Alexander Räuscher (CDU):
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! - Nein, nein, kein Wildschwein, Herr Aldag, und auch kein Kaminofen. - Sie, die AfD, plappern ohne eigene Inspiration nach, was wir in der Union vor der Bundestagswahl schon längst gesagt haben.
(Zurufe von der AfD)
Das GEG, das Gebäudeenergiegesetz, insbesondere der § 71 Frau Eisenreich hat ihn genannt , gehört überarbeitet und befreit von ideologischen Übergriffigkeiten gegen unsere Bürger. Zum Verständnis der Entwicklung muss man an dieser Stelle vielleicht einmal sagen: Das Gesetz entstand, als Union und SPD im Jahr 2020 drei Gesetze, nämlich das Energieeinsparungsgesetz, die Energieeinsparverordnung und das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz zu einem Gesetz zusammengeführt haben und Ballast weggeräumt haben.
Aber im Jahr 2023 kam die unsägliche Ampel-Forderung von 65 % erneuerbare Energien und die technologische Diskriminierung, inklusive der ideologischen Ausrichtung des Gesetzes.
(Guido Kosmehl, FDP: Ein bisschen bei der Wahrheit bleiben, Herr Kollege!)
Herr Meister, genau an dieser Stelle liegen Sie falsch, wenn Sie behaupten, das Gesetz ist ideologiefrei. Die FDP hat versucht, das Schlimmste zu verhindern. Es ist ihr nicht gelungen, weil die Roten und die GRÜNEN in dieser Koalition zu stark waren. Sie sagen hier hämisch: Ha, ha, ihr habt doch zugestimmt.
(Olaf Meister, GRÜNE: Einstimmigkeitsprinzip!)
Die Wahrheit ist: Die Koalition ist Ihnen um die Ohren geflogen; denn Sie haben es dermaßen übertrieben, dass dieser ideologische Wahnsinn für die Kollegen von der FDP gar nicht mehr auszuhalten war.
(Zustimmung von Andreas Silbersack, FDP)
Fragen Sie sich doch einmal, warum es die Koalition nicht mehr gibt
(Olaf Meister, GRÜNE: Darauf hätte ich eine Antwort!)
und warum jetzt die Union dort mit in der Regierung ist. Weil das Ideologie pur war. Das erkennen Sie nicht und das wollen Sie auch gar nicht erkennen.
Mit diesem Ansatz der AfD offenbart sich aber erneut, dass sie gar keine eigenen Themen haben. Ich komme in fünf Minuten noch einmal darauf zurück. Ja, die Fehler sind menschlich, vor allen Dingen die Fehler der Ampel. Aber politische Größe zeigt sich insbesondere dann, wenn man sie nicht unter den Teppich kehrt, sondern wenn man dazu bereit ist, sie aus der Welt zu schaffen, sie anzupacken und Lösungen zu suchen. Genau das tut die Bundeswirtschaftsministerin gerade, die übrigens eine Frau ist, die aus dem Osten kommt. Sie novelliert aktuell das Gesetz.
Anstatt den Rahmen für Innovationen zu setzen, hat sich die rot-grüne Politik damals im Mikromanagement verloren. Ob Heizungsgesetz, Flottenverbrauchsziele oder ausufernde Berichtspflichten - grün-rote Politik schreibt den Bürgern und den Unternehmern vor, wie sie zu leben und zu wirtschaften haben. Diese Regulierungswut erstickt Unternehmergeist. Bevor sich Herr Kosmehl wieder aufregt: Auch das war sicherlich ein Punkt für das Scheitern der Ampel in Berlin, aber Sie haben viel zu lange mitgemacht.
(Zuruf von Guido Kosmehl, FDP)
Grün-rote Politik setzt einseitig auf bestimmte Technologien, verbietet andere per Dekret. Dekret hatten wir gestern übrigens. Sie wollten Räte bilden, die gegen die Politik, gegen Gesetze Entscheidungen treffen können. Das war hier gestern Thema, ganz furchtbar.
