Konstantin Pott (FDP):
Vielen Dank, Herr Präsident. - Meine sehr geehrten Kolleginnen und Kollegen! Ich finde es sehr sinnvoll, über die Pflegeausbildung zu diskutieren und zu überlegen, wie man sie verbessern kann. Denn ich glaube, dass dies in den kommenden Monaten und Jahren noch deutlich an Bedeutung gewinnen wird.
Bevor ich unsere Vorschläge vorstelle und erkläre, weshalb wir den Antrag der GRÜNEN ablehnen, möchte ich kurz darauf eingehen, wo wir überhaupt herkommen. Bevor es bundeseinheitliche Regelungen gab, gab es gesonderte Ausbildungen zur Altenpflege, zur Krankenpflege und zur Kinderkrankenpflege, die eigenständig geregelt waren. Seit Januar 2020 gilt die generalistische Pflegeausbildung. In den ersten beiden Jahren erfolgt eine sehr generalistische Ausbildung. Danach gibt es die Möglichkeit, sich zu spezialisieren, bspw. auf bestimmte Altersgruppen. Dadurch gibt es bundeseinheitliche Standards und damit auch eine Gleichwertigkeit des Ausbildungsberufs deutschlandweit. Ich glaube, dass es ein sehr richtiger Schritt war, dabei einheitliche Regelungen in Deutschland zu schaffen.
(Zustimmung von Guido Kosmehl, FDP)
Neben der generalistischen Ausbildung zur Pflegefachkraft wurde nun auch der Weg zur bundeseinheitlichen Pflegeassistenzausbildung eingeschlagen. Auch das ist grundsätzlich ein richtiger Schritt, auch wenn wir uns gewünscht hätten, dass man eher den Weg der einjährigen statt der anderthalbjährigen Ausbildung beschritten hätte, damit wir die ausgebildeten Arbeitskräfte zügiger in den Einrichtungen haben.
Seit dem Jahr 2023 gibt es erste ausgelernte Pflegefachkräfte, die ihre Ausbildung nach dem neuen generalistischen Modell abgeschlossen haben. Das Bild, das man dort sieht, ist durchaus unterschiedlich. Einerseits gibt es positive Aspekte, wie die breiten Einblicke oder die Flexibilisierung, die sich daraus ergeben haben. Schwierig ist jedoch, dass es keine tiefgehenden Einblicke in bestimmte Bereiche gibt und die Bindung an die Ausbildungseinrichtungen geringer ist,
(Zustimmung von Dr. Anja Schneider, CDU)
da man wegen der Praxiseinsätze über sehr lange Zeiträume an verschiedenen Orten ist und dies weniger Bindung an die Ausbildungseinrichtungen zur Folge hat.
Umso wichtiger ist es, dass wir die generalistische Pflegeausbildung genauer anschauen und verbessern und uns überlegen, welche Wege dafür die richtigen sind. Die GRÜNEN setzen da an verschiedenen Stellen an. Aber ganz ehrlich: Viele Dinge sind eben Bundesregelungen, die wir hier im Land nicht direkt beeinflussen können. Andere Forderungen der GRÜNEN, bspw. der monatliche Beginn der Ausbildung, würde zu einem massiven Mehraufwand führen.
(Zustimmung von Guido Kosmehl, FDP)
Ich glaube, in einem System, das jetzt schon häufig an der Kapazitätsgrenze ist, wäre es nicht richtig, die Einrichtungen oder die Pflegeschulen mit noch mehr Aufwand zu belasten.
(Zuruf von Guido Kosmehl, FDP)
Hinzu kommt, dass wir teilweise schon jetzt darum kämpfen, einzelne Ausbildungsklassen zu füllen. Das heißt, wir müssen eher da ansetzen, dass wir grundlegend dafür sorgen, dass die Ausbildung attraktiver wird.
Da meine Redezeit abgelaufen ist: Wir wollen eine grundlegende Verbesserung der generalistischen Pflegeausbildung und werden dafür weiter kämpfen.
(Zurufe von der AfD)
Wir werden den Antrag heute ablehnen. - Ich bedanke mich für die Aufmerksamkeit.