbar.
Die Aspekte „inklusiv“ und „intersektional“, liebe Kollegin Lüddemann, haben wir im sechsten Punkt des Antrags durchaus mitgedacht. Sie merken, bei uns ist es meistens ohnehin schon enthalten. Aber es ist gut, es noch einmal explizit zu erwähnen.
Das Thema Frauensicherheit haben wir in diesem Fall bewusst ausgeklammert. Wir hatten gestern die Debatte dazu und wir wissen, dass es natürlich nicht nur im ländlichen Raum, sondern eben auch in den Städten ein sehr großes Problem ist, wobei dort Gott sei Dank häufig noch Hilfs- und Beratungsstrukturen existieren. Letztlich ist es natürlich ein sehr großes Thema und es sind - ich möchte es noch einmal betonen und auf die gestrige Debatte verweisen - immer die eigenen Männer, Partner, Ex-Partner, männlichen Verwandten, männlichen Freunde etc., die die Gefahr für Frauen darstellen.
(Zuruf von der AfD)
Das hat mit der Herkunft nichts, aber auch gar nichts zu tun.
(Beifall bei der Linken und bei den GRÜNEN - Zustimmung bei der SPD)
Ich freue mich auf die Beratung in den Ausschüssen und vielleicht kommen trotz der Kürze der Zeit noch einige Anregungen dabei heraus, die wir künftig umsetzen können. - Vielen Dank.