Ein ganz konkretes Beispiel ist das tragische Ende, das versuchte Ende des Verbrennungsmotors. Wie kann man eine deutsche Kernkompetenz opfern, ohne dass man Ersatz für Rohstoffketten, für weltweite Lieferungen hat? Wie kann es sein, dass Politik Technologie vorgibt und nicht in der Lage ist, richtige Lösungen zu haben? Das ist auch nicht die Aufgabe der Politik. Wenn wir so etwas machen, wenn wir das ideologisch steuern, dann hat derjenige mit der Technologie gewonnen, der den besten Draht ins Ministerium hat, wie damals bei Herrn Habeck. Wir wissen, wer das war - das war ein Wärmepumpenbauer aus den Vereinigten Staaten, wenn ich mich recht erinnere.
Wir haben unter der Berliner Ampel-Politik eine Subventionsökonomie erlebt. Gigantische Summen an Steuergeldern fließen in grün-rote Leuchtturmprojekte,
(Zuruf von Guido Kosmehl, FDP)
während die breite Basis der Wirtschaft unter Steuern und Abgaben ächzt. Das ist kein nachhaltiges Wachstum, das ist staatliche Kapitalspritze auf Zeit, bis das Geld alle ist. Wenn die Subventionen versiegen, dann bricht das Kartenhaus zusammen.
Millionen von Menschen in Deutschland haben hart gearbeitet, um sich ein Eigenheim aufzubauen, insbesondere hier in Ostdeutschland. Für viele ist die Immobilie die wichtigste Altersvorsorge. Anstatt auf den Erfindergeist unserer Ingenieure zu setzen, wollte das grüne Ministerium von Robert Habeck der gesamten Nation die einzige Technologie aufzwingen, die sie mochten, und man hat die Technologieoffenheit geopfert.
Meine Damen und Herren, das Heizungsgesetz war der Versuch, die Brechstange dort anzusetzen, wo Überzeugungen und Anreize nötig sind und nötig gewesen wären. Wir sehen heute, im Jahr 2026: Echter Klimaschutz braucht wirtschaftliche Stärke und die Freiheit der Bürger, die besten Lösungen selbst zu finden.
Aktuell erleben wir ein Déjà-vu. Heizungsgesetz, die sogenannte Energiewende und E Mobilität eint, dass sie fern von ökonomischen, physikalischen und wissenschaftlichen Zusammenhängen sind. Ich spreche hier als Hausbesitzer und Vermieter.
Nun wirft die AfD uns vor, wir hätten versprochen, das Heizungsgesetz abzuschaffen; stattdessen würden wir es weiterführen. Das ist natürlich eine glatte Falschinformation.
(Nadine Koppehel, AfD: Es ist doch noch da!)
- Sie müssen einmal ein, zwei Zeilen im Koalitionsvertrag weiterlesen Aber ich will Sie nicht überfordern.
(Lothar Waehler, AfD: Ihr seid ja so gut! Ja! - Nadine Koppehel, AfD: Deswegen habt ihr auch die Atomkraftwerke abgeschaltet!)
Das Bundeswirtschaftsministerium arbeitet gerade an der Novellierung. Es geht um den genannten § 71. Nicht die CDU-Ansage im Wahlkampf war leer - ganz im Gegenteil: wir erfüllen das gerade , leer hingegen ist der AfD-Antrag, und zwar komplett leer.
(Lothar Waehler, AfD: Das war kein Antrag, das ist eine Debatte!)
Ich führe hierzu genauer aus. Es gibt kein einziges Thema von Ihrer Partei damit haben Sie Ihren besten Punkt, Herr Hecht ,
(Zuruf von der AfD: Was, Herr Hecht?)
weder der ÖRR noch die Migration. Was auch immer Sie aufrufen, alles ist bei der CDU abgekupfert
(Ha, ha, ha! von der AfD - Weitere Zurufe von der AfD)
und AfD-typisch extremistisch aufgebauscht. Zu mehr reicht es nicht. Es gibt vielleicht eine Ausnahme, das ist die Abschaffung des Euros. Das ist tatsächlich Ihr Thema. Aber das macht die Wirtschaft und das macht unsere Bürger ärmer und das lassen wir uns nicht gefallen.
Was bedeutet das Ganze für das GEG? - Sie schütten das Kind mit dem Bade aus, das Kind, das Sie als angebliche Familienpartei schützen wollen, und Sie stellen sich vor die Ampel-Regierung.
Wenn wir das einmal bildlich beschreiben würden, dann wäre das ein Koch, der die gesamte Nachbarschaft mit einem extrem versalzenen Gericht, mit einer Wärmepumpensuppe, zu Bauchschmerzen gebracht hat. Denen geht es jetzt schlecht, die Küche qualmt und die Gäste sind kurz davor aufzugeben. Die haben die Nase voll.
