Dr. Hans-Thomas Tillschneider (AfD):

Herr Präsident! Dass Herr Robra mit der Arbeit dieser Akademie zufrieden ist, das wundert mich nicht, wäre ich an seiner Stelle auch, wenn eine kirchliche Institution die Politik, die ich vertrete, lobhudeln und religiös legitimieren würde.

Zur SPD. Die Bibel würde keinen Patriotismus kennen - falsch. Nehmen Sie Matthäus 28, Vers 19. Dort steht: „Darum gehet hin und lehret alle Völker, taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“

(Zuruf von Juliane Kleemann, SPD)

Es heißt nicht: Geht zu den Menschen, geht zu den Weltbürgern, geht zu den NGOs, geht zu den Vereinten Nationen, sondern: geht hin zu den Völkern, die Gott geschaffen hat. - So steht es in der Bibel.

(Zurufe von Susan Sziborra-Seidlitz, GRÜNE und von Juliane Kleemann, SPD)

Dann haben Sie auf den Regenbogen angespielt. Der Regenbogen ist ein Symbol mit vielen Bedeutungen, der in vielen Kontexten verwendet wird. Sie ziehen den Regenbogen aber in den Dreck.

(Juliane Kleemann, SPD: Das habe ich nicht gemacht!)

Denn ich sage Ihnen: Der Regenbogen, vom dem im Alten Testament die Rede ist, hat mit dem LGBTQ-Regenbogen in etwa so viel gemeinsam wie eine Benediktinernonne mit einer Hamburger Hafenhure.

(Lachen bei der AfD - Oh! bei der SPD und bei den GRÜNEN - Zuruf von Eva von Angern, Die Linke)

- Ja, das war ein Vergleich. Aber dieser Vergleich trifft zu. Es ist ein Gräuel, die LGBTQ-Regenbogenfahne ins Alte Testament hineinzulesen. Das ist keine Exegese, sondern eine Eisegese, dass sich die Balken biegen, weil Sie überhaupt keine Ahnung von dieser Sache haben.

(Unruhe)

Zur FDP. Müssen wir jetzt fördern, was wir für nicht förderungswürdig halten? Wir sagen einfach nur, wir wollen diese 70 000 € streichen. Wenn man sich das Gesamtportfolio anguckt - eine Veranstaltung finde ich sogar gut und interessant, aber vieles eben auch nicht  , dann ist das nicht förderungswürdig. Das dürfen wir. Oder dürfen wir das nicht? Oder sind wir gezwungen, alles zu fördern, auch wenn wir es nicht für förderungswürdig halten? Das ist eine politische Entscheidung.

(Guido Kosmehl, FDP: Ah!)

Das Interessante ist aber, dass man uns gleich unterstellt, wir würden einschüchtern, nur weil wir nicht fördern wollen. Aus dem Mund von Herrn Lippmann ist das wirklich die allerbitterste Ironie. Wenn ich daran denke, wie die Antifa wirklich hardcore einschüchtert, Wirten droht, ihre Wirtschaft zusammenzuschmeißen, wenn sie die AfD reinlassen, wenn ich daran denke, was in Gießen los war, wo sie Autoscheiben zerschlagen haben, Leute tätlich angegriffen haben und massiv gewaltaffin waren und Leute massiv einschüchtern.

(Zuruf)

Dann sprechen Sie davon, wir würden einschüchtern, weil wir den Antrag stellen, einer Akademie eine Förderung in Höhe von 70 000 € zu entziehen, die sie wahrscheinlich gar nicht braucht, weil die Kirche genug Geld hat. Das ist lächerlich und damit richten Sie sich selbst.

(Beifall bei der AfD)

Herr Stehli, es wäre schön, wenn die Kirche noch wie früher eine gesellschaftliche Klammer wäre, aber damit hat die Kirche sich selbst aufgelöst. Ihnen wird nicht entgangen sein, dass wir schon seit Jahrzehnten auf einem hohen Niveau Kirchenaustritte haben, dass absehbar ist, dass in wenigen Jahrzehnten die Kirchensteuerkirchen völlig marginalisiert sind. Das ist auch gut so. Das ist selbst verschuldet, weil sie sich vom Glauben entfernt haben.

Aber es entstehen kleine Kirchen, Freikirchen, Baptisten, orthodoxe Kirchen und dort - ich war in einigen dieser Kirchen - wird richtiger Glaube gelebt.

(Guido Kosmehl, FDP: Und Hass!)


Nein, kein Hass, überhaupt kein Hass, sondern richtiger Glaube.

(Sebastian Striegel, GRÜNE: Schauen Sie doch mal nach, was der richtige Glaube ist! - Zurufe von der CDU und von der SPD)

Das sind Heiligtümer, in denen niemals eine Regenbogenfahne    

(Zuruf von Sebastian Striegel, GRÜNE)

- Natürlich, die Kirche ist ein Heiligtum. Sie haben doch überhaupt kein Verständnis dafür. Die Kirche ist ein Heiligtum.


Vizepräsident Wulf Gallert:

Herr Tillschneider, gucken Sie auf diese Lampe.


Dr. Hans-Thomas Tillschneider (AfD):

Das habe ich gesehen.


Vizepräsident Wulf Gallert:

Dann interessiert es Sie nicht. Aber das ist jetzt auch in Ordnung. - Wir sind am Ende der Debatte angelangt.