Cornelia Lüddemann (GRÜNE):

Vielen Dank, Herr Präsident. - Eigentlich sollte meine Kollegin Sziborra-Seidlitz hier vorn stehen. Wenn ich das Redemanuskript richtig deute, dann wäre es ein schöner Einstieg gewesen. Sie hätte nämlich über einen Lachsack gesprochen; denn genau solch ein Gelächter   so sagt ihre Stimme aus der Praxis; Sie wissen ja, dass sie als Pflegefachkraft noch heute im Einsatz ist  , wie es ein Lachsack hervorruft, habe der Antrag in der Fachwelt ausgelöst.

(Beifall bei den GRÜNEN)

Die Forderung zur Rückkehr nach anno dazumal war der Auslöser. Dieses Von-gestern-Sein zieht sich bei der AfD durch alle Themen.

(Hendrik Lange, Die Linke: Es ist eben eine richtige Altpartei!)

Die Generalisierung der Pflegeausbildung wird den neuen Anforderungen des Pflegeberufes gerecht. Die frühere fachliche Zersplitterung wird weder den Bedürfnissen der Pflegeklienten noch wird es dem Anliegen einer selbstbewussten Pflegeprofession gerecht - eine Pflege, eine Profession mit einer Stimme, mit einem grundlegenden Berufsverständnis, einer Berufsethik.

Es ist tatsächlich so, dass die generalistische Pflegeausbildung in Teilen in einigen Kliniken, in einigen Pflegeschulen noch mit Tücken belastet ist, dass noch nicht alles rund läuft, dass es noch Nachsteuerungs- und Verbesserungsbedarf gibt. Die Ministerin ist darauf eingegangen, was die Praxis diesbezüglich vorschlägt.

Von dem Kollegen Gebhardt ist es dankenswerterweise aufgegriffen worden, dass wir das als BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im letzten Plenum in einen Antrag gegossen haben. Wenn ich mich recht erinnere, dann ist der Antrag von der Mehrheit dieses Hohen Hauses, von den koalitionstragenden Fraktionen abgelehnt worden. Das ist ein wenig schade. Wenn dem nicht so gewesen wäre, dann hätte man sich vielleicht heute diese ganze Debatte sparen können.

Denn statt die Uhr zurückdrehen zu wollen, zeugt diese Debatte wieder einmal von der Zukunftsangst, die die AfD schüren will. Sie ist blind für die Bedarfe der älteren und pflegebedürftigen Menschen im Land, blind für die Anliegen und Interessen der Pflegefachkräfte im Land, blind für neue Entwicklungen in der Pflegeforschung, blind für den Stellenwert der Pflege im europäischen Ausland, zukunftsblind, fixiert auf eine Vergangenheit, die es aber so tatsächlich nie gab.

(Beifall bei den GRÜNEN)

Die Zukunft der Pflege liegt in einer selbstbewussten Profession, eingebettet in multiprofessionelle Teams, die aus der Ärzteschaft und weiteren Gesundheitsberufen bestehen.

Wer die AfD wählt   das kann man zusammenfassend sagen  , der wählt die Pflegekrise. Wer die AfD wählt, der sorgt für überlastete Familien. Zukunft geht anders.

(Lothar Waehler, AfD: Die erzählt einen Blödsinn! Meine Güte! Es wird wirklich Zeit, dass die nicht mehr hier drin sind! - Zuruf von Nadine Koppehel, AfD)

Zukunft gibt es mit uns GRÜNEN gerade im Bereich der Pflege. Dafür steht Sziborra-Seidlitz.