(Zurufe von der AfD)
Die CDU steht nun daneben, trägt eine saubere Schürze Sie dürfen gern reine Weste sagen , und erklärt den Gästen sachlich: Wir haben das verstanden, sobald wir den Kochlöffel rühren, wird das Rezept verbessert; wir werden die scharfen Gewürze entfernen, vielleicht ein paar Kartoffeln hinzugeben und die Suppe so lange köcheln, bis jeder sie verdauen kann. Wir nennen das Technologieoffenheit am Kochtopf. Genau das passiert gerade. Wir reparieren den Schaden aus der Ampel-Zeit.
Was macht hingegen die AfD? - Sie steht seit zwei Jahren mit einem riesigen Vorschlaghammer und einem Benzinkanister vor dem Restaurant und grölt: Überarbeiten! Ihr wollt das Zeug nur aufwärmen! Wir wollen gar nicht, dass die Suppe besser schmeckt! - Genau das ist Ihre Politik. Sie wollen gar nicht, dass es den Menschen besser geht.
(Matthias Büttner, Staßfurt, AfD: Ihr wollt das! Mit Schmerztabletten! - Zurufe von Oliver Kirchner, AfD, und von Nadine Koppehel, AfD)
Sie wollen gar nicht die Probleme lösen. Sie wollen, dass alles zusammenbricht und davon profitieren.
(Daniel Rausch, AfD: Ihr seid die besseren GRÜNEN, ich weiß! Habt ihr doch selbst gesagt! - Unruhe)
Dann wollen Sie alles abreißen, den Herd zerschlagen. Und am Ende stehen wir am offenen Feuer wie früher.
Damit sind wir wie romantisch bei den GRÜNEN. Die GRÜNEN lieben das Mittelalter und wollen ihre Gurken selbst anpflanzen und was auch immer. Das können Sie machen. Die AfD dann so: Wir wollen als Bonus die DDR zurück.
(Zurufe von der AfD: Oh! - Ey!)
Also, beide, Blau und Grün vereint - der destruktive Charakter mit totalitärem Hauch.
Während Sie den Rückwärtsgang einlegen und alles zerkloppen wollen, sind wir dabei, es zu reparieren, zu berichtigen und neu aufzubauen. Wir haben den Vorwärtsgang eingelegt und wir sorgen dafür, dass das Gesetz auf vernünftige Art weiterleben darf.
(Oliver Kirchner, AfD: Wir schaffen das! - Daniel Rausch, AfD: Genau! Wir schaffen das! Wie 2015, das habt ihr auch geschafft! - Unruhe)
- Wir machen das. Das ist ein kleiner Unterschied. Ich weiß nicht, wie ich Ihnen den erklären soll. - Man kann übrigens
(Unruhe)
Vizepräsidentin Anne-Marie Keding:
Meine Damen und Herren, bitte etwas mehr Ruhe.
Alexander Räuscher (CDU):
Man kann übrigens die Augen davor verschließen. Mir gefällt das auch nicht, aber wir sind in europäische Gebäuderichtlinien und Klimaziele eingebunden. Eine stumpfe Streichung ohne ein Konzept geht natürlich nicht. Das würde für Deutschland teure Vertragsstrafen geben.
(Unruhe)
Allerdings kann ich Ihnen sagen Herr Meister, Sie haben das erwähnt , die Richtlinie aus der EU, die Gebäuderichtlinie erwähnt
(Unruhe)
Vizepräsidentin Anne-Marie Keding:
Wirklich, ein bisschen mehr Ruhe! Man versteht den Redner nur noch ganz schlecht. Es setzt hier ein allgemeines Gemurmel ein, was denjenigen, die zuhören wollen, dies sehr erschwert. - Herr Räuscher, bitte.
Alexander Räuscher (CDU):
Was Sie den Menschen verheimlichen, Herr Meister und darin sind Sie Meister, dafür muss ich Ihnen einmal ein Kompliment machen ,
(Cornelia Lüddemann, GRÜNE: Ha, ha! - Ulrich Thomas, CDU, lacht)
das ist, dass in dieser Richtlinie nicht steht, dass Deutschland pro Quadratmeter soundso viel Energie garantieren, verbrauchen oder kosten muss, sondern die Länder können das selbst entscheiden. Abgesehen von Deutschland und Holland, das auch ein paar verrückte, noch verrücktere Werte hat, gibt es kein Land in der EU, das so hohe Standards hat. Das viel gerühmte Nordeuropa und alle anderen haben niedrigere Standards, trotzdem passt es in diese europäische Richtlinie. Sie verraten den Leuten nicht, dass der Standard, der in Deutschland eingesetzt wird, viel höher ist und sich die Leute hier viel mehr krumm machen müssen bei diesen Sanierungen, bei den Renovierungen und dass so eine Dämmung viel teurer wird.
