Juliane Kleemann (SPD):

Herr Präsident! Hohes Haus! - Herr Dr. Tillschneider, Patriotismus ist dem Herrn egal. Lesen Sie gern nach in Galater 3, Befreiung zur Gotteskindschaft.

(Beifall bei der SPD und bei den GRÜNEN - Olaf Meister, GRÜNE, lacht)

Die AfD hetzt und beleidigt Menschen, macht vor Kindern nicht Halt, tritt die Menschenwürde mit Füßen und meint sagen zu können, was christlicher Auftrag sei. Das ist schon wirklich sehr erstaunlich.

Der Auftrag der Evangelischen Akademien von Beginn an, also seit dem Jahr 1945, heißt, den christlichen Glauben zeit -und situationsgemäß zu verkündigen, aber auch die soziale und politische Verantwortung der Kirchen deutlich zu machen. Es ist nur zu offensichtlich, dass eine lebendige und vielfältige Demokratie, ein konsequenter Einsatz gegen Antisemitismus und das Engagement für eine menschliche Gesellschaft mit der menschenverachtenden DNA der AfD nicht übereinstimmen.

(Beifall bei der SPD und bei den GRÜNEN - Oh! bei der AfD)

Ja, Kirche ist politisch und sie positioniert sich, wenn unsere Demokratie, unsere Meinungsfreiheit und Vielfalt in Gefahr sind.

(Zustimmung von Susan Sziborra-Seidlitz, GRÜNE - Zuruf von Lothar Waehler, AfD)

Die Kirchen stehen auf dem Fundament der Barmer Theologischen Erklärung und, Gott sei es gedankt, nicht auf dem der deutschen Christen.

(Beifall bei der SPD und bei den GRÜNEN - Zustimmung von Stephen Gerhard Stehli, CDU)

Hohes Haus! Die Begründung des Antrages benennt, dass die Evangelischen Akademien einseitig politisch positioniert seien. Was tut die Akademie? - Der Herr Staatsminister hat es schon gesagt: Sie macht zahlreiche Angebote unter den Überschriften „Alles Glaubenssache?“, „Denkbewegungen“, „Res publica“, „Kanzelrede“, „Konfi-Camp“ oder „Bildspuren", ein Angebot gegen Antisemitismus. Die Akademie pflegt, übt, vollzieht Offenheit in Debatten über Debatte zur Meinung.

Kurz: Sie tut all das, was eine Akademie ausmacht. Sie fordert die Freiheit des Denkens heraus, ist zivilgesellschaftlicher Akteur in einer freiheitlichen demokratischen Gesellschaft. Und ja, sie diskutiert zu Themen Klima, Geschlechtergerechtigkeit, Frieden, Lebensvielfalt. All das hat unter dem Regenbogen seinen Platz.

(Beifall bei der SPD und bei den GRÜNEN)

In der Genesis, im ersten Buch Mose, steht zu lesen:

„Und Gott sprach: Das ist das Zeichen des Bundes, den ich geschlossen habe zwischen mir und euch und allem lebendigen Getier bei euch auf ewig: Meinen Bogen habe ich gesetzt in die Wolken; der soll das Zeichen sein des Bundes zwischen mir und der Erde.“

(Beifall bei der SPD und bei den GRÜNEN)

Der Regenbogen ist so vielfältig, wie er bunt ist. Er ist Zeichen des Bundes zwischen Gott und der Erde, zwischen Gott und uns, er ist Zeichen des Friedens, Zeichen der Lebendigkeit, der Vielfalt, auch der Lebensentwürfe. Er ist Symbol und starkes Zeichen für ein friedvolles Miteinander aller Menschen.

Und ja, der Regenbogen und all das, wofür das Christentum steht, sind genau das Gegenteil von dem, wofür die AfD steht. - Wir lehnen den Antrag ab.