Cornelia Lüddemann (GRÜNE):

Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! Die Linke tritt regelmäßig hier auf, um uns auf Defizite im Bereich Wohnen aufmerksam zu machen. Nicht immer teile ich diese Intention, an dieser Stelle aber ausdrücklich.

Das ist so. Wir haben insbesondere an den Hochschulstandorten zu wenig Raum für preiswertes, praktisches Wohnen für Menschen, die allein leben und die noch dazu wenig Geld haben. Das Problem besteht aber nicht nur in Halle und Magdeburg, sondern auch an anderen Orten. Ich kann das aus Dessau selbst berichten. Die jungen Leute sind oft gezwungen, im Hotel „Mama“ - so wird es ja oft genannt - zu leben, aber nicht, weil sie das toll finden oder weil es die Eltern so gerne hätten, sondern weil sie schlicht und ergreifend keine preiswerten Wohnungen finden.

(Beifall bei den GRÜNEN)

Das Studierendenwerk hat in Dessau ein Wohngebäude mit sechs Wohnungen eröffnet. Im Vergleich zum Bedarf ist das lachhaft. Dasselbe gilt auch für Auszubildende, insbesondere weil wir immer häufiger die Situation haben, dass nur noch wenige Klassen an manchmal nur einem Standort im Land gebildet werden und die jungen Leute dann auch vor Ort übernachten müssen. Das ist wirklich schwierig. Wir sollten den jungen Menschen den Einstieg ins Berufsleben eigentlich erleichtern. Das tun wir an der Stelle nicht.

Ich glaube, dass junge Menschen eher Respekt verdienen und Rahmenbedingungen, die ihnen helfen, einen Start ins Leben zu haben, der leicht ist. Hier sollten wir also handeln. Ich finde es gut, wenn wir uns im Fachausschuss dazu verständigen.

(Stefan Ruland, CDU: Wir auch!)

Von mir aus können wir auch ein Fachgespräch führen.

(Stefan Ruland, CDU: Super!)

Vielleicht ist das ein Thema, zu dem auch die Koalition etwas zu sagen hat. Die Hoffnung gibt man ja nicht auf. Denn es ist tatsächlich wert, darüber zu reden. In den jungen Menschen im Land schlummert sehr viel Potenzial. Wir sollten die Wohnsituation zum Anlass nehmen, ihre Situation zu verbessern. - Vielen Dank.