Ich selbst mache das privat. Ich mache alles, was ich kann, für meine Mieter, damit es günstig wird. Nur, dass der Deutsche wieder besser sein will als der Rest der Welt, das haben Sie verbockt. Das ist einfach nicht richtig. Dann sagen Sie es ehrlich: Wir verlangen mehr als alle anderen auf der Welt und sollen die Leute sich doch krumm machen. Dann sehen Sie, ob die das akzeptieren oder nicht. Das gehört zur Wahrheit dazu. Das haben Sie mit keinem Wort erwähnt.
Ich sage Ihnen, meine Damen und Herren, das Jahr 2026 wird das Jahr der Reformen werden. Die CDU steht bereit, diesen Ampel-Heizungshammer ins Museum der politischen Fehlentscheidungen zu schicken.
(Olaf Meister, GRÜNE: Einmal sehen, das sieht ja gar nicht so aus! Machen Sie etwas an den 65 %?)
- Wir sind gerade dabei.
(Cornelia Lüddemann, GRÜNE: Bisher machen Sie nichts!)
Wir brauchen keinen Staatsdirigismus, ideologisch von Grün-Rot oder totalitär grob mit dem Holzhammer von rechts im Heizungskeller.
(Olaf Meister, GRÜNE: Was machen Sie denn?)
- Was wir machen? - Wir bauen auf das Vertrauen und auf den Fortschritt und wir haben Respekt vor den Lebensleistungen der Menschen.
(Olaf Meister, GRÜNE: Bleiben die 65 % oder nicht? - Andreas Silbersack, FDP: Das hört sich gut an! - Zustimmung)
Vielen Dank.
Vizepräsidentin Anne-Marie Keding:
Herr Räuscher, Sie sind am Ende. Aber es gibt zwei Nachfragen, und zwar von Herrn Gallert und von Herrn Dr. Tillschneider. - Sie bleiben stehen, dann können wir die beiden Herren nacheinander an das Mikrofon bitten. - Herr Gallert, bitte.
Wulf Gallert (Die Linke):
Herr Räuscher, mir geht es um Folgendes: Der Umbau, auch die Verwendung von erneuerbaren Energien, um die es auch hier in diesem Kontext gegangen ist, und die Reduzierung von fossilen Brennstoffen, das ist natürlich eine extrem komplizierte, schwierige Geschichte. Das ist nichts, bei dem man von vornherein weiß, dass alle Wege Erfolg haben.
Ich habe jetzt sowohl bei Herrn Thomas vorher als auch bei Ihnen gehört: Habeck’sches Heizungsgesetz, Habeck usw. usf., alles ganz schlimm. Ich bitte einfach ein Stück weit darum, bei solchen Geschichten mehr Sachlichkeit walten zu lassen.
Wissen Sie, es gibt eine Forsa-Umfrage, die ist gestern herausgekommen. Daraus ist hervorgegangen, dass die Wirtschaftspolitik unter Frau Reiche zurzeit nur noch eine Zustimmung von 18 % in der Bevölkerung hat. Das ist die Hälfte des schlechtesten Wertes, den Herr Habeck jemals in seiner gesamten Amtszeit hatte.
(Zustimmung bei den GRÜNEN)
Selbst 75 % der CDU-Wählerinnen und Wähler halten die Ministerin für eine schlechte Besetzung.
(Eva von Angern, Die Linke: Das hätte ich nicht gedacht!)
Nun sage ich einmal ausdrücklich: Ich habe massive Kritik an dieser Frau, aber wir müssen wirklich aufpassen, inwiefern wir uns gegenseitig damit meine ich Sie und Herrn Thomas vorher und die AfD an der Diskreditierung von Leuten, die sich in solchen komplizierten Situationen in solchen Ämtern befinden, beteiligen. Das sage ich nicht, weil ich Herrn Habeck als besonders gute Besetzung empfand,
(Guido Kosmehl, FDP: Aha! - Lachen bei der AfD)
sondern das sage ich ausdrücklich deswegen, weil es mir um den Respekt untereinander geht. - Danke.
