Kerstin Eisenreich (Die Linke):

Vielen Dank, Herr Präsident. - Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das ist sprachlich heute Abend eine echte Herausforderung. Einmal sehen, wie ich dabei durchkomme.

Mit rund 47 000 Mitgliedern ist der Landesanglerverband der drittstärkste Verband im Land. Dabei geht es längst nicht nur um das Angeln, sondern auch um vielfältige gesellschaftliche Aufgaben. Anglerinnen und Angler setzen sich für Artenvielfalt, gesunde Flüsse und Seen sowie für die Fischgesundheit ein. Sie beobachten die Gewässer regelmäßig, erkennen Gefahren und Schäden frühzeitig und wirken vor allem durch ihren persönlichen Einsatz an deren Beseitigung mit. Dafür unser herzlicher Dank.

(Zustimmung von Stefan Gebhardt, Die Linke, und von Kristin Heiß, Die Linke)

Umwelt-, Natur- und Gewässerschutz sind für sie eine Herzensangelegenheit. Geht es den Gewässern im Land schlecht, bemerken Anglerinnen dies oft als Erste, und es beeinträchtigt unmittelbar ihre Leidenschaft. Darüber hinaus geben sie aber ihr Wissen und ihre Erfahrungen an junge Menschen weiter. Wie in vielen Verbänden und Vereinen ist es schwierig, junge Menschen dauerhaft zu binden.

An dieser Stelle setzt der vorliegende Gesetzentwurf an. Der Erwerb des Fischereischeins für Kinder und Jugendliche soll entbürokratisiert werden, indem eine einmalige Prüfung zum Friedfischfischereischein ab zwölf Jahren ausreicht und nicht mehr zeitlich befristet ist. Damit entfällt eine zweite inhaltsgleiche Prüfung. Das ist ein guter und richtiger Schritt. Auch die Erleichterungen für Menschen mit Behinderungen, die auf Begleitung angewiesen sind, sowie mögliche niedrigere Gebühren für junge Menschen stärken Inklusion und Jugendarbeit.

Damit wird auch eine Forderung des Landesangelverbandes umgesetzt, aber eben nur eine, meine sehr geehrten Damen und Herren. Das ist auch die einfachste Lösung, die aber schon längst hätte umgesetzt werden können. Nun ja, damit kann man sich im Wahlkampf ganz gut leicht Freunde machen. Aber damit diese jungen Menschen auch künftig noch Fische an der Angel haben, müssen eigentlich endlich ganz andere Maßnahmen umgesetzt werden.

Wir brauchen saubere Gewässer, aber von dem guten ökologischen Zustand unserer Gewässer, den wir laut EU-Wasserrahmenrichtlinie bis 2027 erreichen müssen, sind wir leider meilenweit entfernt. Damit eingesetzte Fische in Fließgewässern eine Zukunft haben, sind spürbare Verbesserungen der ökologischen Durchgängigkeit notwendig. Zudem müssen Gesetzesverstöße und Umweltstraftaten endlich konsequent verfolgt werden. Es ist nicht hinnehmbar, dass der Landesangelverband und der BUND das Recht auf einen sauberen Fluss erst einklagen müssen, weil das Land dem Sodawerk Staßfurt entsprechende Einleiterlaubnisse erteilt hat.

Sachsen-Anhalts Anglerinnen und Angler sowie die Gewässer im Land brauchen deutlich mehr als nur den Abbau unnötiger Bürokratie. Aber wir überweisen natürlich diesen Gesetzentwurf ebenfalls mit. - Vielen Dank.