Andreas Schumann (CDU):

Sehr geehrter Herr Präsident! Jetzt muss ich die Staatskanzlei noch einmal bemühen. Meine Frage zielt ab auf unserer Welterbestrategie. Welches Fazit zieht die Landesregierung aus ihrer Welterbestrategie 2020 bis 2025? Welche wesentlichen Projekte an unseren UNESCO-Welterbestätten sind 2026 bereits angelaufen?


Präsident Dr. Gunnar Schellenberger:

Herr Minister, bitte.


Rainer Robra (Staats- und Kulturminister):

Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Das ist eine abendfüllende Frage, wenn ich erst einmal so richtig loslege. Die erste freudige Botschaft, die ich übermitteln kann, ist: Sie kennen alle die Werbestrategie mit den sechs „STAUNENSWERTEN“, die wir gemeinsam mit der IMG veranstalten und die wirklich sehr erfolgreich auf den Tourismusmessen und überregional gelaufen ist und immer noch läuft. Ein Element war die Verbindung des Welterbes als kulturelle Höhepunkte im Lande Sachsen-Anhalt mit der allgemeinen Tourismusstrategie.

Diese sechs werden sehr bald sieben werden, ohne dass wir einen Finger krumm machen müssen. Denn wir haben die Luther-Mitschriften im Georgium in Dessau, die auch immaterielles Weltkulturerbe sind, bei den sechs noch nicht berücksichtigt, weil die jahrelang nicht besichtigt werden konnten. Da wir dank der Hilfe der Koalitionsfraktionen im Kulturbereich in den letzten Jahren tatsächlich eine Investitionsoffensive durchführen, die vor allen Dingen, aber nicht nur, dem Welterbe zugutekommt,

(Zustimmung bei der CDU und bei der FDP)

sind wir in der Lage, das Georgium in Dessau so herzurichten, dass dieses immaterielle Weltkulturerbe dort angemessen präsentiert werden kann, ebenso ein anderer schlummernder Schatz: die Kunstbuchsammlung des Landes Sachsen-Anhalt, die in Dessau liegt und bisher der Öffentlichkeit noch gar nicht so richtig bekannt geworden ist.

Das steht an, und wir bauen Welterbezentren in Naumburg und in Wörlitz. Wir haben das Haus der Fürstin in Wörlitz schon fertiggestellt. Über den Stiftsberg kann man heute in der „Volksstimme“ nachlesen. Ich freue mich, dass das wenigstens noch in dieser Legislaturperiode fertiggestellt worden ist; von mir aus hätte es auch schon in der letzten fertig werden können. Das ist ein jahrzehntelang betriebenes und nun wirklich zum Ende gebrachtes Projekt.

Die Luther-Stätten in Wittenberg werden neugestaltet, auch das Dessau-Wörlitzer Gartenreich, aus dem Masterplan: 75 Millionen € vom Land, 75 Millionen € vom Bund; für die Kulturstiftung - das gehört nicht im engeren Sinne zum Welterbe - 100 Millionen € vom Bund, 100 Millionen € vom Land über mehrere Jahre. - Also, da tut sich schon gewaltig etwas, und man sieht es auch. In Naumburg wird das Weltkulturerbezentrum den Dom und die ganze Domfreiheit noch einmal aufwerten. Da ist viel unterwegs.

Wir sind auch bei der Erweiterung des Welterbes im Zusammenhang mit diesem Gesamtkonzept relativ erfolgreich. Wir haben die Frankeschen Stiftungen weiter auf der Tentativliste; die sind also weiter im Rennen.

(Zustimmung von Marco Tullner, CDU, und von Guido Heuer, CDU)

Wir haben das Pretziner Wehr schon erstaunlich weit gebracht, und das sieht gut aus in der Perspektive. Auch über die „Merseburger Zaubersprüche“, lieber Herr Czekalla, hören wir nur Gutes. Es ist eine wirklich große Resonanz im europäischen Rahmen.

Wir sind dabei, die touristischen Linien des Landes Sachsen-Anhalt, die immer mit Investitionen in den Kulturbereich verbunden sind und deswegen auch wesentlich vom Wirtschaftsministerium unterstützt werden, voranzubringen.

Eine große Freude war es last, but not least, dass wir aus dem Land Sachsen-Anhalt heraus ermöglicht haben, dass der Landesarm des Sondervermögens des Bundes LuKIFG auch Kulturinvestitionen ermöglicht. Nun kann man sagen, 66 Millionen € von 2,6 Milliarden € sind nicht viel, aber 66 Millionen € absolut gesehen sind natürlich sehr viel. Nach den bisherigen Planungen sieht es so aus, dass wir in dem Kontext ganz wesentlich kommunale Einrichtungen berücksichtigen können, weil es mir schon wichtig ist, dass wir nicht nur in Landeseinrichtungen investieren, sondern auch die vielen Kulturschätze in den Kommunen angemessen fördern können.