(Zustimmung bei der Linken - Nadine Koppehel, AfD: Na ja, dann muss man sich Respekt erarbeiten! - Daniel Rausch, AfD: Respekt, wer‘s selber macht!)
Vizepräsidentin Anne-Marie Keding:
Herr Räuscher.
Alexander Räuscher (CDU):
Danke schön, Frau Präsidentin. - Ja, das mit dem Diskreditieren ist etwas, das Ihnen sicherlich gut liegt. Herzlichen Glückwunsch.
(Sebastian Striegel, GRÜNE: Hä? Er hat doch nur die Zahlen zitiert! - Zuruf von Cornelia Lüddemann, GRÜNE)
Was Frau Reiche und ihre Arbeit betrifft, haben wir natürlich die Situation, dass sie etwas reparieren muss, das über Jahre schiefgelaufen ist.
(Sebastian Striegel, GRÜNE: Hä?)
Sie haben über die erneuerbaren Energien gesprochen und Sie haben über die Wirtschaft gesprochen. Es ist eine menschliche Erfahrung, dass man etwas viel leichter zerstören kann, als man etwas aufbauen kann. Man kann auch viel leichter umverteilen, als selbst zu verdienen. Genau dort setzt Ihr Denkfehler an. Natürlich kommt Frau Reiche in die Verantwortung, als es ganz schlecht geht, als die Zahl der Pleiten hochgeht, als die Energiepreise ganz hoch sind. Dass dann Firmen zugrunde gehen und dass wir jetzt eine Krise haben, das ist genau das Thema, um das wir uns hier kümmern.
Es ist leider nicht ganz so schnell möglich, etwas zu reparieren, wie man es kaputt gemacht hat. Ich würde Sie bitten, in gegenseitigem Respekt, dass Sie diese Realität von uns Menschen, eigentlich seit Jahrhunderten, zur Kenntnis nehmen.
Ich weiß nicht, ob Sie einmal eine Gartenlaube gebaut oder eine zerstört haben, um eine neue zu bauen. Dann hätten Sie das einmal selbst, mit eigenen Händen erleben können: Das Weghauen der alten geht schneller, als die neue aufzubauen. Es wäre schön, Sie würden diese Lebenserfahrung einmal übertragen auf das echte Wirtschaften. - Das ist der eine Punkt.
(Wulf Gallert, Die Linke: Genau die Argumentation von Herrn Habeck damals!)
Vizepräsidentin Anne-Marie Keding:
Herr Räuscher, sind Sie fertig oder wollen Sie noch weiterreden?
Alexander Räuscher (CDU):
Ich wollte vielleicht noch einen Satz zu den erneuerbaren Energien sagen. Dabei sind wir in Sachsen-Anhalt Vorreiter. Der damalige Wirtschaftsminister Sven Schulze, unser Ministerpräsident hat es, glaube ich, schon vor dreieinhalb Jahren gesagt: Wir haben damals schon mehr als 200 % des Strombedarfs des Landes aus Erneuerbaren gewonnen, aber es hat uns keine günstigen Preise gebracht. Insofern sollten wir ganz vorsichtig damit sein, wie intensiv wir auf die Erneuerbaren bauen. - Danke.
Vizepräsidentin Anne-Marie Keding:
Jetzt ist Herr Dr. Tillschneider mit seiner Nachfrage dran.
Dr. Hans-Thomas Tillschneider (AfD):
Herr Räuscher, ich weiß nicht, ob es Ihnen bewusst ist, aber vor wenigen Tagen, am 27. Januar, ist der Austritt der USA aus der Pariser Klimakonferenz in Kraft getreten. Es war eine der ersten Handlungen, die Donald Trump sozusagen unterzeichnet hat, nachdem er zum Präsidenten wurde, aber es ist jetzt wirksam geworden. Damit ist die mit Abstand größte Industrienation der Welt aus dem Pariser Klimaabkommen ausgetreten. Damit ist der Wahnsinn dieser CO₂-Reduktion erledigt.
(Jan Scharfenort, AfD: Richtig!)
