Jörg Bernstein (FDP):

Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Meinen Redeentwurf lege ich einmal zur Seite. Ich muss auf ein paar Punkte aus der Einbringungsrede vom Kollegen Lippmann eingehen.

Herr Lippmann, ich habe mir von meinem Platz aus vorgestellt, ein Abiturient hätte Ihren Vortrag nicht nur zum ersten Mal    

(Angela Gorr, CDU, zustimmend: Der würde nie Lehrer werden! Das ist der Punkt!)

Ich wüsste wirklich nicht, wie man einen jungen Menschen bei diesem Pessimismus davon überzeugen sollte, Lehramt zu studieren.

(Angela Gorr, CDU: Genau! - Zustimmung bei der FDP, und von Sandra Hietel-Heuer, CDU)

Sie haben kritisiert, dass die Lehramtsausbildung an der OvGU heruntergefahren wurde. Jetzt bringe ich Ihnen einmal ein Gegenargument. Sekundarschullehramt, dualer Studiengang. Wir haben 30 Studienplätze. Jetzt frage ich Sie, wie viele Studienplätze in diesem Studienjahr davon besetzt sind.

(Thomas Lippmann, Die Linke: 15!)

- 17. Von den 30 aus dem vorigen Jahr sind nur noch 25 da. Also, es ist nicht eine Frage des Angebots, sondern eine der Attraktivität.

(Zustimmung bei der FDP)

Gerade beim dualen Studium ist es offensichtlich nicht so attraktiv, 1 400 € zu bekommen   so viel ist es, glaube ich   und damit zu studieren. Also, das kann es nicht sein.

Die Frage ist für mich auch: Wo sind eigentlich Ihre eigenen Lösungen? - Sie haben hier Sachen aufgezählt, neben Ihrem Lamento, das wir langsam kennen, Maßnahmen, die wir als Regierungskoalition schon auf den Weg gebracht haben. Das finden auch wir als FDP-Fraktion gut. Wir finden die Untersetzung des Grundschullehramts mit der sonderpädagogischen Vertiefung richtig. Wir finden durchaus auch eine gemeinsame Studieneingangsphase in der Sekundarstufe I gut,

(Zuruf von Eva von Angern, Die Linke)

aber   das muss ich auch ganz klar für uns sagen   das kann für uns nicht der Einstieg in ein Stufenlehramt sein;

(Zustimmung bei der FDP - Angela Gorr, CDU, zustimmend: Sehr gut!)

denn für uns ist es immer noch wichtig, die Unterschiedlichkeit in den Schulformen Gymnasium, Sekundarschule und Gemeinschaftsschule durchaus hochzuhalten, weil wir hierbei eine unterschiedliche Profilierung sehen. - Das zu dem Punkt.

Einen anderen Ansatz muss ich heute auch wieder bringen   dazu bin ich quasi verpflichtet als Dessau-Roßlauer  , das Dessau-Roßlauer Modell, der Einstieg über eine andere Zugangsberechtigung. Wir haben es gerade vom Minister Willingmann gehört: 5 000 Abiturienten, ein Viertel davon müsste Lehramt studieren, wenn wir das Abitur, die allgemeine Hochschulreife, als Eingangsvoraussetzung nehmen. Lassen Sie uns doch einmal versuchen, über eine Fachhochschulreife daran heranzugehen. Dann hätte man zumindest die Zahl der potenziellen Lehramtsstudenten erweitert. Wenn ich daran denke, Sie machen zuerst eine Berufsausbildung und haben dann ein Jahr lang die Fachoberschule besucht, dann steigen Sie mit ganz anderen praktischen Erfahrungen in Ihr Lehramtsstudium mit Ziel Sekundarschullehrer ein. Das wäre eine Sache, die wir unterstützen würden.

(Dr. Katja Pähle, SPD: Genau darin liegt das Problem! Für die Sekundarschule reicht‘s!)

Vielleicht können wir das in der nächsten Legislaturperiode entsprechend umsetzen. So. - Vielen Dank für die Aufmerksamkeit.


Präsident Dr. Gunnar Schellenberger:

Danke.

(Guido Kosmehl, FDP: Herr Präsident, bitte!)


Jörg Bernstein (FDP):

Es wurde hier wohl vorgeschlagen, dass wir die Überweisung an den

(Guido Kosmehl, FDP: UWE!)

Wissenschaftsausschuss zur federführenden Beratung und an den Bildungsausschuss befürworten.