Das ist tot. Jetzt frage ich Sie: Welcher Teufel reitet Sie? Weshalb stampfen Sie dieses Gebäude-Energie-Gesetz nicht einfach ein
(Beifall bei der AfD - Matthias Büttner, Staßfurt, AfD: Ja! - Oliver Kirchner, AfD: Einfach abschaffen! - Weitere Zurufe von der AfD)
und geben den Leuten die Freiheit, so zu heizen, wie sie wollen? Weshalb tun Sie das so? Wollen Sie hier allen Ernstes eine deutsch-europäische Provinzposse vollziehen und von Sachsen-Anhalt und Deutschland aus den Versuch unternehmen, das Klima zu retten, während die USA das Ganze, Gott sei Dank ich bin Donald Trump dankbar dafür; die ganze Welt kann ihm dafür dankbar sein ,
(Unruhe)
diesen Irrsinn, totgemacht hat. Sie wollen dieses tote Pferd jetzt weiterreiten. Welcher Teufel reitet Sie?
(Beifall bei der AfD)
Vizepräsidentin Anne-Marie Keding:
Herr Räuscher, bitte schön.
Alexander Räuscher (CDU):
Danke schön. - Ja, Herr Tillschneider, daran sieht man, dass Sie sehr theoretisch und nicht in der Realität leben
(Zurufe von der AfD)
und ein bisschen zu schmalspurig auf dieses Gesetz schauen. Das Gesetz ist der erklärte Feind. Das Gesetz ist aber eben mehr als CO₂ und es ist mehr als der Heizungskeller. Es soll den Leuten auch dabei helfen, vernünftig zu wohnen.
(Daniel Rausch, AfD: Das können sie ja ohne das Gesetz! - Nadine Koppehel, AfD: Vor dem Gesetz haben sie ganz normal gelebt! - Weitere Zurufe von der AfD)
- Interessiert Sie die Antwort?
(Lothar Waehler, AfD: Doch, doch! - Oliver Kirchner, AfD: Ich höre zu!)
Jetzt sage ich Ihnen einmal eine ganz persönliche Erfahrung von mir. Ich bin gerade dabei, eine Wohnung neu zu vermieten in einem Haus, das ich im Jahr 2005 saniert habe. Das habe ich überdurchschnittlich gut gedämmt. Es ist relativ einfach, dafür Mietinteressenten in der Provinz bei mir,
(Dr. Katja Pähle, SPD: Ja!)
wo es nicht unbedingt so ist, dass einem die Leute die Bude einrennen, zu finden, weil die
(Dr. Katja Pähle, SPD: Nebenkosten!)
Nebenkosten besonders günstig sind. Das hat damit zu tun, dass ich das damals so gemacht habe.
Nun ist nicht jeder so bekloppt wie ich und saniert das Haus so aufwendig. Andere Menschen brauchen vielleicht einen Rahmen dafür, wodurch sie erkennen können, wie das geht, brauchen eine Hilfe. Diese Dinge sind in dem Gesetz auch mit dabei. Es ist also nicht so, dass wir alles regeln müssen. Wir müssen aber dafür sorgen, dass die Menschen vernünftig, gut leben können, ohne die Technologie vorzuschreiben.
(Daniel Rausch, AfD: Ach, dafür brauchen sie doch kein Gesetz! - Matthias Büttner, Staßfurt, AfD: Das ist Quatsch! - Lothar Waehler, AfD: Was ist denn das für eine Antwort? - Dr. Hans-Thomas Tillschneider, AfD: Das können Sie ihnen selbst überlassen! Das können Sie jedem selbst überlassen! Das müssen Sie niemandem vorschreiben!)
Ich heize
(Matthias Büttner, Staßfurt, AfD: Ist doch Schwachsinn!)
- Nein, das ist die ganz normale Realität.
(Daniel Rausch, AfD: Sie brauchen doch kein Gesetz! - Nadine Koppehel, AfD: Nehmen Sie das Gas von Russland!)
Die Zahlen kann ich Ihnen hier sagen.
(Florian Schröder, AfD: Mach doch was du willst mit deinem Geld, aber belaste die anderen nicht!)
Das mag Ihnen nicht gefallen. Dort heize ich z. B. mit Gas. Das wiederum zeigt, dass die Vorschriften der GRÜNEN völlig für den Baum sind. Denn der Energieverbrauch sagen wir einmal 18 000 kWh für sechs Familien pro Jahr ist niedrig. Das entlarvt die ganzen Fehler der Grünen. - Vielen Dank.